
Von Matthias Bosenick (17.10.2015)
Ein Vierteljahrhundert später stellt sich beim Neu-Hören die Frage, ob es sich bei dem Album um Kult oder Trash handelt. Schwer zu sagen, im Idealfalle wertet man es als einen experimentellen Mix aus beidem, und selbst ohne Wohlwollen als einen gelungenen. Das Duo The Perc Meets The Hidden Gentleman war 1990 noch auf dem Sprung zu sowohl größerer Breitenwirkung als auch versierterer Musikalität. Diese überlange Mini-LP (mehr als 48 Minuten) in Mini-Auflage (seinerzeit nur 2000 Stück) bietet einen Stilmix von Folk über Dance, Kammermusik, Hörspiel, Wave, Minimal-Synth bis hin zum Industrial-Stampfer. In dieses sperrige historische Dokument muss man sich im Jahre 2015 erst wieder hineinhören. Um dann festzustellen, dass es heute selbst als Neuveröffentlichung erhebliche Relevanz hätte – weil es mutiger ist als die zeitgenössischen Produkte. Das latent dilettantisch Schräge darin jedoch muss man entweder ausblenden oder respektieren. Auf jeden Fall stellt das Album einen umfangreichen Einblick in die deutsche Indielandschaft vor 25 Jahren dar.
Weiterlesen →