Von Onkel Rosebud
Als meine Freundin und ich anfingen, die Serie „Top Of The Lake“ zu schauen, war sie sich sicher, sie hätte die bereits gesehen. „Gleich kommt dieser wehmütig-euphorische Song, von dem, na wie heißt er noch?“ „Angelo Badalamenti“ murmelte ich und stöhnte, „das spielt nicht in Twin Peaks, sondern in Laketop.“ Dabei lag sie auch irgendwie richtig, denn Jane Campions „Top Of The Lake“ und David Lynchs „Twin Peaks” zeigen Abgründe und Geheimnisse in einer in nasskalten Nebel getauchten Provinz, die Schnitte sind langsam, die Stimmung elegisch und die Krimihandlung ist nur ein alibihafter Rahmen für die wirkliche Geschichte. In beiden Serien liegen die schönste Natur und das Hässlichste der menschlichen Seele ganz nah beieinander. (Um jedoch eines gleich klarzustellen: „Top Of The Lake“ ist Twin-Peaks-ähnlich, aber nicht ganz so gut, denn fast nichts ist so gut wie Twin Peaks – jedenfalls nicht anno 1990.)
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