Stranger Things 5 – The Duffer Brothers – Netflix 2025/2026

Von Matthias Bosenick (02.01.2026)

Wer hätte das geahnt, dass es die Duffer Brothers hinbekommen, nach einer Dekade und Stunden an teils widersprüchlicher Handlung sowie einem qualitativen Wechselbad ein solch emotionales und dabei noch überzeugendes Finale hinzulegen. „Stranger Things“ hinterlässt ein aufgewühltes Publikum, so es denn dazu bereit ist, diese Serie als Märchen aufzufassen und die Ungereimtheiten einfach einzustecken. Mit diesem Finale machten die Duffers das Beste, das möglich war. Da kann man nur dankbar sein.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Ihr Leben – ein Kessel Buntes: Helga Hahnemann vs. Beppo Küster

Von Onkel Rosebud

In der DDR erreichten Helga Hahnemann und Beppo Küster im Laufe der 1980er-Jahre einen sehr hohen Bekanntheitsgrad, um das Wort Kultstatus zu vermeiden. Das lag insbesondere an zwei Liedern: „Jetzt kommt die Süße“ (1983) von der sozialistischen Stimmungskanone und Ulknudel schlechthin und „Absolute Stille“ (1984), das von einem TV- Clown im Nachthemd vorgetragen wurde. Nicht falsch verstehen. Die beiden waren im DDR-Fernsehen wirklich lustig und haben es in den besseren Momenten geschafft, die Bürger vor der Mattscheibe zum Nachdenken anzuregen. Und vor allem von Helga Hahnemann konnte man nicht genug kriegen, weil sie unter anderem als Synchronsprecherin in drei Olsenbande-Filmen der weiblichen Hauptfigur Yvonne ihre Stimme lieh. Wenn nämlich eines bei allem nicht schlecht war in der DDR, dann „unsere“ Olsenbande-Synchronisation.

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Anniversary (The Change) – Jan Komasa – USA 2025

Von Guido Dörheide (13.11.2025)

Es macht Hoffnung, dass Hollywood zu Zeiten des Umbaus der USA zu einer faschistoiden Autokratie durch einen orangefarbenen Irren und seine willigen Handlanger einen Film wie „The Change“ produziert. Hoffnung, dass es im ehemaligen Land der Freien, Heimat der Mutigen, noch eine groß genuge Gemeinschaft gibt, die der Ansicht ist, Abschaffung der Demokratie und Hinwendung zum Absolutismus sei nicht normal, sondern schreckenerregend und übel.

„The Change“ handelt von einem ebensolchen Umbau der Gesellschaft und der Politik in den USA, der sich binnen fünf Jahren vollzieht und Gleichschaltung der Bevölkerung sowie gestapomäßige Überwachung Andersdenkender beinhaltet.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: „There are 5.000 people in Letterkenny. These are their problems.“

Von Onkel Rosebud

Zu Beginn jeder Folge der Sitcom „Letterkenny“ prangt dieser Satz über dem Bildschirm. Ursprünglich ein Youtube-Format, lief diese Serie in Kanada in zwölf Staffeln von 2016 bis 2023 und wurde ein Hit. Sie ist in jeder Hinsicht eine sehr ungewöhnliche Serie, denn man sieht Bewohnern einer fiktiven Kleinstadt unentwegt beim Plaudern zu. Außer, wenn sie sich mit Wonne beim Eishockey prügeln. Dazu rauchen und saufen sie, nehmen Meth und machen Witze, die meiner Freundin zu peinlich sind, um hier aufgeschrieben zu werden. Ansonsten gibt es kaum etwas, das man Handlung nennen könnte.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Steve Buscemis Krönung: Boardwalk Empire

Von Onkel Rosebud

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als meine Freundin den Film „Fargo“ zum ersten Mal gesehen hat. Sie war total entsetzt, als der von Steve Buscemi gespielte Charakter Carl Showalter in einem Gartenschredder landete. Lautstark beklagte sie, dass man das diesem markanten Schauspieler nicht antun könne, weil er karrieremäßig stets auf diese Szene festgelegt sein wird. Nun, es kam anders. Steve Buscemi wurde zum Meister der Darstellung von Außenseitern, wie in „Reservoir Dogs“ oder „The Big Lebowski“ oder, oder, oder. Dabei spielte er meist Nebenrollen, bis Martin Scorsese ihn 2010 für „Boardwalk Empire“ als Zentralfigur besetzte.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Warum das Überspringen des Vorspanns in Ordnung geht

Von Onkel Rosebud

Das Intro ist ja immer ein Signal: Jetzt kommt was Besonderes, jetzt kommt der neue Programmpunkt, jetzt kommt die neue Episode. Bereite dich darauf vor, stell dich drauf ein. Jetzt ist der Zeitpunkt, wieder zur Couch zurückzukehren. Komm aus der Küche heraus und setz dich hin und genieße die nächste Episode.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Warum das Überspringen des Vorspanns eine Unsitte ist

Von Onkel Rosebud

Für meine Freundin fängt die Definition einer guten Serie beim Intro an. Unterlegt mit einem tollen Score kann das schon mal ein Versprechen für einen soliden Abend auf der Couch sein. Im besten Fall ist das mehr als nur Vorspann, ein Kunstwerk, das sie sofort in die Welt der Serie hineinzieht und auf das Kommende vorbereitet. Vor einigen Jahren wurde der „Skip Intro“-Button, zuerst bei Streamingdiensten, dann auch in den Mediatheken, eingeführt. Meine Freundin vermutet, dass die Zielgruppe dafür die stetig steigende Anzahl der Ungeduldigen ist. Ungeduld ist ja per se nichts Schlechtes, kennzeichnet aber in Bezug auf Serienintros eine Portion Angst vor Langeweile und zeigt eine gewisse Unreife.

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