Von Matthias Bosenick (08.10.2026)
Ein trunkenes Liebeslied auf Trondheim gelang Tony Gonzalez mit „Fjord Noir“, seinem zweiten Album als Velcro Dog: Mit den Mitteln juvenil orientierter Alt.-Country-Musik aus dem amerikanischen Nordkontinent setzt er sich mit den dunklen Seiten des Lebens auseinander, um etwas Licht in alles hineinzubringen. Auf Schlagzeug verzichtet er, die Akustikgitarre und einige zusätzliche Instrumente wie Cello oder Percussion reichen ihm aus. Nett geklimpert, spricht vermutlich jüngere Hörende eher an.
Was meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Geständnisse eines Küchenchefs
Von Onkel Rosebud
Geständnisse hin oder her, die wichtigsten Erkenntnisse meiner Freundin vorab, weil hier kriegt man was gelernt: Damit es zu Hause so gut schmeckt wie im Restaurant, doppelt so viel Butter verwenden, wie man denkt. Das Brutzelteil muss einen schweren Boden haben. Und montags keine Meeresfrüchte kaufen!
WeiterlesenElest – The Cruelty Of Wisdom – Elest 2026
Von Matthias Bosenick (07.10.2026)
Mit übelst hartem Geknüppel führen Elest aus Montpellier ihre Hörerschaft auf falsche Fährten: Was beginnt wie irgendwas mit -core überkreuzt mit extremen Spielarten des Metal, wird zu rifforientiertem Bluesrock. Und zu Doom. Unter anderem. Und damit nicht schlechter. „The Cruelty Of Wisdom“ ist nach 20 Jahren und nur wenigen Veröffentlichungen überhaupt das erst zweite Album des Trios.
Asaf Sirkis – Letters – StonedBird Productions 2026
Von Matthias Bosenick (06.10.2026)
Was erwartet man, wenn sich ein Schlagzeuger ans Klavier setzt? Rhythmisches Hämmern, perkussive Experimente, die Einbindung der Elemente, die gar nicht für die Tonerzeugung vorgesehen sind? Bekommt man auf „Letters“ alles genau nicht. Vielmehr setzt sich der Londoner Asaf Sirkis – bekannt von Soft Machine – entspannt hin und bringt nun seine originär gar nicht für die Veröffentlichung vorgesehenen kompositorischen Miniaturen zu Gehör. Entspannt ist wichtig, zu dieser abgedunkelten verlangsamten Klaviermusik kann man bestens gechillt in die melancholische Nacht driften.
Spezial: Addicted/Noname Label aus Moskau, Teil 21
Von Matthias Bosenick (05.10.2026)
Neues und Altes vom Moskauer Label noname/addicted! Diese Ausgabe beinhaltet: Sludge mit Remote, Rock’n’Roll-Stoner mit The Damn Ol‘ Bones, Jazz mit Slava Lobanov & Peter Shalamov, progressiven Post Metal mit N. Tesla und Ambient-Doom-Drones mit The Universe Is An Ocean.
Phoebe Bridgers – Lost Weekend – Dead Oceans 2026
Von Guido Dörheide (04.101.2026)
Im Vorfeld des eigenen Hörens dieses Albums las ich immer, dass Phoebe Bridgers auf „Lost Weekend“ ausgiebig von Autotune Gebrauch mache. Also stellte ich mich auf ein Hörerlebnis im Sinne von Cher (Do you believe in Love after Love after Lohoove?) ein. Und bekam stattdessen gleich im ersten Song eher so „Trans“ von Neil Young. Liebe junge Leute im Internet, kennt Ihr den Unterschied zwischen Autotune und einem Vocoder?
WeiterlesenDer Nino aus Wien – Neubau alone – Medienmanufaktur Wien 2026
Von Guido Dörheide (04.10.2026)
In Deutschland gibt es auch eine Toskana (in der Pfalz!), und sowohl Gifhorn als auch Holstein als auch Sachsen verfügen je über eine eigene, separate Schweiz. Gar nicht zu reden von Wildemann, dem Klein-Tirol im Oberharz! Da ist es nur gerecht, dass Österreich, wenn ihm schon von Tirol nurmehr ein Drittel bleibt, wenigstens über einen eigenen Bob Dylan verfügt, namentlich den „Der Nino aus Wien“. Ich glaube, es war der Falter aus Wien, der Nino Mandl aus Wien irgendwann in den 2010er Jahren den Namen „Der Bob Dylan vom Praterstern“ gab.
WeiterlesenMi6 – Mind Machine (Are You Listening?) – Mi6 2026
Von Matthias Bosenick (02.10.2026)
Wer Mi6 hört, hört eine Wundertüte, denn das belgische Trio bringt von EBM über Wave bis Gitarrenlärm auf seinem Debüt-Minialbum „Mind Machine (Are You Listening?)“ beinahe alles unter, was seit den späten Siebzigern im Dunkeldüsterbereich so möglich ist, und das gottlob ohne Palaktivität, auch wenn so etwas wie ein Anti-Nazi-Song dazu geradezu einladen würde. Moderne EBM-Remixe ergänzen diese zeitgemäße Retroreise, die aus bereits veröffentlichten Singles und neuen Songs besteht.
Andrea Galluccio – A New Dawn – UniSono Records 2026
Von Matthias Bosenick (02.10.2026)
Das Album „A New Dawn“ hält, was die Vorabsingles versprachen: Der in Wuppertal ansässige Gitarrist Andrea Galluccio aus Mailand spielt selbstversunken auf seiner akustischen Gitarre und generiert so kontemplative, chillige, beinahe sakrale Instrumentaltracks und eine meditativ tanzbare Folklore im Wechsel. Dabei stellt er Wirkung über Technik, obschon er darin deutlich vernehmbar ein Meister ist.
Team Dresch – Furthermore – Jealous Butcher Records/Candy-Ass Records/Chainsaw 2026
Von Guido Dörheide (01.10.2026)
Von Team Dresch habe ich zum ersten Mal 1996 anlässlich ihres zweiten Albums „Captain My Captain“ in der Zeitung gelesen, und mir ob der euphorischen Rezension sofort, unverzüglich das Album gekauft, in einem der damals in Braunschweig vorhandenen Schallplattenfachgeschäfte, die alles, was neu und irgendwie heiß war, vorrätig hatten. Ich liebte das Album und legte mir auch noch das im Jahr zuvor erschienene Debüt-Album „Personal Best“ (minnichstens genauso gut wie „Captain“, wenn nicht gar noch besser) zu sowie in den folgenden Jahren die beiden Soloalben der Team-Dresch-Sängerin Kaia Wilson. Von TD selber gab es seitdem nichts Weiteres, da die Band nach „Captain“ für 30 Jahre verstummte. Da kann wohl nicht mal ein Wolfgang Koeppen gegenanstinken.
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