Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Gegner Ich – flüstern & SCHREIEN

Von Onkel Rosebud

„Flüstern und Schreien“ heißt ein Dokumentarfilm über die Rockszene der DDR, der 1988 in die Kinos des Landes kam – und für erstauntes Aufsehen sorgte. Denn er war ein Prostestfilm. „Wir woll‘n immer artig sein, denn nur so hat man uns gerne. Jeder lebt sein Leben ganz allein – und abends fallen die Sterne“, schreit Aljoscha Rompe, der Protagonist der nächsten Folge hier auf KrautnNick, darin verdutzten FDGB-Urlaubern am Ostseestrand entgegen. (FDGB war der Dachverband der Gewerkschaften.)

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Bruecken – Years That Answer – Moment Of Collapse Records 2026

Von Matthias Bosenick (30.12.2025)

Ja, „Years That Answer“ trägt einige typische Aspekte von Post-Rock, die Eigen-Einteilung des Oldenburger Instrumental-Quintetts Bruecken trifft da grundsätzlich zu. Nur wissen auch Bruecken, dass dieses Genre allmählich so seine Abnutzungserscheinungen aufweist, und bringen es daher mit veränderter Rezeptur dar: mehr Metal, mehr Gravitation, mehr Bodenhaftung mithin, die der entrückten, emotionalen Schwerelosigkeit dieses Genres das nötige Gegengewicht verleiht. So hört man doch gern wieder hin.

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The Imperial Mustard – Turn The Stone – SlagRec 2025

Von Matthias Bosenick (30.12.2025)

Wer braucht schon Kompositionen, wenn man ein schlüssiges Space-Kraut-Rock-Album wie „Turn The Stone“ auch schlichtweg im Studio vom Universum empfangen und direkt auf die Magnetspule bannen kann? Auf diese Weise verfährt die Rhein-Main-Band The Imperial Mustard seit 2011. So viel Erfahrung und Fachwissen aus allen möglichen Genres bringen die Musizierenden hier ein, dass man das Improvisierte nicht einmal ahnt.

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Aeon Temple – Resurfaced – Broken Music/Aeon Temple 2026

Von Matthias Bosenick (29.12.2025)

„Resurfaced“ klingt nicht nach Debüt, weder vom Titel her noch musikalisch. Ersteres trifft sogar ein Bisschen zu, denn das Quartett Aeon Temple gibt es schon seit einem Dutzend Jahren, und zehn Jahre vor diesem Debüt-Album erschien mit „Æon Temple“ bereits eine EP. Nun treten die Essener mit „Resurfaced“ an die Oberfläche – und kombinieren darauf bluesbasierten Stoner, kontemplativen Post-Rock und wuchtigen Metal. Das Tüpfelchen auf der schmackhaften Melange ist der Gesang von Claudia Weber.

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The Notwist – Magnificent Fall – Alien Transistor 2025

Von Matthias Bosenick (29.12.2025)

Nur wenige Wochen vor ihrem neuen Studioalbum „News From Planet Zombie“ kompilieren die wandlungsfähigen Weilheimer The Notwist einige seit 2002 erschienene B-Seiten, Remixe und Raritäten auf der dreiseitig bespielten chilligen Doppel-LP „Magnificent Fall“. IDM, Ambient, Shoegaze, Neoklassik, Hip Hop, Jazz: Sag es, es ist drauf, bis auf den alten Kumpel Hardcore, und immer eins besser als bei anderen. Vollständig natürlich auch nicht, aber es erfreut die Sammelnden.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Love By Geyer – die coolste Musik der DDR

Von Onkel Rosebud

Die Berliner New-Romantic-Band „Die Vision“, die wegen Klang und Rhythmus englisch sang, ist meine Zweit-Lieblingsband aus dem Land, was es nicht mehr gibt. Weil am nahesten dran an Joy Division, obwohl ich den Ian-Curtis-Kosmos erst nach Songs wie „Love By Wire“ oder „After The Sunset“ kennengelernt habe.

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Arbre-Dieu – Nuit noire – Bitume Prods. 2025

Von Matthias Bosenick (23.12.2025)

Da ist er ja wieder: Adz nennt sich Julien J. Neuville für sein neues Projekt Arbre-Dieu, mit dem er – im Grunde wie mit Thy Apocalypse – Black Metal mit elektronischen Elementen überkreuzt, nur dass er auf der Debüt-EP „Nuit noire“ den Industrial-Anteil mehr hinter dem analogen Instrumentarium verschwinden lässt. Dunkelheit ist hier physisch greifbar. Und Gewalt ist Intention bei der Verarbeitung eines missratenen Drogen-Trips.

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Jahresrückblick 2025

Von Chrisz Meier, Onkel Rosebud, Guido Dörheide, Matthias Bosenick

Den dritten Jahresrückblick machen die kernbeitragenden KrautNick-Mitmachenden zu viert! Dreimal ist Tradition, also lassen wir den Begriff dieses Mal gelten. Kommt gut ins nächste Jahr, liebe Lesenden!

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Biohazard – Divided We Fall – BLKIIBLK Recordings 2025

Von Matthias Bosenick (22.12.2025)

Hand hoch, wer Biohazard überhaupt noch auf dem Schirm hatte! 13 Jahre vergingen seit dem letzten Studioalbum „Reborn In Defiance“, 20 seit dem vorletzten „Means To An End“, und plötzlich liegt „Divided We Fall“ vor und klingt, als wäre es immer noch 1992. Die Stärke der Brooklyner Hardcore-Band war seit jeher, dass sie sich nicht auf das Genre Hardcore beschränkte, sondern ebenso in Richtung Crossover aktiv war und die Härte und das Gniedeln des Metal zuließ. Tja, und so verhält es sich auch auf dem neuen Album, exakt so und nicht anders. Komisch: Es fällt schwer, das Album und die Band dafür Scheiße zu finden. „Divided We Fall“ geht in die Fresse, das gelingt Billy Graziadei, Evan Seinfeld, Bobby Hambel und Danny Schuler auch mit Ende 50 noch wie damals.

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