Brigitte Calls Me Baby – Irreversible – ATO 2026

Von Guido Dörheide (03.04.2026)

„Endlich wieder Morrissey hören, ohne danach zu duschen“, schrieb Sven Kabelitz 2024 auf laut.de über Brigitte Calls Ne Babys Debütalbum „The Future Is Our Way Out“ und machte mich neugierig auf diese neue Band aus Chicago, Illinois, USA. Und wahrlich – das Album klang sehr schön nach den Smiths, allerdings so sehr, dass ich mich nicht traute, der Band tatsächlich zu trauen.

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Kim Gordon – Play Me – Matador 2026

Von Guido Dörheide (03.04.2026)

Sonic Youth – die älteren Lesenden erinnern sich –, jene Noiserocklegende aus NYC, die von 1982 bis 2009 in regelmäßigen Abständen für ekstatische Verzückung sowohl bei den Kritisierenden als auch bei den Hörenden sorgte und die dann nach der Trennung von Thurston Moore (Gesang, Gitarre) und Kim Gordon (Bass, Gesang) zunächst einmal auseinanderbrach, waren ja immer irgendwie mehr vom Gesang und der Gitarre Thurston Moores geprägt – umso wunderbarer war es immer, wenn Kim Gordon den Gesang übernahm und auf Songs wie „Tunic“ (für die unvergessene Karen Carpenter) oder „Kool Thing“ (dort gemeinsam mit Chuck D von Public Enemy) mit gelangweiltem Nölen und unglaublich toller Stimme bezaubernde und urst in den Bann ziehende Großtaten auf der melodischen Seite des Noiserocks ablieferte.

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Skip Danko B-Movie Road Club – Trippin’ On A Chines Market – Aalzorp Recordz/Z-Muzic/Rasant 2026

Von Matthias Bosenick (06.04.2026)

Was verbindet Aurich mit der kalifornischen Wüste? Skip Danko! Jener Musiker nämlich machte sich auf, von Ostfriesland aus die Welt zu erkunden, traf im Südwesten der USA auf Leute aus dem Umfeld der Desert Sessions und spielte mit alten Weggefährten – darunter Milan East – und Zufallsbegegnungen – darunter R.E.M.-E-Bow-Spieler Peter Buck – als Skip Danko B-Movie Road Club flugs das Album „Trippin’ On A Chinese Market“ ein. Ein Trip, der psychedelischen Noiserock mit dem Staub der Wüste und allerlei weiteren Experimenten verbindet.

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The Notwist – News From Planet Zombie – Morr Music 2026

Von Matthias Bosenick (02.04.2026)

Wer sich auf The Notwist aus Weilheim einlässt, begibt sich seit 37 Jahren mit jedem neuen Album auf eine Reise ins Ungewisse, die aber garantiert gut ausgeht: Für „News From Planet Zombie“ veränderte die Mehr-als-nur-Indierockband die Ausgangsvoraussetzungen bei der Aufnahme, indem die Band das Album mit Gästen live einspielte, und zwar nicht in einem Studio, sondern an einem Kulturort in München, dem Import Export. Nicht nur damit knüpft dieses Album an den ersten großen Hit „12“ von vor 31 Jahren an: Es fällt außerdem weit weniger elektronisch aus als die Alben dazwischen, sondern hat wieder den warmen Sound des Handgemachten.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Der Plagiatweltmeister Bobby Orlando

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin kann nicht so recht nachvollziehen, was ich Italo-Disco abgewinnen kann und warum neben Montana Sextet „Who Needs Enemies (With A Friend Like You)“ die Retortenband The Flirts mit den Songs „Passion“ und „Helpless“ für mich die ultimativen Inkarnationen eines Tanzbeinschwingers sind. Ich gebe das ungern zu, auch textlich homoerotische Fehltritte wie Ken Lazlos „Hey Guy“ oder Lieder, die „Happy Children“, „Another Life“ oder „Hypnotic Tango“ im Original von gebräunten Schnurrbartträgern dargeboten, heißen, holen mich diskomäßig ab, obwohl ich den B-Seiten-Katalog von Sonic Youth auswendig kenne.

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Boy Witch – Boy Witch – Green Man Records 2026

Von Matthias Bosenick (01.04.2026)

Alle zehn Jahre kommt der Wahlberliner Felix Rörig mit einem neuen Projekt daher, scheint es: Boy Witch nennt er sein jüngstes, angelehnt an den Song des Unknown Mortal Orchestra, das er auch als musikalischen Einfluss nennt, und ebenso betitelt er auch sein Debütalbum. Das er bis aufs Schlagzeug komplett allein einspielte. Darauf frönt er der Dunkelheit; keiner depressiven, sondern einer nächtlichen, mit elektronisch unterfütterten Popsongs mit Crooning, die er zwischendurch mit teils heftigem psychedelischem Fuzz um sich selbst verdreht.

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Clawfinger – Before We All Die – Perception 2026

Von Matthias Bosenick (31.03.2026)

1993 krachten Clawfinger mitten in den Crossover-Hype hinein, etablierten sich mit dem Debütalbum „Deaf Dumb Blind“ in der Szene und lieferten danach noch einige weitere relevante Tanzflächenfüller ab. Nur stellte sich über Zeit heraus, dass Crossover – also jener aus Metal und Rap – nicht unbedingt das nachhaltigste Genre ist, es nutzte sich schnell ab, Neuveröffentlichungen in dem Genre klangen gestrig, so gern man die alten Kracher auch noch hörte. Wenn jetzt Clawfinger also knapp 20 Jahre nach ihrem letzten Album wieder mit einem neuen auf den Plan treten, das sie auch noch freundlichst „Before We All Die“ nennen, erneuern sie dann sich und das Genre? Spoiler: nein.

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Glimmen – Quatre – Soutrane Recording Company/Schneider Collaborations 2026

Von Matthias Bosenick (31.3.2026)

Spanisch für Anfänger: Nach „Dos“ kommt „Quatre“, klar! Aber nur, weil das kontinenteübergreifende Experimentalduo Glimmen zwischenzeitig mit dem anderen Experimentalduo Drazek Fuscaldo zusammenarbeitete. Ein Duo indes waren Glimmen lediglich auf dem selbstbetitelten Debüt, für „Quatre“ erweitern sie das Personal nochmal – und erzeugen mit jazzigem Instrumentarium Drones mit Unrhythmen, die ihre Hörerschaft in unterschiedliche Stimmungen versetzen. Ein ergreifender Rausch.

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Morrissey – Make-Up Is A Lie (Digital Deluxe Version) – Sire 2026

Von Guido Dörheide (30.03.2026)

Morrissey, der unsympathische ehemalige Gladiolenschwinger aus „Top Of The Pops“, hat es wieder getan: Mit „Make-Up Is A Lie“ veröffentlicht der unsympathische Künstler Stephen Patrick Morrissey aus Old Trafford, Greater Manchester, UK (former member of the EU) sein gefühlt fümmensiebzichstes Soloalbum seit Auflösung der The Smiths, an deren Auflösung der unsympathische britische Sänger nicht unbeteiligt war, im Gegenteil, er war ursächlich dafür. Seitdem kämpft er für den Brexit, setzt sich für Rassismus ein und alle paar Jahre kommt er um die Ecke geschissen und beschuldigt in den mehr oder weniger sozialen Medien den ehemaligen Smiths-Gitarristen Johnny Marr, einer Smiths-Reunion im Wege zu stehen. Was dieser jedes Mal sinngemäß damit pariert, von SPM nicht gefragt worden zu sein und ohnehin für so einen Mumpitz nicht zur Verfügung zu stehen.

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Paper Crown – Letters – Apollon Records 2026

Von Matthias Bosenick (30.03.2026)

Tut nicht weh, was das Duo Paper Crown aus Hamar in Norwegen auf seinem dritten Album „Letters“ anbietet. Irgendwie Poprock, ganz nett, aber unspektakulär. Passt perfekt ins Radio, fällt dort nicht unangenehm auf und lässt sich zeitlich nicht verorten. Hat man bereits vergessen, während es noch läuft. Viel mehr lässt sich dazu kaum sagen.

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