Inside Machine: A Tribute To Gruntruck – Bitume Prods 2026

Von Matthias Bosenick (15.04.2026)

Wer sind all diese? Satte 18 unbekannte Bands finden sich zusammen, um auf der Compilation „Inside Machine“ der neunzehnten unbekannten Band Gruntruck Tribut zu zollen. Die war Anfang der Neunziger Teil der Grunge-Szene in Seattle und veröffentlichte bei dem Metal-Label Roadrunner zwei Alben, bevor es zum Split und zur obligatorischen Reanimierung kam. Da kann man Bitume Records nur für diese nötige Horizonterweiterung danken, die zudem auch noch weitere musikalische Perlen zwischen Metal und Synthiepop enthält. Und Grunge, na klar!

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Steve Albini Spezial: Killing Joke und Fugazi – Albini-Demos – 2026

Von Matthias Bosenick (26.03.2026)

Die Relevanz Steve Albinis für den Noiserock ist unabschätzbar, und selbst über dieses schmale Genre hinaus hinterließ der dereinst ebenso schmale Musiker und Produzent tiefe Spuren. Einige erblicken erst posthum – er verstarb 2024 – das offizielle Licht der Welt, zwei aus anderen Genres als dem Noiserock dieser Tage parallel: Interims-Drummer Martin Atkins bringt die „Black Cassette“ der Post-Punks Killing Joke mit einigen Live-Aufnahmen auf der B-Seite als „Extremities: The Albini Demos And Live Beginnings ‘88“ auf Vinyl heraus, die Post-Hardcorer Fugazi reichen ihr späteres Album „In On The Kill Taker“ rein digital als „Albini Sessions (Benefit For Letters Charity)“ nach. Beide Aufnahmen entstanden in Chicago bei Albini.

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CBGB: A New York City Soundtrack 1975-1986 – Cherry Red 2026

Von Matthias Bosenick (11.03.2026)

Hier ist alles drin, außer Country, Blue Grass, Blues oder Unfug, und auch fast alle Bands und Musizierenden, an die man beim Schlagwort CBGB sofort denkt: Patti Smith, Ramones, Blondie, Television, Talking Heads, Suicide, James Chance, Richard Hell & The Voidoids, dazu viele, mit denen man vielleicht nicht rechnete, wie Ritual Tension, Minor Threat, The Lounge Lizards, Bad Brains, The Cramps, Beastie Boys, Sonic Youth, Mink DeVille, und stapelweise Musik, die man vermutlich noch nie gehört hat – und das von unterschiedlicher Anmutung, aber mit enormem historischen Wert und irgendwo zwischen Punkrock, Psychedelic, Hardcore, Garage, No Wave, Pop, Noiserock, Vaudeville, Rock’n’Roll, Experiment und, naja: Blues eben auch. 101 Songs auf vier CDs, einige nie zuvor auf CD erhältlich, einige gänzlich unveröffentlicht. Eine Fund-, eine Goldgrube.

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Sula Bassana – Time Travel: Rare & Obscure Tracks From The Decades – Sulatron Records 2026

Von Matthias Bosenick (25.02.2026)

Um diese zehn instrumentalen Stücke wär’s echt schade gewesen: Dave Schmidt plündert die Archive seines seit rund 30 Jahren aktiven Space-Stoner-Rock-Projektes Sula Bassana und fügt die gefundenen Perlen als „Time Travel“ zusammen. Nicht alles ist zuvor unveröffentlicht, Schmidt nimmt auch Raritäten von vergriffenen Compilations in die Sammlung auf. Die die Vielseitigkeit des Genres allgemein und von Sula Bassana speziell unterstreicht: Auch Electro findet Einlass in den Sula-Bassana-Kosmos.

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Fatal Strategies II – Antibody Label 2026

Von Matthias Bosenick (04.02.2026)

Hand hoch, wer von mehr als einem der 14 beteiligten Projekte schon mal gehört hat: Zum zweiten Mal kompiliert das belgische Antibody Label industrialbasierte Tracks vor dem Hintergrund der Ideen des Philosophen Jean Baudrillard. „Fatal Strategies II“ beruft sich dabei auf dessen Wort, etwas nicht mit der besseren Version seiner selbst zu begegnen, sondern mit der gesteigerten Version des Gegenteils davon. Entsprechend experimentell fällt diese Sammlung aus, grundsätzlich elektronisch, zumeist dem Industrial nahe, stets dunkel und Grenzen sprengend.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Techno in der Zone

Von Onkel Rosebud

Kurze, klare Antwort: Gab‘ es nicht. Euer Onkel Rosebud. Aber halt, in der DDR gab es eine mittelmäßig interessante und in sich geschlossene Elektromusik-Szene, die mit Techno allerdings nichts zu tun hatte. Die Protagonisten hießen Hans-Hasso Stamer, Reinhard Lakomy, Rainer Oleak, Jürgen Ecke, Wolfgang Paulke, Jörn Kanitz, Julius Krebs sowie Pond (nicht die Psychedelic-Rock-Band aus Australien, dafür die mit dem veritablen Hit „Planetenwind“ von 1982) und fanden beim staatlichen Label Amiga in begrenzten Möglichkeiten Verbreitung. Zumeist waren das Hochschulabsolventen, die inspiriert durch Jean-Michel Jarre oder Tangerine Dream, anfingen Synthesizer zu malträtieren, um nicht zu sagen, ähnlich klingen zu wollen.

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The Notwist – Magnificent Fall – Alien Transistor 2025

Von Matthias Bosenick (29.12.2025)

Nur wenige Wochen vor ihrem neuen Studioalbum „News From Planet Zombie“ kompilieren die wandlungsfähigen Weilheimer The Notwist einige seit 2002 erschienene B-Seiten, Remixe und Raritäten auf der dreiseitig bespielten chilligen Doppel-LP „Magnificent Fall“. IDM, Ambient, Shoegaze, Neoklassik, Hip Hop, Jazz: Sag es, es ist drauf, bis auf den alten Kumpel Hardcore, und immer eins besser als bei anderen. Vollständig natürlich auch nicht, aber es erfreut die Sammelnden.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Lutz Schramm – der John Peel des Ostens

Von Onkel Rosebud

Gleich vorab entschuldige ich mich für diese Überschrift. Was als Lob gemeint ist, Herr Schramm wäre damit nicht einverstanden. Weil John Peel eine Legende ist, an die er aus geopolitischen Gründen nicht heranreichen konnte, und weil in der Bezeichnung, „Irgendwas des Ostens“ gewesen zu sein, vielleicht auch eine Form der Verzwergung mitschwingt. Doch (denn das beste deutsche Wort ist für den Radio-DJ bestens genug), Lutz Schramm war der John Peel des Ostens, und ein größeres Kompliment fällt mir für den Menschen nicht ein, der uns auf den richtigen musikalischen Weg gebracht hat.

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The Arms Of Someone New – Susan Sleepwalking (2025 Remaster)/Susan Dreaming – Projekt Records 2025

Von Matthias Bosenick (18.11.2025)

Man wird alt wie ‘ne Kuh und lernt immer wieder Altes neu kennen: Das Duo The Arms Of Someone New beispielsweise, dessen Quasi-Debüt-Album „Susan Sleepwalking“ ein Remaster und als „Susan Dreaming“ eine Neubearbeitung erfährt – und das nach satten 40 Jahren. Im Sound orientierten sich die beiden Bandmitglieder Mel Eberle und Steve Jones aus Illinois recht offenkundig an den Young Marble Giants, die diese karge Mischung aus minimalistischen Synthies und verhuschten Gitarren bereits fünf Jahre zuvor etabliert hatten. Umso sehr unterscheidet sich die Neubearbeitung davon – die ist in Drones, Soundscapes und Improvisationen gehalten. Eine tolle Entdeckung!

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Cowboy Junkies – More Acoustic Junk – Cooking Vinyl 2025

Von Matthias Bosenick (14.11.2025)

Ursprünglich im April für den Record Store Day auf gelbem Vinyl veröffentlicht, kommt die Compilation „More Acoustic Junk“ von den ansonsten folkloristisch indierockenden Cowboy Junkies jetzt auch auf CD und im Stream heraus. Das Wörtchen „More“ sagt es: Dies ist die Fortsetzung von „Acoustic Junk“, oder besser: eine Umarbeitung dieses Albums aus dem Jahr 2009, denn fünf der Songs von damals sind hier in neuer Bearbeitung wieder enthalten, dazu fünf neue. Man bekommt, was draufsteht: Die Timmins-Geschwister aus Kanada so fragil, wie sie sich 1988 mit ihrer „Sweet Jane“-Coverversion im Weltgeschehen etablierten, also ohne den rüden Lärm, zu dem sie ebenfalls in der Lage sind. Wunderschön!

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