Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Skurril, aber schön – Lieder, die auf einer Ostrock-Party nicht fehlen dürfen

Von Onkel Rosebud

Die 1,49 m große Sängerin Angelika Mann hat 1979 mit der Single „Kutte“ den Deutschrap erfunden. Das waren nicht die Vier Komischen Fünf vom Neckar. Geschrieben hat den Song – na klar – Reinhard Lakomy, der Protagonist der letzten Folge. Der Sozialismus-Versteher hat 1973 mit „Jede Blume blüht nur einmal auf“ hierzulande die deutsche Sprache als Poesie in die Rockmusik eingeführt. Vor uns Udo Lindenberg!

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Fatal Strategies II – Antibody Label 2026

Von Matthias Bosenick (04.02.2026)

Hand hoch, wer von mehr als einem der 14 beteiligten Projekte schon mal gehört hat: Zum zweiten Mal kompiliert das belgische Antibody Label industrialbasierte Tracks vor dem Hintergrund der Ideen des Philosophen Jean Baudrillard. „Fatal Strategies II“ beruft sich dabei auf dessen Wort, etwas nicht mit der besseren Version seiner selbst zu begegnen, sondern mit der gesteigerten Version des Gegenteils davon. Entsprechend experimentell fällt diese Sammlung aus, grundsätzlich elektronisch, zumeist dem Industrial nahe, stets dunkel und Grenzen sprengend.

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Hin- und weggesehen. Filme und Serien

Von Chrisz Meier (03.02.2026)

Wenn ich etwas wirklich gerne tue, dann ist es das Beobachten von Filmen.

Meine Beobachtungsergebnisse möchte ich gerne weitergeben, sei es als Empfehlung, sei es als Warnung, denn Lebenszeit ist kostbar. Und da ich in letzter Zeit irgendwie einen Lauf habe, geht’s hier schon weiter mit den Fails&Strikes der Filmindustrie.

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Hüsker Dü – 1985: The Miracle Year – Numero Group 2025

Von Guido Dörheide (03.02.2026)

Ze German Ümläüt ist echt klasse, nur mitgesprochen wird er nie. Außer bei Hüsker Dü (Hey Matze – remember the Hüsker-Dü-Schüle?) und vielleicht noch bei Mötley Crüe, die wir früher immer „Hüsker Dü“ und „Mötlie Krüh“ ausgesprochen haben. „Moteur-Head“ hat hingegen niemand gesagt, Motörhead waren immer Motorhead. Wie A Moder Hätt. And we play Rock’n’Roll.

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Hidas – A Sense Of Impending Doom – Tonzonen Records 2026

Von Matthias Bosenick (03.02.2026)

Doom ist nicht tot, der kriecht nur komisch. Komisch riechen indes tut er nicht, auch wenn der Opener auf Hidas‘ jüngstem Album „A Sense Of Impending Doom“ den missverständlichen Titel „Dynger“ trägt. Riffs doominieren dieses zweite Album der Münchener, die indes nicht ausschließlich gebremst und instrumental vor sich hin mörteln, sondern auch wissen, wo der Hammer hängt, und den schwingen sie dann behände. Und wenn sie grummeln, dann mit metallischer Härte. Merkt man gar nicht, dass da keiner singt.

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Sick Sad World – Deuil(s) – Sick Sad World 2025

Von Matthias Bosenick (02.01.026)

So schön kann Verzweiflung sein. „Deuil(s)“ sind „Trauer“, und die hört man diesem dritten Album von Sick Sad Wold aus Nantes auch an. Die Wucht des Post-Hardcore kombiniert mit der Schwermut des Atmospheric Black Metal, Harmonien und wuchtige Bretter in eins, die fünf brüllen einem ihren Unmut auf eine Weise entgegen, dass man ihn umarmen möchte.

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Was Guido sonst noch gehört hat… im Jänner 2026

ZU – They Might Be Giants – Sleaford Mods – Cat Power – The Damned – Van Morrison – Francis Rossi

Seit 2022 schreibe ich wieder für KrautNick, vorwiegend über Musik. Jedes Jahr erscheinen so viele Alben, die mich interessieren und begeistern, und nur über einen Bruchteil davon schaffe ich zu schreiben. Daher hatte ich Anfang 2023 und Anfang 2024 jeweils einen Artikel mit dem Titel „Alben, über die ich nicht geschrieben habe, aber gerne hätte“ veröffentlicht, damit nichts unter den Tisch fiel. Im Januar 2025 habe ich das zeitlich nicht geschafft, und in diesem Jahr werde ich es auch nicht hinkriegen. Das wurmt mich kollateral, da in den beiden letzten Jahren so viel hörenswerte neue Musik erschienen ist, dass ich ihr gerne in einer persönlichen Landkarte im Maßstab 1:1 Achtung gezollt hätte. Mal sehen, ob ich es irgendwie hinkriege, einiges davon noch auf diesen Seiten zu verwurschten.

Um nun aber nicht über längst vergossene Milch herumzuwundern, bin ich beigegangen und habe mir überlegt, dass ich in 2026 immer dann, wenn ein Monat zuende gegangen ist (wie heuer jüngst der Jänner), all das, was ich im abgelaufenen Monat nicht per Rezension abgekündigt habe, in einem Multifunktions-/Kombinationsartikel Paroli laufen lasse. Also das, was ich sonst noch gehört habe.

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Lucinda Williams – World’s Gone Wrong – Highway 20 Records 2026

Von Guido Dörheide (01.02.2026)

Die wohl beste zeitgenössische amerikanische Songwriterin ist beigegangen und hat sich eine gute Dreiviertelstunde lang am derzeitigen Besetzer von 1600 Pennsylvania Avenue abgearbeitet. Dabei kommt Donald John T. sehr schlecht weg, während Williams durch die Bank weg glänzen kann. Gleich im ersten Lied stellt sie fest, dass jeder weiß, dass in der Welt momentan alles schief läuft. Um das zu illustrieren, porträtiert Williams namenlose arbeitende Menschen aus ihrem Heimatland, für die der amerikanische Traum sich mehr und mehr in einen Albtraum verwandelt. Und dazu spielen sie und ihre Band (seit ihrem Schlaganfall im Jahr 2020 muss Lucinda Williams die Gitarre allerdings den Musikern ihrer Band – Doug Pettibone und Marc Ford – überlassen) wunderbaren Folk/Country/Americana – nennen Sie es, wie sie wollen, diese Musik klingt so sehr nach allem, was viele Menschen überall auf der Welt an den Vereinigten Staaten von Amerika lieben, und steht damit in krassem Gegensatz dazu, was Trump, Vance, Noem, Hegseth und wie sie alle heißen, gerade an Leid und Unheil über die Menschheit bringen.

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Bruce Springsteen – Streets Of Minneapolis – Columbia 2026

Von Guido Dörheide (01.02.2026)

Springsteen ist für mich einer der Künstler, der am meisten die USA repräsentieren. Von allen. Dran am Seien. Punkt. Springsteen gibt seit meinem Geburtsjahr den gutherzigen, hart arbeitenden und/oder mit den Widrigkeiten ihres Daseins ringenden Menschen, denen der amerikanische Traum mit Schmackes seinen Arsch ins Gesicht kloppt (Tom Joad aus John Steinbecks „Früchte des Zorns“ ist zum Beispiel so einer), eine Stimme. Man muss sich nur mal die auf der im letzten Jahr erschienenen Expanded Edition des 1982er Albums „Nebraska“ enthaltenen Versionen von „Born In The USA“ anhören: Die aus dem Radio bekannte Version klingt musikalisch nach einem Loblied auf die USA und wurde ja auch schon von hinlänglich bekannten Verbrechern und Vollidioten als solche missunterfehleingeschätzt und als Wahlkampfhymne missbraucht, während der Text den amerikanischen Staat kritisiert.

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Trondheim & Tarrin – Spirou und Fantasio Spezial: Der Schatz von San Inferno – Carlsen 2026

Von Matthias Bosenick (29.01.2026)

Das ist mal wieder ein One-Off, das die Hauptserie überflüssig macht: „Der Schatz von San Inferno“ aus der Spezial-Reihe von Spirou und Fantasio, erdacht und gezeichnet von Lewis Trondheim und Fabrice Tarrin, bringt ein Abenteuer im Sinne des Spirous, den André Franquin vor 60 Jahren etablierte. Hier stimmen Zeichnungen, Humor, Story. Ein erfrischend modernes Retro-Abenteuer.

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