Drazek Fuscaldo – Mirage – Drazek Fuscaldo 2026

Von Matthias Bosenick (14.08.2026)

Der vollständige Projektname zu dieser Veröffentlichung aus Chicago lautet Drazek Fuscaldo feat. Jörg A. Schneider, Tatsu Aoki & Thymme Jones, denn dieses jüngste Album „Mirage“ entstand so etwas in der Art wie zu fünft. Zu hören gibt es die hypnotischste, entspannteste freie Jazzmusik, die man sich vorstellen kann. Nichts für das angesagte Kaffeehaus, sondern für den entspannten Genuss zu Hause. Mit unter anderem Trompeten, Piano, Gesang und einem gelösten Schlagzeug – und alles davon ganz anders, als man glaubt, wenn man das so liest. Zum Schluss gibt’s nämlich sogar Grooves!

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Sly & The Family Drone – With Love – Sly & The Family Drone 2026

Von Matthias Bosenick (13.08.2026)

Bandnamen, die sich aus der Verdrehung bereits etablierter Namen einen Scherz machen, sind eher schwierig, da funktionieren eigentlich ausschließlich Dub Spencer & Trance Hill. Die Nordlondoner Sly & The Family Drone machen’s dennoch, und immerhin der veränderte Zusatz ist hier mehr als berechtigt: Auf dem vermutlich achten Album „With Love“ gibt’s irgendwie einen freien Jazz, aber generiert nicht nur mit dem Tenor-Saxophon, sondern auch mit elektronischem Lärm. Der umso besser reinhaut, wenn er wie hier neben kontemplativen Stücken steht. Letztlich belegt der Name vielmehr eine in der Musik eher versteckte Komponente, die für das Quintett dennoch essentiell ist: Humor.

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Pinhdar – Comfort In The Silence – Fruits De Mer Records 2026

Von Matthias Bosenick (13.08.2026)

Das neue Logo von Pinhdar mit dem auf Abstand vertikal gespiegelten P deutet schon sehr auf Portishead hin, und ja, das Duo aus Mailand erfüllt diverse Charakteristika des Trip Hop, aber nicht ausschließlich, denn die zweite Säule errichten die beiden Musizierenden und Singenden auf Wave aus den Achtzigern und verbinden alles mit modernen Mitteln. „Comfort In The Silence“ ist das vierte Album von Cecilia Miradoli und Max Tarenzi, das in unruhigen Zeiten der Seele guttut.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Adolescence – Die undurchdringliche Trennwand der Generationenwirklichkeiten

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin hat sich schon immer gefragt, warum in jeder Schule der gleiche Geruch in der Luft hängt. Sie hat eine Mischung aus billigem Waschmittel, Kotze, Früchtetee und Sperma identifiziert. Ich konnte ihr darauf keine befriedigende Antwort geben, lockte sie aber mit dem Hinweis, dass, wenn Serien riechen könnten, „Adolescence“ wäre das ungelüftete Schulhaus.

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An einem Sonntag in Drispenstedt – Guidos Eindrücke vom M’Era Luna 2026

Von Guido Dörheide (10.08.2026)

Sotiria – Stahlmann – Skynd – The 69 Eyes – L’Âme Immortelle – Neuroticfish – Floor Jansen – Lacrimosa – OMD

Nachdem mich das Line-up des M’Era Luna 2025 nicht so ganz für mich einnahm, war ich, als Freund und Kollege Carsten vor Monaten mit der 2026er Variante in mein Büro geplatzt kam, sehr angetan. Mit KMFDM und OMD waren zwei meiner liebsten Buchstabenansammlungen vertreten, beide zudem am Sonntag, so dass ich dachte, mit einer Tageskarte gut bedient zu sein. Also gesägt und tun getan, Tageskarte gekauft, und dann kam vor einigen Wochen die Hiobsbotschaft: KMFDM sagen aus Krankheitsgründen ab. Ersatz: Die Krupps. Als dann die Zeittafel der beiden M’Era-Luna-Bühnen veröffentlicht wurde, sah ich, dass sich Die Krupps und OMD auf den beiden Bühnen überschnitten, was wohl auch KMFDM und OMD getan hätten. Also allet jut, ich höre mir OMD auf der Main Stage an und ansonsten schau’n mer mal, dann seng mer scho. Gegen 12 betrat ich das Flugplatzgelände HI-Drispenstedt und war pünktlich zum Auftakt des Sets von Sotiria an der Mainstage, der zweite Act des zweiten Festivaltages. Lesen Sie hier, liebe Lesenden, wie ich den Festivalsonntag verbracht und welche Bands ich gehört und gesehen habe:

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Wolf Kadaver & Die Betrüger – Pseudologia Phantastica/Dislike – Tanzende Kadaver 2026

Von Matthias Bosenick (12.08.2026)

Ein fa-fa-fa-fantastisches neues Album allein reicht Wolf Kadaver & Die Betrüger nicht aus, falscher Genitiv im Bandnamen begründet: Die Single „Dislike“ mit zwei exklusiven Tracks gibt’s gleichzeitig zu „Pseudologia Phantastica“ dazu. Ganz nach Art der Hauptband des Braunschweiger Sängers und Bandkopfes, Tanzende Kadaver, dominiert hier der oldschoolige Uptempo-Punk, indes in allen Fassetten plus vielen anderen Sounds, von Offbeat bis zum Synthiepop. Textlich breitet sich die Band zwischen Fun, Soziologie, Horror und blutigem Ernst aus – inklusive eines feinen Popsongs gegen den Rechtsruck. Ungelogen!

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Paul Weller – Weller At The BBC Vol. 2 – Parlophone 2026

Von Matthias Bosenick (11.08.2026)

Ganz ohne Streamingangebot, also ausschließlich physisch erhältlich, wirft Rockmusiker Paul Weller aus England mal eben den zweiten Teil seiner „Weller At The BBC“-Reihe auf den Markt, mit drei CDs voller Aufnahmen, die nach dem ersten Teil im Jahre 2008 für den Britischen Radiosender entstanden. Von Akustikgitarrenballade bis Orchester ist alles drin, quer durch ein buntes Potpourri an Genres, sogar inklusive Songs seiner früheren Bands The Jam und The Style Council. Und was für tolle Songs der alte Mann im Oeuvre hat! Bei ihm gibt’s alles – außer, gottlob!, Britpop.

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Deadspawned/Mogila Deathcult – Afterlives: Revenants/Vile Turture – Pest Records/Metal Ör Die Records 2026

Von Matthias Bosenick (10.08.2026)

Einen Blick in den Death-Metal-Untergrund in Serbien wirft die Split-CD „Afterlives: Revenants/Vile Turture“ der beiden Bands Deadspawned und Mogila Deathcult. Erstere kehren dafür ihre gesamten bisherigen Veröffentlichungen zusammen, zweitere ergänzen ihre jüngste EP immerhin um zwei exklusive Livetracks. Tatsächlich decken beide Bands voneinander unterscheidbare Seiten von Death Metal ab; die zweiten sind ungeschliffener, die ersten düsterer.

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Clash & Behaviour 2 – Arsionist Records 2026

Von Matthias Bosenick (06.08.2026)

Der Brasilianische EBM-, Electro-, Industrial- und Synthie-Untergrund versammelte sich im Juni auf der sechsten Ausgabe des Electronic Body Fest im Kulturzentrum Projeto Cultural Independente in Santo André, São Paulo. Dort im Electric Café Studio spielen 14 Teilnehmer unter Anleitung von Projektleiter José Alves exklusiv 23 Tracks ein, die nun auf der zweiten Ausgabe der Compilation „Clash & Behaviour“ erscheint – exakt 30 Jahre nach dem ersten Teil, den Alves seinerzeit noch mit Marcello Delgado kuratierte. Mit dabei war jedes Mal der mittlerweile nach Wolfsburg umgesiedelte Alan Draht, damals mit seiner Hauptband Hades, dieses Mal mit seinem Projekt U-CZN, üblicherweise [u-czn], kurz für Urban Citizen.

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