New Model Army – Live im Schlosshof Gifhorn am 31. Mai 2026

Von Klaus Neffgen (02.06.2026)

Klassentreffen mit Soundtrack: New Model Army im Gifhorner Schloss

Manche Konzerte sind einfach Konzerte. Andere sind Zeitreisen. Der Auftritt von New Model Army am 31. Mai 2026 im Gifhorner Schlosspark gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie.

Schon lange bevor die ersten Töne erklangen, lag eine besondere Stimmung in der Luft. Wer sich auf dem Gelände umsah, konnte sich des Eindrucks kaum erwehren, dass hier nicht nur Fans einer Band zusammengekommen waren, sondern Menschen, die sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder auf denselben Konzerten, in denselben Kneipen und auf denselben Tanzflächen begegnet waren.

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The Citadel – Dawns On Mental Highways – Subsound Records 2026

Von Matthias Bosenick (02.06.2026)

Musikalisch sind The Citadel aus Erlangen tief in den Sechzigern anzusiedeln, im psychedelischen Rock, der ohne Riffs auskommt, dafür mit Gniedeln und verträumten Verspieltheiten, selbstredend inklusive Flöte und Orgel. „Dawns On Mental Highways“ ist das zweite Album der Band, die die Sixties-Pastiche überzeugend hinbekommt – indes am Gesang gern etwas arbeiten darf.

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Zwischenklang – Forgive Me I’m Back – Iapetus Media 2026

Von Matthias Bosenick (02.06.2026)

Das sind unerwartete Brücken: Über meinen Freund Egon „Noge“ Bloch aus Ravensburg und dessen im benachbarten Weingarten angesiedelten Musiktonträgerhandel mit dem treffenden Namen Plattenzimmer ist mir die ursprünglich lokale, heute Freiburger Stoner-Band Father Ed vertraut, ich habe zwei ihrer Doppel-Alben in meiner Sammlung. Deren Percussionist Volker Lankow ist nun Mitglied der spontanen Berliner Zusammenkunft Zwischenklang, die auf „Forgive Me I‘m Back“ minimalistisch jazzend improvisiert. Mit Bernhard Wöstheinrich, als Pianist und Elektroniker ebenfalls Teil dieses Quartetts, arbeitet Lankow aber ohnehin schon länger zusammen.

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Mudtown & Holy Høly – Till I Wilt – Bezdech Records 2026

Von Matthias Bosenick (01.06.2026)

Doug Jones alias Mudtown und Ewa Baran alias Holy Høly! kombinieren ihre Fertigkeiten für eine EP, die mit Ansage gestrig klingt: „Till I Wilt“ soll nämlich dem Trip Hop der Neunziger huldigen, allem voran Portishead und DJ Shadow. Gottlob agieren beide Beteiligten individuell genug, dass diese Downbeat-EP nicht als reine Pastiche durchgehen muss.

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BLKE – BLKE – Tonzonen Records 2026

Von Matthias Bosenick (01.06.2026)

Schönheit im Lärm zu verbuddeln, das lernten die Londoner Berliner BLKE bei The Jesus And Mary Chain. Auf ihrem Debüt „BLKE“, das so heißt wie die Band selbst und mithin als selbstbetitelt durchgehen darf, lotet die Band die Tiefen des Noise, der Psychedelik und des Shoegaze mit den Mitteln der Harmonie aus – ohne Zugeständnisse zu machen, dafür hingegen mit mehr als nur einem Hauch düsterer Bedrohlichkeit. Fun Fact: Der Schlagzeuger heißt Michael Drummer.

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DNLB – ElletroStrada26 – db2fluctuation 2026

Von Matthias Bosenick (28.05.2026)

Der Sound echter Synthies ist einfach unübertroffen, wenn im Anschlag der Tasten Späne zu fliegen scheinen. Seit seinem Abgang von Front 242 verlegt sich Daniel Bressanutti auf Ambient alter Berliner bis Düsseldorfer Schule, dargebracht in Brüsseler Eigensinnigkeit. „ElletroStrada26“ (sic!, nicht elettro) ist sein jüngstes Output, veröffentlicht unter dem noch recht neuen Alias DNLB, verkürzt vom bereits verkürzten Daniel.B. und eigentlich eher eine Spielerei, denn der Sound dieser zwei überlangen Tracks fügt sich in sein bisheriges Oeuvre passgenau ein – und lässt mit harten EBM-Beats die Sehnsucht nach einem finalen Album von Front 242 aufkommen.

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Michael Møller – The Mountains Sing – Glorious Records 2026

Von Matthias Bosenick (28.05.2026)

Interessant: Neben Moi Caprice ist Michael Møller auch Sänger bei dem Projekt The Mountains, und wenn sein jüngstes Soloalbum den Titel „The Mountains Sing“ trägt, könnte man einen Bezug dazu annehmen – und läge komplett falsch. Denn Møller bezieht sich auf das Buch gleichen Titels, zu Deutsch: „Der Gesang der Berge“, der vietnamesischen Autorin Nguyễn Phan Quế Mai, die an dieser Musikwerdung ihres Werkes sogar beteiligt war. So entstand ein neoklassisch anmutendes Album, abwechselnd in Kopenhagen und Hanoi aufgenommen, das behutsam zu Kontemplation und Reflexion einlädt und erst spät die Arme etwas ausbreitet.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Can’t Take My Eyes Off You

Von Onkel Rosebud

Ich habe noch nicht rausgefunden, warum meine Freundin gern Hitster spielt. Das ist ein Party-Kartenspiel, bei dem es darum geht, angehörte Musiktitel in eine richtige chronologische Reihenfolge zu bringen. Zusatzpunkte gibt es, wenn man weiß, wie der Titel heißt und von wem er stammt. Dieses Ratespiel ist wie für mich gemacht. Nicht nur deshalb, weil man nichts kneten, malen oder sonst wie künstlerisch improvisieren muss. Mich kann man nachts mit dem Geräusch der zugeschlagenen Autotür wecken, „Kraftwerk, Autobahn, 1974“ würde ich sagen und mich ächzend umdrehen. Da ich immer dabei bin, wenn sie Hitster spielt, hatte sie leider noch kein Erfolgserlebnis.

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Spezial: Singles und EPs

Von Matthias Bosenick (27.05.2026)

Einen Stapel Einzel- oder Single-Veröffentlichungen aus aller Welt gibt‘s: organischen Bigbeat mit Radical Hope (Niederlande), Doom mit Sermon (Türkei), Shoegaze-Psychedelik von Black Reveries (Italien), Alternative Metal mit Godzilla In The Kitchen (Deutschland), heavy Shoegaze mit Felt (Deutschland), Chillout mit SisterLove (England), melodischen Punk mit Half Dollar Dog (Frankreich), Indie-Noiserock mit Резина & Евгения Корсетова (Russland).

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Scatterwound – SC01 – Midira Records 2017/Dirk Serries 2026

Von Matthias Bosenick (26.05.2026)

Es ist kompliziert: Der belgische Neu-Franzose Dirk Serries und der Dortmunder N – Hellmut Neidhardt – veröffentlichten „SC01“ ursprünglich noch vor „SC00“ (oder auch „SC0.0“), ihren eigentlich ersten gemeinsamen Aufnahmen. Die waren im Zuge einer Tour mit den Microphonics und N erfolgt, die wiederum bereits 2010 stattgefunden hatte, und erblickten erst 2018 das Licht der Öffentlichkeit, nachdem das Gitarren-Noise-Drone-Duo bereits 2017 den Nachfolger „SC01“ aufgenommen und herausgebracht hatte, und dies nicht mehr unter den kombinierten Künstlernamen, sondern als Scatterwound. Und zwar als Dreifach-LP – die so gut wie vergriffen ist, weshalb diese zweistündigen Noisedrones nun auch erstmals digital verfügbar sind. Wie auch immer: In diesen Mahlstrom lässt man sich gern versenken.

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