Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Pernilla und der zu Tode gekochte Frosch

Von Onkel Rosebud

Ein Mythos ist, dass wenn man einen Frosch in kochendes Wasser wirft, springt er sofort heraus. Setzt man ihn hingegen in einen Topf mit kaltem Wasser, das man langsam zum Kochen bringt, versucht er nicht, zu flüchten, weil er die Temperaturveränderung kaum spürt. Bis es zu spät und der Frosch totgekocht ist. Gerne wird der „dumme Frosch“ als Beispiel für die Trägheit menschlicher Gesellschaften verwendet, die schleichende Veränderungen – auch zum Negativen – durchmachen, ohne es zu bemerken.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Barbara Salesch, leider geil: Chabos

Von Onkel Rosebud

Das Lieblingsgenre meiner Freundin ist Coming of Age. Ich vermute, dass das Lebensgefühl als Sechzehnjährige für sie unwiederbringlich ist. Deshalb versanken wir vier Stunden in die Polstergarnitur, um mit der ZDF-Serie „Chabos“ und Teenagern aus Duisburg blendend unterhalten zu werden. Das Comedy-Drama führt nach einem BBC-Vorbild („Ladhood“, 2019-2022) als Zeitreise in die frühen Nullerjahre, wo die politische Korrektheit, einen Freund Alba zu nennen, weil man dachte, er sei Albaner, oder der homophober Kumpel PD heißt, weil er „Polendeutscher“ ist, noch nicht hinterfragt wurde.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Alphamännchen: Hypochonder mit Hodenkrebs

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin hat mich genötigt, diesen Text über die Serie „Alphamännchen“ zu schreiben. Eigentlich hatte ich das nicht vor, weil der Verriss über eine deutsche Komödie, die sich mit dem Thema toxische Männlichkeit und Geschlechtergerechtigkeit auseinandersetzt, überflüssig ist. Doch wegen des Schauspielers Moritz Führmann, der einen zweifacher Vater, der in der Kluft zwischen Familienalltag und libidinösen Dauerbegeisterung seiner Frau Silke (auch toll Franziska Machens) nicht klarkommt, darbietet, mache ich eine Ausnahme.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Mankeeping

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin und ich sind auch ein bisschen wie Homer und Marge Simpson, denn was er ohne sie wäre, vermag man sich gar nicht vorzustellen. Allerdings würde ich nicht wie Homer in einer Episode offen zugeben, dass er Marge nichts zu bieten hätte, außer seiner totalen Abhängigkeit. Für Marge ist das Gefühl, gebraucht zu werden, Grund genug, mit ihm zusammenzubleiben.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Tierhorror – „Bloody Milk“ vs. „Orca, der Killerwal“

Von Onkel Rosebud

Warum hat man mehr Mitleid, wenn im Film ein Tier stirbt, als ein Mensch? Meine Freundin meint, das sei Unsinn, ich würde mir das nur einreden. Auch das Wort Misanthropiefiel. Dann schauten wir „Bloody Milk“ und heulten zusammen bei der Abschluss-Szene Rotz und Wasser.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Über die inflationäre Verwendung des Begriffes „Nazi“

Von Onkel Rosebud

Neulich luden meine Freundin und ich zum Dinner und der Besuch verstieß gegen Regel-Nummer-Eins: Tisch und Küche wird von dem gesäubert, dem sie gehört. Als sich die Freundin eines Freundes daran machte, die Spülmaschine einzuräumen, bemerkte sie, wie fein geordnet die Essgeräte einsortiert waren. Daraufhin erklärte meine Freundin ihr etwas neurotisches Verständnis von Ordnung im Spüli-Besteckfach und erntete die Bezeichnung „Spülmaschinen-Nazi“. Anfangs lachte ich mit, aber es war eher die Sorte, die im Halse stecken bleibt, weil es meiner Freundin sichtlich nahe ging. Sie schaute wie ein Hamster in Panik. Ich fragte mich, ist irgendwas mit „Nazi“ genannt zu werden eine Beleidigung?

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Can’t Take My Eyes Off You

Von Onkel Rosebud

Ich habe noch nicht rausgefunden, warum meine Freundin gern Hitster spielt. Das ist ein Party-Kartenspiel, bei dem es darum geht, angehörte Musiktitel in eine richtige chronologische Reihenfolge zu bringen. Zusatzpunkte gibt es, wenn man weiß, wie der Titel heißt und von wem er stammt. Dieses Ratespiel ist wie für mich gemacht. Nicht nur deshalb, weil man nichts kneten, malen oder sonst wie künstlerisch improvisieren muss. Mich kann man nachts mit dem Geräusch der zugeschlagenen Autotür wecken, „Kraftwerk, Autobahn, 1974“ würde ich sagen und mich ächzend umdrehen. Da ich immer dabei bin, wenn sie Hitster spielt, hatte sie leider noch kein Erfolgserlebnis.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Beastie Boys – Ewigkeit oder Bedeutungslosigkeit

Von Onkel Rosebud

Unter den vielen Dingen, die für meine Freundin das Leben verändern können, sind Basslinien sicher nicht die häufigsten, aber wenn sie den Lauf der Dinge mal bestimmen, hat das doch eine ganz eigene Schönheit. Beispiel gefällig? „Sabotage“ von den Beastie Boys. Das mächtig losprustende Bass-Riff dauert nur drei Minuten, die sich wie eineinhalb anfühlen, auch weil der Song ziemlich genau in der Mitte kurz endet. Und, wenn dann der Euphorieschub durch Adam Yauchs hysterischen Pogo-Befehl einsetzt… ach, herrlich, und seit über 30 Jahren enorm wohltuend.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: David Bowie – Das Genie popkultureller Aneignung

Von OnkelRosebud

„Ich weiß nicht, ob ich einen Text mit dieser Überschrift lesen würde“, meinte meine Freundin und fügte an, „mit Verlaub, Du bist nicht Greil Marcus. Außerdem ist Bowie tot. Starb übrigens im gleichen Jahr, als die Printausgabe deiner Lieblingszeitschrift eingestellt wurde. Think about it.“ Da stand ich sofort unter Rechtfertigungsdruck: „Spex hat zwei Jahre länger durchgehalten als der wandelbarste und wahrscheinlich einflussreichste Musiker der Rock- und Popgeschichte. Und wir bei KrautNick bohren auch die wirklich dicken Bretter.“ „Aber es nützt doch niemand, zu wissen, wo er sich überall bedient hat. Das Ergebnis zählt. Und das sind einige wirklich tolle Songs und Alben“, erwiderte sie und ergänzte, dass diese ganze Aneignungssache in der Popkultur stets und ständig passiert und deshalb uninteressant sei.

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