The Boo Radleys – In Spite Of Everything – Boostr Recordings 2026

Von Matthias Bosenick (03.06.2026)

Da will man einfach nur mal so aus einer Laune heraus googeln, ob man wirklich alle Alben der seit 1999 getrennten psychedelischen Shoegaze-Britrock-Band The Boo Radleys hat, und stellt dann fest, dass mit „In Spite Of Everything“ nicht nur ein neues Werk angekündigt ist, sondern dies sogar bereits das dritte seit einer 2021 erfolgten Reunion sein würde. Aber: keiner vollständigen – der Hauptsongwriter fehlt, und das hört man diesem Album bedauerlicherweise auch an. Es klingt, als würden Fremde vergeblich versuchen, The Boo Radleys zu kopieren, aber fürs Achtziger-Radio.

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Guided By Voices – Crawlspace Of The Pantheon – Guided By Voices Inc. 2026

Von Guido Dörheide (02.06.2026)

Nach nur einem Studioalbum im Jahr 2024 („Strut Of Kings“) und nur zweien in 2025 („Universe Room“ und „Thick Rich And Delicious“) hatte ich schon gedacht, Robert Pollard hätte keine Lust mehr – aber weit gefehlt, mit dem 43. Studioalbum seit den frühen 80ern werden Guided By Voices sich bestimmt noch anschicken, Willie Nelson outputtechnisch das Wasser zu reichen.

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Bismut – Matsutake – Tonzonen Records 2026

Von Matthias Bosenick (03.06.2026)

Chillig den Head bangen kann man zu „Matsutake“, dem vierten Album des Heavy-Psych-Trios Bismut aus Nijmegen, und hier passt die Genrezuschreibung wie der Fuß aufs Effektgerät. Sechs teils improvisierte Instrumentaltracks scheppern einem die drei um die Ohren, versetzt mit entspannten Ausflügen ins All, aber nur kurz. Das Gras hier hat ungefähr den Wachstumstrieb wie Bambus mit den Wurzeln eines Echten Kiefern-Ritterlings (松茸).

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New Model Army – Live im Schlosshof Gifhorn am 31. Mai 2026

Von Klaus Neffgen (02.06.2026)

Klassentreffen mit Soundtrack: New Model Army im Gifhorner Schloss

Manche Konzerte sind einfach Konzerte. Andere sind Zeitreisen. Der Auftritt von New Model Army am 31. Mai 2026 im Gifhorner Schlosspark gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie.

Schon lange bevor die ersten Töne erklangen, lag eine besondere Stimmung in der Luft. Wer sich auf dem Gelände umsah, konnte sich des Eindrucks kaum erwehren, dass hier nicht nur Fans einer Band zusammengekommen waren, sondern Menschen, die sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder auf denselben Konzerten, in denselben Kneipen und auf denselben Tanzflächen begegnet waren.

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The Citadel – Dawns On Mental Highways – Subsound Records 2026

Von Matthias Bosenick (02.06.2026)

Musikalisch sind The Citadel aus Erlangen tief in den Sechzigern anzusiedeln, im psychedelischen Rock, der ohne Riffs auskommt, dafür mit Gniedeln und verträumten Verspieltheiten, selbstredend inklusive Flöte und Orgel. „Dawns On Mental Highways“ ist das zweite Album der Band, die die Sixties-Pastiche überzeugend hinbekommt – indes am Gesang gern etwas arbeiten darf.

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Zwischenklang – Forgive Me I’m Back – Iapetus Media 2026

Von Matthias Bosenick (02.06.2026)

Das sind unerwartete Brücken: Über meinen Freund Egon „Noge“ Bloch aus Ravensburg und dessen im benachbarten Weingarten angesiedelten Musiktonträgerhandel mit dem treffenden Namen Plattenzimmer ist mir die ursprünglich lokale, heute Freiburger Stoner-Band Father Ed vertraut, ich habe zwei ihrer Doppel-Alben in meiner Sammlung. Deren Percussionist Volker Lankow ist nun Mitglied der spontanen Berliner Zusammenkunft Zwischenklang, die auf „Forgive Me I‘m Back“ minimalistisch jazzend improvisiert. Mit Bernhard Wöstheinrich, als Pianist und Elektroniker ebenfalls Teil dieses Quartetts, arbeitet Lankow aber ohnehin schon länger zusammen.

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Mudtown & Holy Høly – Till I Wilt – Bezdech Records 2026

Von Matthias Bosenick (01.06.2026)

Doug Jones alias Mudtown und Ewa Baran alias Holy Høly! kombinieren ihre Fertigkeiten für eine EP, die mit Ansage gestrig klingt: „Till I Wilt“ soll nämlich dem Trip Hop der Neunziger huldigen, allem voran Portishead und DJ Shadow. Gottlob agieren beide Beteiligten individuell genug, dass diese Downbeat-EP nicht als reine Pastiche durchgehen muss.

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BLKE – BLKE – Tonzonen Records 2026

Von Matthias Bosenick (01.06.2026)

Schönheit im Lärm zu verbuddeln, das lernten die Londoner Berliner BLKE bei The Jesus And Mary Chain. Auf ihrem Debüt „BLKE“, das so heißt wie die Band selbst und mithin als selbstbetitelt durchgehen darf, lotet die Band die Tiefen des Noise, der Psychedelik und des Shoegaze mit den Mitteln der Harmonie aus – ohne Zugeständnisse zu machen, dafür hingegen mit mehr als nur einem Hauch düsterer Bedrohlichkeit. Fun Fact: Der Schlagzeuger heißt Michael Drummer.

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