Monovoth – To Live In The Breath Of Worship – Monovoth 2026

Von Matthias Bosenick (09.02.2026)

Den Atem der Ehrerbietung richtet Lucas Wyssbrod aus Buenos Aires mit seinem Alias Monovoth auf seinem jüngsten Album „To Live In The Breath Of Worship“ in zwei Richtungen: einmal nach oben, in Richtung seiner eigenen musikalischen Helden, und einmal nach unten, in den Untergrund, an den Nachwuchs, den er in die Entstehung dieses instrumentalen Gothic-Doom-Black-Death-Metal-Albums integriert. Auch ohne Texte sind hier Götter das Thema, die in der unendlichen Einsamkeit einer Zuwendung harren.

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The Hirsch Effekt – Der Brauch – Long Branch Records 2026

Von Guido Dörheide (06.02.2026)

Ich weiß immer noch nicht, a) was ein Hirscheffekt ist und b) ob mir Nils Wittrocks Klargesang etwas taugen soll, von daher bin ich keinen Schritt weiter als Anfang 2024 in meiner Kurzrezension zum 2023 erschienenen „Urian“. Fun Fact am Rande: Wenn man beim 2023 sowie beim aktuellen Hirscheffektalbum jeweils einen Buchstaben weglässt, erhält man (wie zumindest mein neunjähriges Ich aus den 1980er Jahren findet) die viel originelleren Albentitel „Urin“ und „Der Bauch“. Aber, Pech für mein neunjähriges Ich aus den 1980er Jahren: Damals gab es den Hirsch Effekt aus Hannover noch gar nicht und damit auch keine Alben mit merkwürdigen Titeln wie „Urian“ und „Der Brauch“ und gruseligen Coverartworks. Auf dem aktuellen sieht es aus, als schäle man eine Schaufensterpuppe aus dem frühen Sido heraus, naja, immerhin der dreifarbige Schriftzug ist schick geraten.

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Thistle Sifter – Forever The Optimist – Freia Music 2026

Von Matthias Bosenick (06.02.2026)

Pete Barnes aus England lebt jetzt in Utrecht und nimmt dort unter dem eindeutig googelbaren Alias Thistle Sifter instrumentale streicherreiche Post-Rock-Alben auf, das zweite, „Forever The Optimist“, erschien soeben und entspricht sehr der Beschreibung. Pete Barnes, war da nicht was? Ja, aber dieser Pete Barnes ist ein anderer, nicht zu verwechseln mit Pete Bardens. Dieser hier ist dem Albumtitel entsprechend positiv unterwegs, die Musik schrammt dabei ganz knapp den Kitsch – und irgendwie tut das in so unsicheren Zeiten auch ganz gut, solch herzerwärmende Musik zu sich zu nehmen.

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The Morning Stars – A Hymn Without A Sound – The Morning Stars 2026

Von Matthias Bosenick (05.02.2026)

The Morning Stars ist ein lustiger Name für eine zufällig zusammengetrommelte Band, deren wohl berühmtestes unter berühmten Mitgliedern Barbara Morgenstern heißt. Die anderen drei heißen Sebastian Vogel, Alex Paulick und Felix Müller-Wrobel, da werden Fans von Kreidler, Kante und Britta hellhörig. „A Hymn Without A Sound“, das Debüt der Berliner, versetzt Krautrock mit Wärme, Melodiosität und Synthieflächen.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Skurril, aber schön – Lieder, die auf einer Ostrock-Party nicht fehlen dürfen

Von Onkel Rosebud

Die 1,49 m große Sängerin Angelika Mann hat 1979 mit der Single „Kutte“ den Deutschrap erfunden. Das waren nicht die Vier Komischen Fünf vom Neckar. Geschrieben hat den Song – na klar – Reinhard Lakomy, der Protagonist der letzten Folge. Der Sozialismus-Versteher hat 1973 mit „Jede Blume blüht nur einmal auf“ hierzulande die deutsche Sprache als Poesie in die Rockmusik eingeführt. Vor uns Udo Lindenberg!

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Fatal Strategies II – Antibody Label 2026

Von Matthias Bosenick (04.02.2026)

Hand hoch, wer von mehr als einem der 14 beteiligten Projekte schon mal gehört hat: Zum zweiten Mal kompiliert das belgische Antibody Label industrialbasierte Tracks vor dem Hintergrund der Ideen des Philosophen Jean Baudrillard. „Fatal Strategies II“ beruft sich dabei auf dessen Wort, etwas nicht mit der besseren Version seiner selbst zu begegnen, sondern mit der gesteigerten Version des Gegenteils davon. Entsprechend experimentell fällt diese Sammlung aus, grundsätzlich elektronisch, zumeist dem Industrial nahe, stets dunkel und Grenzen sprengend.

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Hin- und weggesehen. Filme und Serien

Von Chrisz Meier (03.02.2026)

Wenn ich etwas wirklich gerne tue, dann ist es das Beobachten von Filmen.

Meine Beobachtungsergebnisse möchte ich gerne weitergeben, sei es als Empfehlung, sei es als Warnung, denn Lebenszeit ist kostbar. Und da ich in letzter Zeit irgendwie einen Lauf habe, geht’s hier schon weiter mit den Fails&Strikes der Filmindustrie.

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Hüsker Dü – 1985: The Miracle Year – Numero Group 2025

Von Guido Dörheide (03.02.2026)

Ze German Ümläüt ist echt klasse, nur mitgesprochen wird er nie. Außer bei Hüsker Dü (Hey Matze – remember the Hüsker-Dü-Schüle?) und vielleicht noch bei Mötley Crüe, die wir früher immer „Hüsker Dü“ und „Mötlie Krüh“ ausgesprochen haben. „Moteur-Head“ hat hingegen niemand gesagt, Motörhead waren immer Motorhead. Wie A Moder Hätt. And we play Rock’n’Roll.

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Hidas – A Sense Of Impending Doom – Tonzonen Records 2026

Von Matthias Bosenick (03.02.2026)

Doom ist nicht tot, der kriecht nur komisch. Komisch riechen indes tut er nicht, auch wenn der Opener auf Hidas‘ jüngstem Album „A Sense Of Impending Doom“ den missverständlichen Titel „Dynger“ trägt. Riffs doominieren dieses zweite Album der Münchener, die indes nicht ausschließlich gebremst und instrumental vor sich hin mörteln, sondern auch wissen, wo der Hammer hängt, und den schwingen sie dann behände. Und wenn sie grummeln, dann mit metallischer Härte. Merkt man gar nicht, dass da keiner singt.

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Sick Sad World – Deuil(s) – Sick Sad World 2025

Von Matthias Bosenick (02.01.026)

So schön kann Verzweiflung sein. „Deuil(s)“ sind „Trauer“, und die hört man diesem dritten Album von Sick Sad Wold aus Nantes auch an. Die Wucht des Post-Hardcore kombiniert mit der Schwermut des Atmospheric Black Metal, Harmonien und wuchtige Bretter in eins, die fünf brüllen einem ihren Unmut auf eine Weise entgegen, dass man ihn umarmen möchte.

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