Spezial: Jörg A. Schneider – Vier Veröffentlichungen – Schneider Collaborations 2025

Von Matthias Bosenick (07.10.2025)

Vier neue Kollaborationen gibt es aktuell vom wandlungsfähigen Schlagzeuger Jörg A. Schneider: Free Jazz mit Tatsu Aoki, epische Drones mit Hansi Dreßler, freien Noiserock mit Dirk Serries sowie Trompeten-Ambient mit Drazek Fuscaldo. Wie immer gilt: Gerade Rhythmen darf man hier nicht erwarten, die Musik entwickelt ihre Schönheit in der Unangepasstheit.

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Cobol Pongide – Kosmodrom – Dischi Durevoli Records/Goodfellas 2025

Von Matthias Bosenick (06.10.2025)

Vermutlich muss Emiglino Cicala aus Rom seinen alten Instrumentenfuhrpark nicht mal entstauben, um solche Retromusik machen zu können, wie er es als Cobol Pongide auf „Kosmodrom“ unternimmt – schließlich ist dies bereits sein offiziell viertes Album unter diesem Namen. Satte 17 Songs zwischen Retrofuturismus, Italo-Pop und SciFi-Absurdität mit einer Menge Pop-Appeal gibt’s hier, und es klingt deutlich ernsthafter, als es die Konstellation vermuten lässt.

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Hardy Crueger – Ein Nachruf

Von Guido Dörheide (02.10.2025)

„Hardy ist gestorben.“ Die Nachricht kam am 27. September von meinem besten Freund, dem Herausgeber hier. Ich wollte nie den Namen eines Freundes und das Wort „Nachruf“ in einer Überschrift Seite an Seite lesen, aber nun geht es nicht anders. Ich habe Hardy 2020 kennengelernt und erst seit 2022 waren wir befreundet, ich kenne ihn also nicht so lange wie beispielsweise Matthias oder Marc ihn kannten, und logischerweise war meine Freundschaft zu ihm nicht so tief wie bei Marc oder Matthias. In der kurzen Zeit habe ich aber erlebt, dass Hardy ein so besonderer Mensch gewesen ist, dass es mir nun so vorkommt, als wäre ich schon Jahrzehnte mit ihm befreundet gewesen. Und anstatt einfach nur zu heulen, weil es das ist, wonach mir zumute ist, was aber nichts bringt, Hardy nicht, mir nicht, und allen die ihn gekannt und gemocht und geliebt haben, ebenfalls nicht, möchte ich hier einige Anekdoten und Gedanken aufschreiben, die eventuell helfen, Hardys Besonderssein zu ermessen:

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The Frenz Experiment – Anxious/Composed – Glorious Records 2025

Von Matthias Bosenick (02.10.2025)

The Frenz Experiment ist das angenommene Ein-Personen-Projekt von Frank Trimager Andersen aus Århus, der auf seinem Debüt „Anxious/Composed“ komplett im Downbeat gehaltene und reichlich abgedunkelte hypnotische Instrumentaltracks zusammenträgt. Und wie es sich für Musik gehört, die im Projektnamen einen Bezug zu The Fall herstellt: repetition, repetition, repetition. Anklänge an Wave und Gothic spielen hier ebenso mit hinein wie psychedelische Elemente.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Steve Buscemis Krönung: Boardwalk Empire

Von Onkel Rosebud

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als meine Freundin den Film „Fargo“ zum ersten Mal gesehen hat. Sie war total entsetzt, als der von Steve Buscemi gespielte Charakter Carl Showalter in einem Gartenschredder landete. Lautstark beklagte sie, dass man das diesem markanten Schauspieler nicht antun könne, weil er karrieremäßig stets auf diese Szene festgelegt sein wird. Nun, es kam anders. Steve Buscemi wurde zum Meister der Darstellung von Außenseitern, wie in „Reservoir Dogs“ oder „The Big Lebowski“ oder, oder, oder. Dabei spielte er meist Nebenrollen, bis Martin Scorsese ihn 2010 für „Boardwalk Empire“ als Zentralfigur besetzte.

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Sprints – All That Is Over – City Slang 2025

Von Guido Dörheide (01.10.2025)

Irische Musik ist scheiße. U2, Chris de Burgh, Dexys Midnight Runners, The Kelly Family, Céline Dion – alles Scheiße. Alles? Nein – es gibt in den letzten Jahren immer noch Hoffnung, zum Beispiel in Gestalt von Fontaines D.C. oder von Sprints. Von den Sprints? Wurscht, eine Band, die so eine Energie transportiert, braucht keinen Artikel. Außer vielleicht diesen hier. Einen von vielen vielen positiven journalistischen Äußerungen über diese tolle Band, derer es nicht genug geben darf. Die Rede ist von Artikeln, nicht von Bands. Davon gibt es schon viel zu viele, und unsere Rede ist hier von den Sprints und von niemandem anders. Also nun mal Pommes bei die Fische:

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Der Weg einer Freiheit – Innern – Season Of Mist 2025

Von Matthias Bosenick (01.10.2025)

Was tun, wenn man den Post Black Metal so weit voranbewegt, dass man damit nicht nur in der Szene Pflöcke setzt und die Erwartungen an den Album-Nachfolger in die Höhe treibt? Mit „Innern“ machen Der Weg einer Freiheit beides: einfach so weiter und in essentiellen Aspekten genau dies nicht. Heißt: Das brutale Gebrüll mit Doublebass und Gitarrenflächen bleibt, das Trippige der Hitsingle „Immortal“ verschwindet – aber nicht ersatzlos, denn zum Ende des Albums blicken die Würzburger in Richtung Black Gaze.

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Fly Cat Fly – Sketches From The Past – Fly Cat Fly 2025

Von Matthias Bosenick (30.09.2025)

„Sketches From The Past“ ist quasi die Leberwurst-Rumkugel der Musiker-Innung: Fly Cat Fly fegten Studio-Reste aus den zurückliegenden 13 Jahren zusammen und formten ein schmackhaftes Album daraus. Hört man sich die elf Songs an, wird klar: Dafür würden andere Bands Straftaten begehen – und hier sind es lediglich Reste. Eine melancholisch-emotionale Reise vom Anfang (zu dritt mit Schlagzeuger) bis heute (mit Drum-Loops als Duo) durch die bis dato unerzählte Indierock-Historie der beiden Braunschweiger, die mitnichten den Anschein einer Compilation erweckt.

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Yodok III – Nidarsdomen: Live At Olavsfest 2023 – Consouling Sounds 2025

Von Matthias Bosenick (30.09.2025)

Mit Blechblasinstrumenten, E-Gitarre und Schlagzeug Avantgarde machen? Das kann Yodok III, das Schwedisch-Norwegisch-Belgische Experimental-Trio, bestehend aus Dirk Serries, Tomas Järmyr und Kristoffer Lo. Vor zwei Jahren bespielten sie die Trondheimer Kathedrale Nidarsdomen und nutzten den Ort gleich mal dafür, eine Organistin zu Wort kommen zu lassen. Der einstündige Mitschnitt reicht vom Ätherischen bis zum Pandämonium und beeindruckt schon akustisch so sehr, wie es der Optik des Domes entspricht.

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The Ultimate Dreamers – Envoler/Wegvliegen EP – Spleen+ (Alfa Matrix)/Komakino Records 2025

Von Matthias Bosenick (26.09.2025)

Weil sich der Song „Envoler“ vom dritten Album „Paradoxical Sleep“ der Brüsseler New-Wave-Band The Ultimate Dreamers bei Konzerten als einer von vielen Höhepunkten herausstellte, bringt ihn das Quartett in drei neuen Versionen heraus, und zwar auf Französisch, auf Niederländisch – dann als „Wegvliegen“ – sowie jenen als Remix. Diesen Retrosound dürfen die vier mit Berechtigung haben: Auch wenn sie erst seit knapp fünf Jahren mit Veröffentlichungen glänzen, gab es sie in den Achtzigern bereits kurzzeitig.

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