Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Beastie Boys – Ewigkeit oder Bedeutungslosigkeit

Von Onkel Rosebud

Unter den vielen Dingen, die für meine Freundin das Leben verändern können, sind Basslinien sicher nicht die häufigsten, aber wenn sie den Lauf der Dinge mal bestimmen, hat das doch eine ganz eigene Schönheit. Beispiel gefällig? „Sabotage“ von den Beastie Boys. Das mächtig losprustende Bass-Riff dauert nur drei Minuten, die sich wie eineinhalb anfühlen, auch weil der Song ziemlich genau in der Mitte kurz endet. Und, wenn dann der Euphorieschub durch Adam Yauchs hysterischen Pogo-Befehl einsetzt… ach, herrlich, und seit über 30 Jahren enorm wohltuend.

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Remmel & Rattlesnakes – Little Western Songs From The North – Inverse Music Group 2026

Von Matthias Bosenick (20.05.2026)

„Humppa is a serious thing“, mahnten bereits andere finnische Merkwürdigkeitsmusiker, nämlich Eläkeläiset, und deren Mitstreiter Steve’n’Seagulls verfahren ähnlich, wenn sie Rock- und Pop-Klassiker als Country und Bluegrass – oder auch Newgrass – neu interpretieren. Das sieht lustig aus, ist eine lustige Idee, aber geschähe die Umsetzung nicht bierernst, fiele sie nicht so gut aus. Tomi Tajakka von Steve’n’Seagulls debütiert nun als Remmel & Rattlesnakes mit der EP „Little Western Songs From The North“, und die meint das modernisierte Genre sehr, sehr ernst.

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Dead Tree Seeds – Toxic Thoughts – M&O Music 2024/Dead Tree Seeds 2026

Von Matthias Bosenick (20.05.2026)

Wenn einer der fünf Musiker der Pariser Band Dead Tree Seeds auf dem Promo-Foto schon ein Slayer-T-Shirt trägt, ist viel gespoilert: „Toxic Thoughts“, das frisch digital neu zugänglich gemachte, zwei Jahre alte dritte Album des Quintetts, setzt genau bei jenen alten Helden an und lässt einen genretreuen Brocken an Oldschool-Thrash-Metal über der Hörerschaft herabbrechen. Mit diesem Album präsentierte die 2009 gegründete Band ihren neuen Mann am Mikro – und der trägt den munter passenden Namen Franck Le Hard.

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Faded Remembrance – The Blessing Of Downfall – Bitume Prods 2026

Von Matthias Bosenick (19.05.2026)

Was am Vorgänger „Dying Age“ unschön war, behebt Tamás Géza Albert aus Győr auf dem vierten Album „The Blessing Of Downfall“ seines Projektes Faded Remembrance bedauerlicherweise nicht: Die Idee, Doom-Metal mit Blasinstrumenten und Synthies zu kombinieren, erfährt Punktabzüge aufgrund der schmerzhaft sägenden Gitarre und der technischen Holprigkeit. Manchmal ist es offenbar doch besser, wenn einem Bandmitglieder die grundsätzlich guten Ideen mal im Detail etwas korrigieren.

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Doppler – Pourquoi ce Disque? – Bigoût Records/Atypeek Music 2026

Von Matthias Bosenick (19.05.2026)

Hard- und Mathcore schreiben Doppler (Eigenschreibweise: DOPPLeR) aus Lyon auf ihre Schublade, aber hört man sich „Pourquoi ce Disque?“ an, das erst dritte Album in fast 30 Jahren Bandgeschichte, öffnen sich noch ganz andere Horizonte. Die Mucke frickelt, bratzt, noiset, gönnt sich aber auch mal Ruhe. The shape of Sleepytime Gorilla Fugazi to come, möglicherweise.

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Stefano Panunzi – Caravaggio – SP Music/Burning Shed 2026

Von Matthias Bosenick (18.05.2026)

Der Mann meint’s ernst: Zweieinhalb Stunden dauert „Caravaggio“, das fünfte Solo-Album von Stefano Panunzi. Auf 24 Tracks beleuchtet der Römer mit prominenter Hilfe die barocke Hell-Dunkel-Ästhetik des titelgebenden Malers und befleißigt sich dafür maßgeblich der Gestaltungsform des – wie passend – Art-Rock. Freunde von Marillion mit Steve Hogarth oder von Steven Wilson dürften hier ihre größtmögliche Freude erfahren, für alle anderen sind hier immer noch einige tolle Momente verteilt. Man braucht aber eine Menge Sitzfleisch, um diese Flut zu bewältigen.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: David Bowie – Das Genie popkultureller Aneignung

Von OnkelRosebud

„Ich weiß nicht, ob ich einen Text mit dieser Überschrift lesen würde“, meinte meine Freundin und fügte an, „mit Verlaub, Du bist nicht Greil Marcus. Außerdem ist Bowie tot. Starb übrigens im gleichen Jahr, als die Printausgabe deiner Lieblingszeitschrift eingestellt wurde. Think about it.“ Da stand ich sofort unter Rechtfertigungsdruck: „Spex hat zwei Jahre länger durchgehalten als der wandelbarste und wahrscheinlich einflussreichste Musiker der Rock- und Popgeschichte. Und wir bei KrautNick bohren auch die wirklich dicken Bretter.“ „Aber es nützt doch niemand, zu wissen, wo er sich überall bedient hat. Das Ergebnis zählt. Und das sind einige wirklich tolle Songs und Alben“, erwiderte sie und ergänzte, dass diese ganze Aneignungssache in der Popkultur stets und ständig passiert und deshalb uninteressant sei.

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Crimson Roots – Open Roads – Crimson Roots 2025/Tonzonen Records 2026

Von Matthias Bosenick (13.05.2026)

Als Best Of The Blues könnte man „Open Road“ zunächst auffassen, das Debütalbum der Nürnberger Band Crimson Roots. Die fünf Musizierenden können so gut wie alle Bluesstile und wenden sie auch an. Wunderbar instrumentiert und gespielt bis hin zur gelegentlich eingebrachten Orgel, lassen sich damit die Herzen klassischer Bluesfans erobern. Einzig der Gesang lässt Wünsche offen – und beim zweiten Wurf dürfte zudem gern etwas mehr Experimentierfreude eingebracht werden, analog zur zweiten, progressiver strukturierten Albumhälfte.

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Was Guido sonst noch gehört hat… im April 2026 – Teil 2

Von Guido Dörheide (12.05.2026)

Keimzeit – Michael Schenker Group – Pink Floyd – At The Gates – Ringo Starr – Six Feet Under

Teil 2 ist eine Mogelpackung, denn von MSG und Pink Floyd gibt es kein neues Material, sondern nur jeweils ein neues Album mit altem Material. Da es bei beiden Bands nicht verkehrt ist, sich mit Livematerial für die einsame Insel zu bevorraten, habe ich beide hier mit reingenommen. Aber ich will vorne anfangen, nämlich mit…

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