Helmut Exner – Lilly und der Racheengel – EPV-Verlag 2025

Von Guido Dörheide (26.03.2025)

Er nu wieder: Nicht mal ein Jahr nach „Tammo – Wunderkind wider Willen“ erscheint Helmut Exners 22. Band aus der Fräulein-Lilly-Höschen-Reihe. Die pensionierte Lehrkraft aus Lautenthal muss mittlerweile 92 Jahre alt sein, ist, wie der Autor im vorliegenden Band selber feststellt, nicht totzukriegen und mischt sich nach wie vor in alles ein, was auch nur entfernt nach einem spannenden Kriminalfall riecht.

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Veröffentlicht unter Buch

Was meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Walter Moers, Sie alte Berghutze.

Von Onkel Rosebud

Wenn meine Freundin nur ein Buch auf eine einsame Insel mitnehmen dürfte, dann wäre das „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär, Untertitel: Die halben Lebenserinnerungen eines Seebären, mit zahlreichen Illustrationen und unter Benutzung des Lexikons der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller“ (Penguin-Verlag). Von Walter Moers aus Mönchengladbach. Ja genau, der Comic-Zeichner des kleinen Arschlochs und Adolfs, der Nazisau.

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Was meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: The World According to meine Freundin

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin hat, bevor sie ein neues Buch anfängt, die Angewohnheit, zuerst den letzten Satz zu lesen. Sie ist der Meinung, dass erste Sätze bestenfalls in die Geschichte verführen, aber generell überschätzt werden, weil man den zweiten sowieso auch liest. Die Kunst einer Schriftstellerei besteht darin, mit Anstand einen Abgang aus einem Text zu machen. Ein wirklich gutes Buch kann nicht einfach so irgendwie aufhören. Mit dem letzten Satz wird der Erzählung die Seele eingehaucht. Ich habe mich zwar daran gewöhnt, finde es allerdings nach wie vor irritierend und frage sie dann immer, warum sie sich spoilert? Meine Freundin antwortet, dass mein Einwand Quatsch sei, weil die wesentliche Handlungselemente unmöglich in einem letzten Satz zusammenfasst werden können und weder Genuss am vollständigen Werk oder Spannung verderben. Ich lasse die Widerworte dazu stecken und stelle mir vor, wie gern sie, wenn sie „Mehr kann darüber nicht gesagt werden.“ liest, 1386 Seiten nach hinten blättert, um J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ zu starten.

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Was meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Ich und mein Staubsauger-Freund

Von OnkelRosebud

„Ich und mein Staubsauger“, was für ein genialer Name, war eine unabhängige Zeitschrift in Westberlin, erschien erstmals im September 1986 als billig fotokopiertes „Fanzine“ und hielt 25 Ausgaben durch. Bemerkenswert daran war, dass es die ersten literarischen Schritte von Max Goldt (*1958) dokumentiert, der sich damit für die Satirezeitschrift „Titanic“ empfahl. Zwischen 1989 und 1998 veröffentlichte er dort Kolumnen unter anderem unter dem Titel „Aus Onkel Max’ Kulturtagebuch“ und „Informationen für Erwachsene“. Dabei spielte es kaum eine Rolle, worüber Herr Goldt jeweils schrieb, das „Wie“ war entscheidend und zu jener Zeit einzigartig in Sachen Wortwitz und Sprachstil. Wenn irgendwas das Etikett „Kult“ verdient, dann diese 108 Texte.

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Was meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Wiglaf Droste vs. Gereon Klug

Von Onkel Rosebud

Einen der vorderen Plätze in der Rubrik „Nur die Guten sterben jung“ hält für meine Freundin der Autor, Sänger, Hobbykoch und vor allem Satiriker aus Bielefeld-Braake, Wiglaf Droste. Im Prinzip ist ein Aufsatz von ihm aus der taz, der zuerst im Jahr 1998 erschien, daran schuld: Er hieß „Ich hab‘ noch Öl in den Ohren aus Madrid“. Denn einst lebten meine Freundin und ich aus Gründen, auf die ich hier nicht näher eingehen will, längere Zeit in einem Ort in Spanien, welcher mit seinem Mutterland nichts zu tun haben wollte, und Drostes derbe Abrechnung mit der iberischen Mentalität lässt uns bis heute die Tränen der Freude aus den Augen treiben. Kostprobe gefällig? „Der Spanier zerfällt in drei Teile: Lärm, kein Spaß und Olivenöl. Wenn sie einmal einen Entkräftungs-Schock haben von der Art, daß sie dringend Fett aufnehmen müssen, schlagen Sie unbedingt Ihre Reißzähne vampirettig in einen Spanier hinein und saufen ihn aus. Aah, tut das gut – sieben Liter reines Olivenöl, kalt und humorlos gepreßt. (…) Das Einzige, was dem Spanier an seinem Öl allerdings überhaupt nicht gefällt, ist, daß es nicht brüllen kann.“

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Die drei ??? – Justus Jonas/Gefährliche Gentlemen – Kosmos 2025

Von Matthias Bosenick (26.02.2025)

Mord. Gleich mehrfacher. Das ist im Universum der drei ??? eher unüblich, so es sich nicht um veraltete Bluttaten handelt, die die Juniordetektive aus Rocky Beach nachträglich überführen. Im Rausch der anhaltenden ???-Veröffentlichungsflut erhalten zwei Spin-Off-Serien jetzt neues Futter: Einmal die „Eine Interpretation“-Graphic-Novels mit „Justus Jonas“, dem zweiten Buch, das nunmehr der Auftakt zu einer Trilogie sein soll, ja, richtig gelesen, sowie mit „Gefährliche Gentlemen“ der fünfte Band der Reihe „Rocky Beach Crimes“ mit ermittelnden Nebenfiguren, hier Chauffeur Morton. Ersteres erdacht von Christopher Tauber und gezeichnet von Marius Pawlitza, zweiteres verfasst von Evelyn Boyd – beides jedoch leider auf unterschiedlichem Qualitätslevel.

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Was meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Tom Coraghessan Boyle – Siebzig ist das neue Fünfzig!

Von Onkel Rosebud

Der Mann ist ganz einfach ein sehr unterhaltsamer Erzähler und ein Phänomen. T.C. Boyle haut über Dekaden hinweg regelmäßig alle zwei Jahre einen Roman raus. Diese werden alle trotz ihrer kurzen Entstehungszeit niemals trivial. Und zwischendurch veröffentlicht er auch noch Bände mit Kurzgeschichten, in sich geschlossenen Erzählungen, die alle nur ein paar Seiten lang sind und vermutlich eine Art von Abfallprodukten aus literarischen Ansätzen für nicht romantaugliche Texte darstellen. Und dennoch sind sie immer erfolgreich. Das könnte an seinen Dauerthemen, über die er seit Jahrzehnten schreibt, liegen. Es sind historische Biografien, Klimawandel und Sex.

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Was meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Jetzt ist schon wieder was passiert…

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin hat alle Bücher von Wolf Haas gelesen. Auch die Nicht-Brenner-Romane. Das letzte schaute aus wie in Packpapier eingewickelt. Darauf prangte ein verrutschter roter Stempelaufdruck: „Eigentum von Wolf Haas“. Und Eigentum, oder genauer, dasjenige, das man nie besitzt, dem man hinterherhechelt, darum geht’s.

Im Zentrum steht die Mutter. Sie habe es schwer gehabt im Leben, das musste der Sohn sich jahrzehntelang anhören, das war die Litanei der Familie. „Den ganzen Tag nur Arbeit, Arbeit, Arbeit.“ immer wiederholt, damit es sich auch richtig ins Hirn der Kinder einprägt.

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Was meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Frau Krause oder wie Kathrin Aehnlich die DDR erfand

Von Onkel Rosebud

Niemand möchte hören, dass es auch in der DDR zufriedene und glückliche Menschen gab. Aber, wer ein sehr kurzweiliges, humorvolles Ostalgie-Lesevergnügen genießen will, das nach wie vor einen wertvollen Beitrag zum gegenseitigen Ost-West-Verständnis geben kann, dem empfiehlt meine Freundin Kathrin Aehnlich mit dem Frau-Krause-Roman.

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