Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Techno in der Zone

Von Onkel Rosebud

Kurze, klare Antwort: Gab‘ es nicht. Euer Onkel Rosebud. Aber halt, in der DDR gab es eine mittelmäßig interessante und in sich geschlossene Elektromusik-Szene, die mit Techno allerdings nichts zu tun hatte. Die Protagonisten hießen Hans-Hasso Stamer, Reinhard Lakomy, Rainer Oleak, Jürgen Ecke, Wolfgang Paulke, Jörn Kanitz, Julius Krebs sowie Pond (nicht die Psychedelic-Rock-Band aus Australien, dafür die mit dem veritablen Hit „Planetenwind“ von 1982) und fanden beim staatlichen Label Amiga in begrenzten Möglichkeiten Verbreitung. Zumeist waren das Hochschulabsolventen, die inspiriert durch Jean-Michel Jarre oder Tangerine Dream, anfingen Synthesizer zu malträtieren, um nicht zu sagen, ähnlich klingen zu wollen.

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The Notwist – Magnificent Fall – Alien Transistor 2025

Von Matthias Bosenick (29.12.2025)

Nur wenige Wochen vor ihrem neuen Studioalbum „News From Planet Zombie“ kompilieren die wandlungsfähigen Weilheimer The Notwist einige seit 2002 erschienene B-Seiten, Remixe und Raritäten auf der dreiseitig bespielten chilligen Doppel-LP „Magnificent Fall“. IDM, Ambient, Shoegaze, Neoklassik, Hip Hop, Jazz: Sag es, es ist drauf, bis auf den alten Kumpel Hardcore, und immer eins besser als bei anderen. Vollständig natürlich auch nicht, aber es erfreut die Sammelnden.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Lutz Schramm – der John Peel des Ostens

Von Onkel Rosebud

Gleich vorab entschuldige ich mich für diese Überschrift. Was als Lob gemeint ist, Herr Schramm wäre damit nicht einverstanden. Weil John Peel eine Legende ist, an die er aus geopolitischen Gründen nicht heranreichen konnte, und weil in der Bezeichnung, „Irgendwas des Ostens“ gewesen zu sein, vielleicht auch eine Form der Verzwergung mitschwingt. Doch (denn das beste deutsche Wort ist für den Radio-DJ bestens genug), Lutz Schramm war der John Peel des Ostens, und ein größeres Kompliment fällt mir für den Menschen nicht ein, der uns auf den richtigen musikalischen Weg gebracht hat.

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The Arms Of Someone New – Susan Sleepwalking (2025 Remaster)/Susan Dreaming – Projekt Records 2025

Von Matthias Bosenick (18.11.2025)

Man wird alt wie ‘ne Kuh und lernt immer wieder Altes neu kennen: Das Duo The Arms Of Someone New beispielsweise, dessen Quasi-Debüt-Album „Susan Sleepwalking“ ein Remaster und als „Susan Dreaming“ eine Neubearbeitung erfährt – und das nach satten 40 Jahren. Im Sound orientierten sich die beiden Bandmitglieder Mel Eberle und Steve Jones aus Illinois recht offenkundig an den Young Marble Giants, die diese karge Mischung aus minimalistischen Synthies und verhuschten Gitarren bereits fünf Jahre zuvor etabliert hatten. Umso sehr unterscheidet sich die Neubearbeitung davon – die ist in Drones, Soundscapes und Improvisationen gehalten. Eine tolle Entdeckung!

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Cowboy Junkies – More Acoustic Junk – Cooking Vinyl 2025

Von Matthias Bosenick (14.11.2025)

Ursprünglich im April für den Record Store Day auf gelbem Vinyl veröffentlicht, kommt die Compilation „More Acoustic Junk“ von den ansonsten folkloristisch indierockenden Cowboy Junkies jetzt auch auf CD und im Stream heraus. Das Wörtchen „More“ sagt es: Dies ist die Fortsetzung von „Acoustic Junk“, oder besser: eine Umarbeitung dieses Albums aus dem Jahr 2009, denn fünf der Songs von damals sind hier in neuer Bearbeitung wieder enthalten, dazu fünf neue. Man bekommt, was draufsteht: Die Timmins-Geschwister aus Kanada so fragil, wie sie sich 1988 mit ihrer „Sweet Jane“-Coverversion im Weltgeschehen etablierten, also ohne den rüden Lärm, zu dem sie ebenfalls in der Lage sind. Wunderschön!

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More Pearls Before Swine: 25 Years Sireena Records – Sireena Records 2025

Von Matthias Bosenick (15.10.2025)

Seinen 25. Geburtstag darf man gern mit goldenen CDs feiern! Mit einer Doppel-CD voller Lieder aus dem eigenen Programm – 31 Stück, also mehr als Jahre – begeht das inzwischen im Kreis Harburg ansässige Label von Bernd Paulat und Tom Redecker sein Jubiläum. Auch Checker werden hier Entdecker: Das zeichnet Sireena ja seit jeher aus, dass die Verantwortlichen noch unterhalb bekannter Schatztruhen weitere Schätze entdecken, von Bands aus der Bundesrepublik und der ganzen Welt, von denen man noch nie zuvor gehört hat, was sich mit dieser Sammlung ändern lässt, sowie von vertrauten Helden. Prog, Indie, Kraut, Wave, Country, NDW, Blues, Experiment – hier ist alles drin.

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Wishes On A Plane – Lost Songs – Old Kids Records/Rufen Publishings/New Knee Records/Time As A Color 2025

Von Matthias Bosenick (08.10.2025)

Im Emo-Schubfach verortete sich das Münchener Quartett Wishes On A Plane, doch führt dieses Etikett etwas an dem vorbei, was es auf „Lost Songs“ zu hören gibt, einer Sammlung von Raritäten und Unveröffentlichtem, die die Band nun quasi posthum nachreicht. Melancholischer Post-Hardcore, könnte man sagen, keineswegs so jammerig, wie man sich langläufig den Emo vorstellt. Eher Indierock, dazu Akustik-Demos, auf jeden Fall kein Gitarren-Trübsal aus der Kinderperspektive mit verlaufenem Kajal.

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Light Of Eternity – Collateral EP – Cadiz Music 2025

Von Matthias Bosenick (14.08.2025)

Hand hoch, wer noch alles Killing Joke vermisst! Die Zukunft der Band ist nach dem Tod von Gitarrist Kevin „Geordie“ Walker 2023 ungewiss. Das letzte Studioalbum „Pylon“ ist bereits zehn Jahre alt, die letzte 12“ „Lord Of Chaos EP“ erschien 2022, der letzte Song „Full Spectrum Dominance“ 2023 und lediglich digital, eigentlich als erhoffter Ausblick auf ein neues Album. Doch seit Geordies Tod ist Schweigen im Walde. Vorsichtshalber sammelte Schlagzeuger „Big“ Paul Ferguson zwei Weggefährten aus anderen Projekten um sich, formierte mit ihnen Light Of Eternity, nahm zwei EPs auf und stellte überraschend fest, dass sich dieser Seitenarm zur festen Band auswuchs. Mit der „Collateral EP“ gibt’s die acht Songs der beiden EPs nun als Album – die Nähe zu Killing Joke, den Post-Punk- und Industrial-Mitgestaltern, ist offensichtlich.

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Wildblumenblues Vol. 3 – Head Perfume Records 2025

Von Matthias Bosenick (05.08.2025)

Es ist schon neun Jahre her, dass der Labelbetreiber, Verleger, Poet und sonstige Allrounder René Seim aus Dresden unter seinem Alias DJ Cramér den zweiten Teil seiner Sampler-Reihe „Wildblumenblues“ in die Menge warf, damals nur zwei Jahre nach dem ersten. Jetzt endlich ist Vol. 3 zu haben, mit 16 Bands aus aller Welt, die sich in retroseliger Manier und mit ganz viel Surf-Twang dem Garagen-Punk’n’Roll widmen. Wichtiges Kaufargument zusätzlich dazu, dass diese Sammlung einen mächtigen Partyfaktor in sich trägt: Sofern die Beiträge nicht mindestens rar sind, sind sie sogar exklusiv.

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Scriptura – Deep Stoned – Chabane’s Records/Bitume Prods 2008/2025

Von Matthias Bosenick (28.07.2025)

Da buddelt das Label Bitume Prods einen sehr rauhen Brocken Schwermetalls aus: „Deep Stoned“ vom französischen Quartett Scriptura erschien bereits 2008, kommt jetzt aber mit einem Haufen Cover-Songs als Bonus neu heraus. Mehr gibt es von der Band aus Peyrelevade mitten im Nirgendwo gar nicht, das dürfte dann das Gesamtpaket sein. Dabei handelt es sich um eine doppelte Zeitreise: Zu einen sind die Aufnahmen alt, zum anderen beziehen die sich auf einen Thrash Metal, der zu der Zeit auch schon so seine 20, 30 Jahre auf dem Buckel hatte. In jeder Hinsicht nix Neues also, aber knackig gespielt.

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