Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Bonusfolge: Wir sagen ja zum roten Elvis: Dean Reed

Von Onkel Rosebud

Dean Reed wurde 1938 in Denver, Colorado, USA geboren und starb unter bis heute ungeklärten Umständen im Juni 1986 in Zeuthen, Kreis Königs Wusterhausen, DDR. Na, liebe Lesefröschlein, neugierig gemacht? Es grenzt an ein Wunder, dass sein Leben noch nicht von Netflix verwurstet wurde. Denn das würde alles in puncto Geschichte, Spannung, Dramatik, Spionage und Romantik bieten, meine Freundin für sechs Teile in die Sitzschnecke zu drücken. Die Serie würde „Aufstieg und Niedergang des Roten Elvis“ heißen und das Drehbuch schriebe sich quasi von selbst:

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Sula Bassana – Time Travel: Rare & Obscure Tracks From The Decades – Sulatron Records 2026

Von Matthias Bosenick (25.02.2026)

Um diese zehn instrumentalen Stücke wär’s echt schade gewesen: Dave Schmidt plündert die Archive seines seit rund 30 Jahren aktiven Space-Stoner-Rock-Projektes Sula Bassana und fügt die gefundenen Perlen als „Time Travel“ zusammen. Nicht alles ist zuvor unveröffentlicht, Schmidt nimmt auch Raritäten von vergriffenen Compilations in die Sammlung auf. Die die Vielseitigkeit des Genres allgemein und von Sula Bassana speziell unterstreicht: Auch Electro findet Einlass in den Sula-Bassana-Kosmos.

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MT Gemini – Hawk Deh Near – Vlek 2026

Von Matthias Bosenick (25.02.2026)

Die Dekonstruktion und Neuanordnung jamaikanischer Musik ist das Anliegen des Brüsseler Musikers Yannick Franck unter seinem Alias MT Gemini. Auf „Hawk Deh Near“, dessen Titel er einem jamaikanischen Sprichwort entnimmt, verfährt er dergestalt zum dritten Mal. Und in der Tat: Da noch die Quellen Dub, Ska, Dancehall, Rocksteady oder Reggae herauszuhören, ist auf weiten Strecken nahezu unmöglich. Vielmehr generiert er komplett eigene elektronische Soundlandschaften, die aus Wiederholung und Nachdruck bestehen und die sich nicht einmal im Industrial einsortieren lassen.

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Soft Hearted Scientists – The Phantom Of Canton – Fruits De Mer Records 2026

Von Matthias Bosenick (24.02.2026)

Zeitreise in die Sechziger, knietief und ohne Ironie oder Modernismen: Die Soft Hearted Scientists aus Cardiff in Wales kleiden sich in der klassischen britischen Folklore-Psychedelik und spielen seit fast 25 Jahren Album um Album ein. Das jüngste, „The Phantom Of Canton“, ein Konzeptalbum, hat zwar bereits einige Monde auf dem Buckel, bekommt aber via Fruits De Mer Records eine Neuveröffentlichung auf Dreifach-LP mit erweiterter Songauswahl. Das Modernste hier ist der Synthie, obschon er einen der Authentizität angemessenen Einsatz erfährt. Es fehlt: die Flöte.

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Teen Prime – No. 6 (Split with Disonancia Expansiva)/No. 11 – Teen Prime 2026

Von Matthias Bosenick (23.02.2026)

Nach „Let’s Just Werewolf Them“ fällt das Duo Teen Prime in seiner Veröffentlichungsbenennung endlich wieder in die eigene Tradition zurück und nummeriert durch, was so herauskommt: Mit „No. 11“ gibt’s eine neue LP – und mit „No. 6“ füllen Sebastian Fäth und Jörg A. Schneider endlich die klaffende Lücke in der Reihenfolge, und zwar, indem sie es als Split-Tape mit Disonancia Espansiva aus Benicarló in Spanien, auf halber Strecke zwischen Barcelona und Valencia gelegen, herausbringen. Auf beide Projekte lässt sich das Etikett Impro-Noise-Jazz anheften.

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Kabasse – About Sitting On Fences – Kapitän Platte 2026

Von Matthias Bosenick (19.02.2026)

Von Miles Davis bis Les Claypool, von TV-Bigband bis Rage Against The Machine, und alles zu sechst mit klassischem bis Jazz-Instrumentarium: Was die zwischen Augsburg und München angesiedelte Band Kabasse auf ihrem Debütalbum „About Sitting On Fences“ zusammenrührt, rührt an, denn die Musiker locken erstmal mit vertrauten Jazz-Klängen und überrumpeln mit allerlei anderen Einflüssen, von kontemplativ bis zum Mithüpfen. Die fünf instrumentalen Tracks schlagen mehr Haken, als man erfassen kann.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Heavy Mörtel Mischmaschine

Von Onkel Rosebud

Die vorläufig letzte Folge meiner Kolumnen-Serie zur Aufarbeitung der musikalischen DDR-Vergangenheit meiner Freundin ist dem Heavy Metal gewidmet. Das bin ich den Herren KrautNick schuldig, denn ich vermute, dass sie die ein oder andere Platte von Bands mit Namen wie Macbeth, Argus, Moshquito, Asathor, Hardholz, Knorkator, MCB, M.A.D., Blitzz oder schlicht Metall – oder mindestens „Live im Stahlwerk“ von Formel 1 in den Regalen stehen haben. Und wenn nicht, dann von deren Vorbildern Motörhead, Judas Priest und Iron Maiden, die alle erstgenannten versucht haben, so gut wie das eigene Talent es möglich machte, nachzuahmen.

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Ciolkowska – Bomba Nastoyashchego – addicted label/Look At That! 2026

Von Matthias Bosenick (18.02.2026)

Nach der „Maxi-Single“ mit dem Titel „Bomba Nastoyashchego“ („Бомба Настоящего“) folgt nun das gleichnamige Album der progressiven Psychedelic-Space-Rocker Ciolkowska aus St. Petersburg. Die nach dem Erfinder Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski (Константин Эдуардович Циолковский) benannte Band macht sich seit gut zehn Jahren musikalisch auf in den Kosmos, passend zu ihrem Namensgeber. Der Kosmos auf diesem Album ist dabei nicht von der Leere bestimmt, die man von der Erde aus beim Blick nach oben wahrnimmt; wer in diese Raumkapsel steigt, bereist üppige Welten – die zudem im eigenen Inneren liegen.

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Yo La Tengo – Old Joy – Mississippi Recods 2025

Von Matthias Bosenick (18.02.2026)

Knapp zehn Jahre nach dem Film gibt’s jetzt den instrumentalen Soundtrack zu „Old Joy“, quasi live eingespielt von der Indierock-Instanz Yo La Tengo aus Hoboken, New Jersey, plus Gitarrist Smokey Hormel. Zumindest erstmals separat und auf Vinyl, denn die Tracks waren – in kürzerer Fassung – bereits 2008 auf der Soundtrack-Sammlung „They Shoot, We Score“ zu haben. Aber pinkes transparentes Vinyl kickt einfach mehr.

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