Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Beat Dis Express

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin vermisst die Wunschsendungen im Radio. Früher gab es die gefühlt täglich. Man schrieb eine Postkarte an einen Sender, später schickte man eine Mail mit einem Musikwunsch zu einer Uhrzeit und wer mit welchen Worten damit gegrüßt werden soll. Vor einem reichlichen Vierteljahrhundert habe ich das zum letzten Mal für sie gemacht. Der Track war „Beat Dis“ von Bomb The Bass und ging raus an den Kosenamen meiner Freundin, der von der Moderatorin mit „klingt auch irgendwie cool“ goutiert wurde.

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Tabo Tago – The Neukölln Concert – Iapetus Media 2026

Von Matthias Bosenick (23.04.2026)

Der Titel ist natürlich ein Knaller: „The Neukölln Concert“, Keith Jarrett sitzt irgendwo am Offenbachplatz und kichert. Doch wählte das Berliner Trio Tabo Tago den Titel nicht allein wegen seiner Pointe, sondern auch, weil es inhaltlich und musikalisch passt. Na gut, inhaltlich sei dahingestellt bei einem Instrumentalalbum, laut Info geht es darum, die Unüberquerbarkeit von Neuköllns Straßen abzubilden, also beinahe eher ein Düsseldorfer „Autobahn“-Ansatz, aber musikalisch ist dieses Album ganz eindeutig vornehmlich in Berlin angesiedelt, und zwar in der nach dieser randständigen Stadt benannten Ambient-Schule, gegründet in den Siebzigern.

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Sauvageoness – A Maze Deep In – Araki Records/Atypeek Music/Charogne Records/Table Basse Records/Urgence Disk Records 2026

Von Matthias Bosenick (20.04.2026)

Gitarre, Bass, Drumcomputer und ganz viel Emotion von melancholisch bis stinksauer im Gesang: Auf ihrem zweiten Album „A Maze Deep In“ verbindet die Schweizer Künstlerin Sauvageoness unzählige Musikstile miteinander, nacheinander, umeinander herum, wie Gothic Rock, Post Punk, Wave, Punk und was so zwischen all jenem liegt. Vielseitig und gleichzeitig homogen, weil sich die Unterschiede nicht widersprechen.

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They Might Be Giants – The World Is To Dig – Idlewild Recordings 2026

Von Guido Dörheide (20.04.2026)

Also DAS rechne ich jetzt den Two Johns aus NYC (John Flansburgh und John Linnell, die zusammen They Might Be Giants ergeben) mal GANZ HOCH an: Erst im Januar haben sie die „Eyeball-EP“ veröffentlicht und jetzt im April kommt das Album „The World Is To Dig“ (wovon ich ausgehe), und KEIN EINZIGER SONG WIEDERHOLT SICH! Mit den drei plus einem Songs der EP und den 18 Songs des Albums haben TMBG heuer also mal tatsächlich 21 plus 1 neue Materialien rausgehauen, und alle sind wirklich, wirklich gut.

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Was Guido sonst noch gehört hat… im März 2026

Von Guido Dörheide (17.04.2026)

Powerwolf – Voodoo Jürgens – Tedeschi Trucks Band – Exodus

Während mein Freund und Herausgeber van Bauseneick im verdienten Kurzurlaub am Bodensee weilt und Pilsener trinkt (warum er in seiner per Messengerdienst übermittelten Postkarte den ersten und den letzten Buchstaben seines Kurzurlaubsziels weggelassen hat, wissen wahrscheinlich nur er selber, Ove Sprogøe und Morten Grunwald), höre ich mich durch die Alben hindurch, die zu rezensieren ich mich im März kapazitativ außerstande gesehen habe. Ich sollte mich beeilen, da nunmehr sich auch schon der Nachfolgemonat des Märzen, nämlich der April, sich anschickt, sehr rasch unter meiner Feder zu verrinnen. Oisdann, gemmas o:

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The Melvins with Napalm Death – Savage Imperial Death March – Ipecac Recordings 2026

Von Guido Dörheide (17.04.2026)

Jahaa, hihi, noch vor wenigen Minuten hätte ich die Frage im Internet nach Bands, denen fälschlicherweise ein „The“ angedichtet wurde, obwohl da keins war, mit sagen wir mal „Monks, Counting Crows, Cream, Melvins“ beantwortet. Und dann erscheint jüngst das Album „Savage Imperial Death March“ (fürwahr ein Monolith von einem Albumtitel) von „The Melvins with Napalm Death“. Üff. Aber scheiß auf das „The“, wichtiger ist das „with“. „Savage Imperial Death March“ (fürwahr ein Monolith von einem Albumtitel) ist KEIN Split-Album von Melvins und Napalm Death, auf dem die beiden Bands ihre Songs abwechselnd oder nacheinander spielen, sondern eine Kollaboration, auf der die beiden Bands gemeinsam ausgedachte Songs gemeinsam spielen. Dabei fallen der Melvins-Bassist und der Napalm-Death-Schlagzeuger ein wenig hinten rüber, aber das ist angesichts des Legendenstatusses, den Dale Crover (Melvins, Drums) und Shane Embury (Napalm Death, Bass) für sich verzeichnen können, mehr als selbstverständlich. Neben den beiden Vorgenannten brillieren auf „Savage Imperial Death March“ natürlich Buzz Osborne (Sänger, Gitarrist und Robert-Smith-Haircut-Lookalike-Award-Winner der Melvins), Barney Greenway (Sänger von Napalm Death) und John Cooke (Gitarrist von Napalm Death).

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Attwenger – Wos – Trikont 2026

Von Guido Dörheide (17.04.2026)

A neiche Attwenger-Plottn ist allweil ane leiwande Sochn (lieber Julius, wenn Du das liest und mir der Dialekt einigermaßen gelungen ist, erzähle es bitte Freunden & Familie, falls ich es verkackt habe, erzähle es mir), was zu einem großen Teil daran liegt, dass das Hitrezept von Markus Binder und Hans-Peter Falkner aus Linz denkbar einfach ist und auch im Jahr 37 des attwengerschen Schaffens noch mitreißt wie schon immer seit „Di Kia“ (was nichts mit Kia oder Nokia zu tun hat – die von Attwenger besungenen Kia gengan auf der Oim und nirgendwo sonst) Anno 1990:

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Tears For Fears – Scheiße angezogen, ernst gucken

Von Onkel Rosebud

Wie vermutlich viele Menschen, die sich für populäre Musik interessieren, hat meine Freundin eine Liste mit Bands, die sie unbedingt noch live sehen will. Unsere Schnittmenge für Formationen, die noch oder schon wieder am Start sind, ergab unter anderem Tears For Fears. Für sie wegen „Shout“, dem hornhautfräsenden Song, der sich der Hitformel von Abba und den Beatles bedient: nicht mit der Strophe, sondern gleich mit dem Refrain loszulegen. Für mich wegen dem Album „The Seeds Of Love“ (Fontana Records, 1989), mit dem die Band dem Synthie-Pop entwuchs und das ich für das beste Alben der 80er halte. Und glaubt mir, diese Kategorie habe ich mit summa cum laude absolviert, wenn man Joy Division aus der Wertung nimmt.

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Inside Machine: A Tribute To Gruntruck – Bitume Prods 2026

Von Matthias Bosenick (15.04.2026)

Wer sind all diese? Satte 18 unbekannte Bands finden sich zusammen, um auf der Compilation „Inside Machine“ der neunzehnten unbekannten Band Gruntruck Tribut zu zollen. Die war Anfang der Neunziger Teil der Grunge-Szene in Seattle und veröffentlichte bei dem Metal-Label Roadrunner zwei Alben, bevor es zum Split und zur obligatorischen Reanimierung kam. Da kann man Bitume Records nur für diese nötige Horizonterweiterung danken, die zudem auch noch weitere musikalische Perlen zwischen Metal und Synthiepop enthält. Und Grunge, na klar!

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Tracy Bryant – The Well – Taxi Gauche Records 2026

Von Matthias Bosenick (14.04.2026)

Mit seinem neuen Album „The Well“ fordert der Kalifornier Tracy Bryant die Genresucher heraus: Musikalisch und stilistisch lässt es sich nicht einordnen, so reduziert, wie es in Triobesetzung eingespielt wurde, und so wenig opulent die schwer zu identifizierenden Instrumente zum Einsatz kommen. Und trotzdem bleibt man dran, weil jeder Song etwas Neues, Eigenes bietet, was den Grundton nicht beeinträchtigt, sondern erweitert, und der liegt irgendwo im krautigen Postpunk-Indiefolk.

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