Von Matthias Bosenick (30.03.2026)
Tut nicht weh, was das Duo Paper Crown aus Hamar in Norwegen auf seinem dritten Album „Letters“ anbietet. Irgendwie Poprock, ganz nett, aber unspektakulär. Passt perfekt ins Radio, fällt dort nicht unangenehm auf und lässt sich zeitlich nicht verorten. Hat man bereits vergessen, während es noch läuft. Viel mehr lässt sich dazu kaum sagen.
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Dušan Jevtović – No Answer 2 – Dušan Jevtović 2026
Von Matthias Bosenick (30.03.2026)
Um „No Answer 2“ in seiner Gesamtheit erfassen zu können, müsste man sich wohl die ganzen anderen „No Answer“-Alben von Dušan Jevtović anhören. Das Album mit der Nummer zwei ist nämlich bereits das vierte, inklusive zweier Live-Varianten. Der in Spanien ansässige serbische Gitarrist macht darauf in Triobesetzung eine Art Jazz-Rock-Fusion, die vermutlich klassischen Fusion-Fans einiges an Akzeptanz abverlangt, denn die drei Musizierenden experimentieren hier ordentlich herum und erfreuen so auch Hörende, die Fusion allein inzwischen abgeschmackt finden.
Courtney Barnett – Creature Of Habit – Fiction Records/Mom + Pop 2026
Von Guido Dörheide (29.03.2026)
Ein neues Courtney-Barnett-Album hatte ich ehrlich gesagt nicht auf dem Schirm und umso mehr habe ich mich darüber gefreut – so sehr, dass ich erstmal zusammen mit der Liebsten das 2022er Video zu „Rae Street“ angeschaut habe, ein fürwahr großartiges Musikvideo, das ich hiermit allen Lesenden aufs Wärmste ans Herz legen möchte, und danach noch „Lotta Sea Lice“, die 2017er Kollaboration mit Kurt Vile, auf der sich zwei Singer/innen-Songwriter/innen getroffen haben, von denen eine so aussieht, wie der andere heißt, und sich beide auf ihren Fender-Gitarren (sie auf einer Telecaster, er auf einer Jazzmaster) gegenseitig an die Wand spielen und singen, dass es eine wahre Freude ist.
WeiterlesenSound Of Smoke – Mirage – Tonzonen Records 2026
Von Matthias Bosenick (27.03.2026)
Der Bandname gibt schon schön vor, worauf man sich musikalisch einzulassen hat: Sound Of Smoke nennt sich das Quartett aus Freiburg im Breisgau (im Breisgau!) und so klingt auch dessen drittes Album „Mirage“. Hier kommen Space, Stoner, Psychedelic und Kraut-Rock auf eine fette, treibende, erhebende, hypnotische Weise zusammen. Versetzt indes mit als soulig apostrophiertem Gesang, der jedoch nicht so richtig überzeugen kann.
Steve Albini Spezial: Killing Joke und Fugazi – Albini-Demos – 2026
Von Matthias Bosenick (26.03.2026)
Die Relevanz Steve Albinis für den Noiserock ist unabschätzbar, und selbst über dieses schmale Genre hinaus hinterließ der dereinst ebenso schmale Musiker und Produzent tiefe Spuren. Einige erblicken erst posthum – er verstarb 2024 – das offizielle Licht der Welt, zwei aus anderen Genres als dem Noiserock dieser Tage parallel: Interims-Drummer Martin Atkins bringt die „Black Cassette“ der Post-Punks Killing Joke mit einigen Live-Aufnahmen auf der B-Seite als „Extremities: The Albini Demos And Live Beginnings ‘88“ auf Vinyl heraus, die Post-Hardcorer Fugazi reichen ihr späteres Album „In On The Kill Taker“ rein digital als „Albini Sessions (Benefit For Letters Charity)“ nach. Beide Aufnahmen entstanden in Chicago bei Albini.
Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Wir haben Ingrid Laubrock, was habt ihr? Oder, warum das Saxofon eines der größten Missverständnisse der Musikgeschichte ist.
Von Onkel Rosebud
Gibt es gute Saxofon-Witze? Meine Freundin hat nur den auf Lager: Was haben der Blinddarm und ein Saxofonist gemeinsam? Sie können beide große Schmerzen verursachen. Man vermisst sie nicht, wenn man sie los ist. Und bei beiden kann niemand sagen, wozu sie eigentlich gut sind.
WeiterlesenLes Longs Adieux – Arousal – Les Longs Adieux 2026
Von Matthias Bosenick (25.03.2026)
Da schlagen die Herzen der Achtziger-Wave-Fans höher: Für ihr neues Album „Arousal“ bedienen sich Les Longs Adieux aus Rom bei den Charakteristika jener Zeit und jenes Genres, um sie zu neuen Songs zusammenzusetzen, die mit Dunkelheit, Schwermut und dennoch umfangender Hymnenhaftigkeit zu einer Zeitreise einladen. Mit dem Gesang versetzt das Duo seine Musik zudem in einen anderen Arm der Achtziger: Hier dringt der Italo-Pop deutlich durch und reichert das Bild an.
Georgeanne Kalweit – Tiny Space – NOS Records 2026
Von Matthias Bosenick (25.03.2026)
Das Album zur gleich betitelten Single: Mit „Tiny Pace“ erhebt sich Georgeanne Kalweit wie Phoenix aus der Asche, denn es handelt sich um ein Trennungsalbum, das zudem seine Ursprünge in der Isolation der Pandemiezeit hat, aus der sie nun heraustritt. Zu hören gibt es von der in Mailand lebenden US-Amerikanerin eine gottlob schwer zu klassifizierende Musik, die auf elektronischer Basis mit klassischen Instrumenten eine Art melancholischen Indie-Pop mit ausdrucksstarkem Nico-Gesang beinhaltet. So gut, wie sich das liest, klingt es auch.
Dirk Serries – Live Oude Klooster Chapel 2025 – Dirk Serries 2026
Von Matthias Bosenick (24.03.2026)‘
Dieses Album markiert einen besonderen biografischen Punkt im Leben des vielsaitigen Gitarristen Dirk Serries: „Live Oude Klooster Chapel 2025“ war am 16. Oktober das letzte Konzert des Antwerpeners, bevor er ins Nachbarland Frankreich umsiedelte. Ausgestattet mit seiner E-Gitarre und Effektgeräten, machte er sich den ihm bereits mehrfach vertrauten Hallraum der Klosterkapelle in Brecht zunutze und ließ die Töne eine Stunde lang frei schweben. Man darf gespannt sein: Wie setzt er seinen künstlerischen Weg in der meeresfernen Fremde fort?
Waterboarding School – Steer Clear – Blackvalley Records 2026
Von Matthias Bosenick (24.03.2026)
So’n Bisschen gute Laune darf dieser trüben Tage auch mal wieder sein, und Waterboarding School aus Göteborg machen Gute-Laune-Musik, und zwar mit den Mitteln des fuzzy Garage Rock. „Steer Clear“ heißt die neue EP, und mal abgesehen davon, dass sie einen Bewegungszwang auslöst, versprüht sie eine charmante Heiterkeit. Mit zweistimmigem Gesang, Orgel und Twang obendrauf.










