Kabasse – About Sitting On Fences – Kapitän Platte 2026

Von Matthias Bosenick (19.02.2026)

Von Miles Davis bis Les Claypool, von TV-Bigband bis Rage Against The Machine, und alles zu sechst mit klassischem bis Jazz-Instrumentarium: Was die zwischen Augsburg und München angesiedelte Band Kabasse auf ihrem Debütalbum „About Sitting On Fences“ zusammenrührt, rührt an, denn die Musiker locken erstmal mit vertrauten Jazz-Klängen und überrumpeln mit allerlei anderen Einflüssen, von kontemplativ bis zum Mithüpfen. Die fünf instrumentalen Tracks schlagen mehr Haken, als man erfassen kann.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Heavy Mörtel Mischmaschine

Von Onkel Rosebud

Die vorläufig letzte Folge meiner Kolumnen-Serie zur Aufarbeitung der musikalischen DDR-Vergangenheit meiner Freundin ist dem Heavy Metal gewidmet. Das bin ich den Herren KrautNick schuldig, denn ich vermute, dass sie die ein oder andere Platte von Bands mit Namen wie Macbeth, Argus, Moshquito, Asathor, Hardholz, Knorkator, MCB, M.A.D., Blitzz oder schlicht Metall – oder mindestens „Live im Stahlwerk“ von Formel 1 in den Regalen stehen haben. Und wenn nicht, dann von deren Vorbildern Motörhead, Judas Priest und Iron Maiden, die alle erstgenannten versucht haben, so gut wie das eigene Talent es möglich machte, nachzuahmen.

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Ciolkowska – Bomba Nastoyashchego – addicted label/Look At That! 2026

Von Matthias Bosenick (18.02.2026)

Nach der „Maxi-Single“ mit dem Titel „Bomba Nastoyashchego“ („Бомба Настоящего“) folgt nun das gleichnamige Album der progressiven Psychedelic-Space-Rocker Ciolkowska aus St. Petersburg. Die nach dem Erfinder Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski (Константин Эдуардович Циолковский) benannte Band macht sich seit gut zehn Jahren musikalisch auf in den Kosmos, passend zu ihrem Namensgeber. Der Kosmos auf diesem Album ist dabei nicht von der Leere bestimmt, die man von der Erde aus beim Blick nach oben wahrnimmt; wer in diese Raumkapsel steigt, bereist üppige Welten – die zudem im eigenen Inneren liegen.

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Yo La Tengo – Old Joy – Mississippi Recods 2025

Von Matthias Bosenick (18.02.2026)

Knapp zehn Jahre nach dem Film gibt’s jetzt den instrumentalen Soundtrack zu „Old Joy“, quasi live eingespielt von der Indierock-Instanz Yo La Tengo aus Hoboken, New Jersey, plus Gitarrist Smokey Hormel. Zumindest erstmals separat und auf Vinyl, denn die Tracks waren – in kürzerer Fassung – bereits 2008 auf der Soundtrack-Sammlung „They Shoot, We Score“ zu haben. Aber pinkes transparentes Vinyl kickt einfach mehr.

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Petyaev-Petyaev/Пётр Петяев – Incomparable Greatness/Раскалённая любовь Бога (к самому Себе) – addicted label/Artbeat Music 2026

Von Matthias Bosenick (17.02.2026)

Auf ihrem neuen Album „Incomparable Greatness“ huldigen die beiden Moskauer Petyaev-Brüder Peter und Pavel ihrem Idol John Coltrane – musikalisch wie inhaltlich. Das Album folgt einer Narration, wie bei Coltrane einer biblisch-christlichen Basis entsprechend, und kombiniert komponierten und improvisierten freien Jazz, von Ruhe zu Chaos. Parallel macht Saxophonist Peter Petyaev (Пётр Петяев) – Pavel ist Gitarrist – mit dem Soloalbum „Раскалённая любовь Бога (к самому Себе)“ separat auf sich aufmerksam. Auch darauf huldigt er, und zwar noch weiteren Göttern des Saxophons.

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Sum Of R – Spectral – WV Sorcerer Productions 2026

Von Matthias Bosenick (16.02.2026)

Spooky hypnotischer Doom, versetzt mit Experimenten, Growls, Jazz, Noise und Ambient: Auf „Spectral“ tobt sich das schweizerisch-finnische Projekt Sum Of R auf eine Weise aus, die der Dunkelheit und dem Abgrund noch schwärzere Dimensionen entgegensetzen. Dabei zeigt das Trio, dass es auch Humor hat; anders wäre diese Welt ja auch nicht zu ertragen, und „Spectral“ klingt wie eine Reflexion jener Zustände.

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Stargo – Violet Skies – Broken Music 2026

Von Matthias Bosenick (13.02.2026)

Das ist eine kuriose Mischung: Stargo aus Dortmund kombinieren Stoner und Heavy Metal. Liest sich erstmal nicht so befremdlich, zuckt man mit den Schultern, doch das Trio meint das genau so: Stoner-Fuzz und klarer NWoBHM lösen einander ab, gehen ineinander über, teilen sich die Spielzeit. Und dazu auf dem vierten Album „Violet Skies“ noch so einige Genres mehr. Als sänge Ozzy Osbourne im Studio von Saxon bei Monster Magnet, die auf Instrumenten von Big Country spielen. Stets haben Stargo eine Überraschung parat, kein Song endet, wie er beginnt.

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Daniele Brusaschetto – Dichotomous – WormHoleDeath 2026

Von Matthias Bosenick (12.02.2026)

Auf sein neues, sein irgendetwas zwischen 13. und 18. Solo-Album „Dichotomous“ klebt der italienische Gitarrist Daniele Brusaschetto die Etiketten Metal und Industrial. Ja, leicht weht der Geist von Rob Zombie durch das Album, aber vornehmlich hat man es mit gehärtetem, räudigem Rock zu tun, eingespielt als Power-Trio. Das sich nichts zu beweisen hat und seine Kunstfertigkeit dennoch einbringt. Power hat dieses Turiner Trio definitiv! Und weit mehr als nur zwei Teile im Repertoire.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Geständnisse eines SPUs

Von Onkel Rosebud

Auflegen durfte offiziell nicht jeder. Um in der DDR als DJ arbeiten zu dürfen, benötigte man eine sogenannte „Staatliche Spielerlaubnis für Schallplattenunterhalter“, die umgangssprachlich „Pappe“ genannt wurde. „Schallplattenunterhalter“ (oder kurz SPU) war der Ersatz für den Begriff „Diskjockey“. Denn um sich vom Westen abzuheben, legte die DDR statt Anglizismen auf eigene Wortkreationen Wert. Angehende SPUs mussten Lehrgänge wie Musikgeschichte, Stilrichtungen und Sprecherziehung durchlaufen, um überhaupt zur Eignungsprüfung zugelassen zu werden, die vor einer Kommission der Konzert- und Gastspieldirektion (KGD) des jeweiligen Bezirks abzulegen war.

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