Lucinda Williams – World’s Gone Wrong – Highway 20 Records 2026

Von Guido Dörheide (01.02.2026)

Die wohl beste zeitgenössische amerikanische Songwriterin ist beigegangen und hat sich eine gute Dreiviertelstunde lang am derzeitigen Besetzer von 1600 Pennsylvania Avenue abgearbeitet. Dabei kommt Donald John T. sehr schlecht weg, während Williams durch die Bank weg glänzen kann. Gleich im ersten Lied stellt sie fest, dass jeder weiß, dass in der Welt momentan alles schief läuft. Um das zu illustrieren, porträtiert Williams namenlose arbeitende Menschen aus ihrem Heimatland, für die der amerikanische Traum sich mehr und mehr in einen Albtraum verwandelt. Und dazu spielen sie und ihre Band (seit ihrem Schlaganfall im Jahr 2020 muss Lucinda Williams die Gitarre allerdings den Musikern ihrer Band – Doug Pettibone und Marc Ford – überlassen) wunderbaren Folk/Country/Americana – nennen Sie es, wie sie wollen, diese Musik klingt so sehr nach allem, was viele Menschen überall auf der Welt an den Vereinigten Staaten von Amerika lieben, und steht damit in krassem Gegensatz dazu, was Trump, Vance, Noem, Hegseth und wie sie alle heißen, gerade an Leid und Unheil über die Menschheit bringen.

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Bruce Springsteen – Streets Of Minneapolis – Columbia 2026

Von Guido Dörheide (01.02.2026)

Springsteen ist für mich einer der Künstler, der am meisten die USA repräsentieren. Von allen. Dran am Seien. Punkt. Springsteen gibt seit meinem Geburtsjahr den gutherzigen, hart arbeitenden und/oder mit den Widrigkeiten ihres Daseins ringenden Menschen, denen der amerikanische Traum mit Schmackes seinen Arsch ins Gesicht kloppt (Tom Joad aus John Steinbecks „Früchte des Zorns“ ist zum Beispiel so einer), eine Stimme. Man muss sich nur mal die auf der im letzten Jahr erschienenen Expanded Edition des 1982er Albums „Nebraska“ enthaltenen Versionen von „Born In The USA“ anhören: Die aus dem Radio bekannte Version klingt musikalisch nach einem Loblied auf die USA und wurde ja auch schon von hinlänglich bekannten Verbrechern und Vollidioten als solche missunterfehleingeschätzt und als Wahlkampfhymne missbraucht, während der Text den amerikanischen Staat kritisiert.

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Trondheim & Tarrin – Spirou und Fantasio Spezial: Der Schatz von San Inferno – Carlsen 2026

Von Matthias Bosenick (29.01.2026)

Das ist mal wieder ein One-Off, das die Hauptserie überflüssig macht: „Der Schatz von San Inferno“ aus der Spezial-Reihe von Spirou und Fantasio, erdacht und gezeichnet von Lewis Trondheim und Fabrice Tarrin, bringt ein Abenteuer im Sinne des Spirous, den André Franquin vor 60 Jahren etablierte. Hier stimmen Zeichnungen, Humor, Story. Ein erfrischend modernes Retro-Abenteuer.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Geschichten erzählen von Freude und Fleiß

Von Onkel Rosebud

Moosmutzel, Waldwuffel und Mimmelitt sowie Schlapps und Schlumbo, der Regentropfen Paule Platsch und viele, viele andere waren Figuren von Kinderhörspielen aus Liedern und Rollentexten erschaffen von Reinhard Lakomy und seiner Frau Monika Ehrhardt, einer Schriftstellerin, an die in dem Zusammenhang auch gern vordergründig erinnert werden darf.

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Die drei ???: Toteninsel – Tim Dünschede – D 2026

Von Matthias Bosenick (28.01.2026)

Die fünfte Verfilmung und die dritte vom gleichen Team ist die erste, die nicht ein US-Original als Buchvorlage oder zumindest als Inspiration hat: André Marx schrieb „Toteninsel“ als ersten dreiteiligen Sonderband, Episode 100 der Reihe „Die drei ???“. Fürs Kino arbeitete er die grandiose Geschichte angemessen um, denn auch bei eindreiviertel Stunden Spielzeit wäre die Komplexität der Buchvorlage nicht unterzubringen gewesen. Gelungen umgesetzt – und „Nacht in Angst“, ebenfalls von Marx, ist als nächste Fortsetzung angekündigt.

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Hin- und weggesehen. Filme und Serien

Von Chrisz Meier (26.01.2026)

Wenn ich etwas wirklich gerne tue, dann ist es das Beobachten von Filmen.

Meine Beobachtungsergebnisse möchte ich gerne weitergeben, sei es als Empfehlung, sei es als Warnung, denn Lebenszeit ist kostbar. Hier also die ersten Beobachtungsergebnisse des Jahres. Und für diese spule ich zurück in den vergangenen September, denn da war ich stehengeblieben.

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Highest Primzahl On Mars – What??? – Clostridium Records 2026

Von Matthias Bosenick (27.01.2026)

Frage: Wie vielseitig kann der alte Kumpel Krautrock nach all den Jahrzehnten noch sein? Highest Primzahl On Mars so: „What???“ Auf ihrem bereits dritten Album in kaum drei Jahren lassen die Frankfurter ihre Visionen von Krautrock in zehn Tracks auf satte zwei Stunden ausgedehnt auf die Hörerschaft los. Spacig, repetitiv, unbegrenzt in jeder Hinsicht fügt das Quartett Elemente aus allen möglichen Genres hinzu – Stoner, Wave, Funk und mehr – und macht sich auf den Weg zum Mars. Da steigt man gern dazu.

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Markus Reuter – Winter Solstice/Comet – Iapetus Media 2018/2021/2025

Von Matthias Bosenick (26.01.2026)

Okay, bisschen spät, also ungefähr einen Monat, aber so ist das bisweilen im Leben, manches verzögert sich, und guckt man aus dem Fenster, ist zumindest die Witterungslage dem Thema dieser beiden Rereleases von Gitarrist Markus Reuter sehr nahe. Auf den Alben „Winter Solstice“ und „Comet“ ließ der Berliner traditionelle Weihnachtslieder mit seiner Gitarre zu Ambient werden – auch wenn es sich merkwürdig anfühlt, die aus der Kindheit vertrauten Melodien so jetzt erst zu hören, wird einem doch angenehm warm ums Herz.

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Megadeth – Megadeth – BLKIIBLK 2026

Von Guido Dörheide (22.01.2026)

Die Beatles gegen die Rolling Stones, Coca-Cola gegen Pepsi, Haribo gegen Katjes, Marius gegen Herbert, Volkswagen gegen Opel – es gibt Situationen im Leben, da muss man sich klar positionieren. So muss man sich beispielsweise einmal darüber klarwerden, ob man die größte Metalband auf dem Planeten supportet oder den ewigen Underduck (ja – ich glaube, soo würde es Lothar Matthäus auf den Punkt bringen). Und hier geht es jetzt nicht um Judas Priest vs. Iron Maiden, sondern um Metallica vs. Megadeth.

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