Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Bonusfolge: Wir sagen ja zum roten Elvis: Dean Reed

Von Onkel Rosebud

Dean Reed wurde 1938 in Denver, Colorado, USA geboren und starb unter bis heute ungeklärten Umständen im Juni 1986 in Zeuthen, Kreis Königs Wusterhausen, DDR. Na, liebe Lesefröschlein, neugierig gemacht? Es grenzt an ein Wunder, dass sein Leben noch nicht von Netflix verwurstet wurde. Denn das würde alles in puncto Geschichte, Spannung, Dramatik, Spionage und Romantik bieten, meine Freundin für sechs Teile in die Sitzschnecke zu drücken. Die Serie würde „Aufstieg und Niedergang des Roten Elvis“ heißen und das Drehbuch schriebe sich quasi von selbst:

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Heavy Mörtel Mischmaschine

Von Onkel Rosebud

Die vorläufig letzte Folge meiner Kolumnen-Serie zur Aufarbeitung der musikalischen DDR-Vergangenheit meiner Freundin ist dem Heavy Metal gewidmet. Das bin ich den Herren KrautNick schuldig, denn ich vermute, dass sie die ein oder andere Platte von Bands mit Namen wie Macbeth, Argus, Moshquito, Asathor, Hardholz, Knorkator, MCB, M.A.D., Blitzz oder schlicht Metall – oder mindestens „Live im Stahlwerk“ von Formel 1 in den Regalen stehen haben. Und wenn nicht, dann von deren Vorbildern Motörhead, Judas Priest und Iron Maiden, die alle erstgenannten versucht haben, so gut wie das eigene Talent es möglich machte, nachzuahmen.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Geständnisse eines SPUs

Von Onkel Rosebud

Auflegen durfte offiziell nicht jeder. Um in der DDR als DJ arbeiten zu dürfen, benötigte man eine sogenannte „Staatliche Spielerlaubnis für Schallplattenunterhalter“, die umgangssprachlich „Pappe“ genannt wurde. „Schallplattenunterhalter“ (oder kurz SPU) war der Ersatz für den Begriff „Diskjockey“. Denn um sich vom Westen abzuheben, legte die DDR statt Anglizismen auf eigene Wortkreationen Wert. Angehende SPUs mussten Lehrgänge wie Musikgeschichte, Stilrichtungen und Sprecherziehung durchlaufen, um überhaupt zur Eignungsprüfung zugelassen zu werden, die vor einer Kommission der Konzert- und Gastspieldirektion (KGD) des jeweiligen Bezirks abzulegen war.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Skurril, aber schön – Lieder, die auf einer Ostrock-Party nicht fehlen dürfen

Von Onkel Rosebud

Die 1,49 m große Sängerin Angelika Mann hat 1979 mit der Single „Kutte“ den Deutschrap erfunden. Das waren nicht die Vier Komischen Fünf vom Neckar. Geschrieben hat den Song – na klar – Reinhard Lakomy, der Protagonist der letzten Folge. Der Sozialismus-Versteher hat 1973 mit „Jede Blume blüht nur einmal auf“ hierzulande die deutsche Sprache als Poesie in die Rockmusik eingeführt. Vor uns Udo Lindenberg!

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Geschichten erzählen von Freude und Fleiß

Von Onkel Rosebud

Moosmutzel, Waldwuffel und Mimmelitt sowie Schlapps und Schlumbo, der Regentropfen Paule Platsch und viele, viele andere waren Figuren von Kinderhörspielen aus Liedern und Rollentexten erschaffen von Reinhard Lakomy und seiner Frau Monika Ehrhardt, einer Schriftstellerin, an die in dem Zusammenhang auch gern vordergründig erinnert werden darf.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Lausemann und ich, das ist ne feine Sache

Von Onkel Rosebud

Meine Lieblingsband aus der DDR ist die Arbeitsgemeinschaft Geige aus Karl-Marx-Stadt. Sie existierte von 1986 bis 1993. Da die Stadt 1990 wieder in den namensgebenden Fluss Chemnitz rückbenannt wurde, kommt die Band quasi aus einem Ort mit drei Bezeichnungen, wenn man sächsisches Manchester noch dazu zählt. Was ich mich in dem Zusammenhang schon immer gefragt habe, ist, was Leute in einem Fragebogen/Antrag/Visum etc. eintragen, in welcher Stadt sie geboren wurden, wenn diese nach ihrer Geburt umbenannt wurde. Schreiben die dann die Wahrheit, wie Karl-Marx-Stadt oder zum Beispiel auch Stadt des KdF-Wagens? Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften dazu an onkel@krautnick.de.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Techno in der Zone

Von Onkel Rosebud

Kurze, klare Antwort: Gab‘ es nicht. Euer Onkel Rosebud. Aber halt, in der DDR gab es eine mittelmäßig interessante und in sich geschlossene Elektromusik-Szene, die mit Techno allerdings nichts zu tun hatte. Die Protagonisten hießen Hans-Hasso Stamer, Reinhard Lakomy, Rainer Oleak, Jürgen Ecke, Wolfgang Paulke, Jörn Kanitz, Julius Krebs sowie Pond (nicht die Psychedelic-Rock-Band aus Australien, dafür die mit dem veritablen Hit „Planetenwind“ von 1982) und fanden beim staatlichen Label Amiga in begrenzten Möglichkeiten Verbreitung. Zumeist waren das Hochschulabsolventen, die inspiriert durch Jean-Michel Jarre oder Tangerine Dream, anfingen Synthesizer zu malträtieren, um nicht zu sagen, ähnlich klingen zu wollen.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Ich such‘ die DDR und keiner weiß, wo sie ist

Von Onkel Rosebud

Eine der schillerndsten Figuren der musikalischen Subkultur der DDR war quasi ein Wessi namens Aljoscha Rompe (* 1947). 1980 beantragte und erhielt er einen Schweizer Pass, da sein leiblicher Vater Schweizer und auch seine Mutter durch Heirat Schweizer Staatsbürgerin geworden war. Mit 14 hatte er zwar den Personalausweis der DDR bekommen und wurde als sogenannter Doppelstaatler bei den Behörden geführt. Er war aber nie offiziell DDR-Staatsbürger. Die Reisefreiheit nutzte Aljoscha später immer wieder, um Instrumente und Ausrüstung aus West-Berlin in die DDR einzuführen. Sein Stiefvater Robert Rompe war als hochrangiger Wissenschafts-Funktionär und angesehener Professor für Physik Mitglied im Zentralkomitee der SED. Auch Aljoscha war vor seiner Musikkarriere als Physiker tätig, verbüßte aber schon 1978 eine dreimonatige Haftstrafe wegen der Mitarbeit an einer oppositionellen Publikation, die ihm den Startschuss für eine lange Beziehung mit der Stasi einbrockte, wobei er selbst nie zum IM wurde.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Gegner Ich – flüstern & SCHREIEN

Von Onkel Rosebud

„Flüstern und Schreien“ heißt ein Dokumentarfilm über die Rockszene der DDR, der 1988 in die Kinos des Landes kam – und für erstauntes Aufsehen sorgte. Denn er war ein Prostestfilm. „Wir woll‘n immer artig sein, denn nur so hat man uns gerne. Jeder lebt sein Leben ganz allein – und abends fallen die Sterne“, schreit Aljoscha Rompe, der Protagonist der nächsten Folge hier auf KrautnNick, darin verdutzten FDGB-Urlaubern am Ostseestrand entgegen. (FDGB war der Dachverband der Gewerkschaften.)

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Love By Geyer – die coolste Musik der DDR

Von Onkel Rosebud

Die Berliner New-Romantic-Band „Die Vision“, die wegen Klang und Rhythmus englisch sang, ist meine Zweit-Lieblingsband aus dem Land, was es nicht mehr gibt. Weil am nahesten dran an Joy Division, obwohl ich den Ian-Curtis-Kosmos erst nach Songs wie „Love By Wire“ oder „After The Sunset“ kennengelernt habe.

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