a-ha – True North – RCA/Sony 2022

Von Matthias Bosenick (24.11.2022)

Ist es nicht erstaunlich, welche Achtziger-Pophelden 2022 noch existieren und munter Platten veröffentlichen? Die inzwischen dritte Reunion feiert das zerstrittene norwegische Trio a-ha mit dem Konzeptalbum mit dem bei den anderen Norwegern Borknagar geklauten Titel „True North“, das auf einem behutsam nachgedubbten Konzert mit Orchester und ausschließlich neuen Songs basiert. Somit richtet sich das Album an die mitgewachsenen Fans, tappt nicht zwingend die Eigenkopie-Falle, biedert sich nicht bei aktuellen Trends an, bietet deutlich mehr Freude an substanziellen Kompositionen als der 2015er-Vorgänger „Cast In Steel“ – und der Gesang endet natürlich almost always on a high note. Nett, im positiven Sinne.

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Was meine Freundin gerne sieht: Mord mit Aussicht – Aber hier leben, nein danke

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin mag sich manchmal vom Flachbildschirm auch nur berieseln lassen. Nach einem anstrengenden Arbeitstag muss es nicht noch eine Folge „Westworld“ auf Englisch sein, bevor das Haupthaar ins Kissen gebettet wird. Es ist jedoch nicht ganz einfach, eine deutsche TV-Serie zu finden, wo man niveauvoll unterhalten wird, mit dem ein oder anderen Schmunzler zwischendurch, ohne Peinlichkeit und zu viel Ambition. Und das bestenfalls noch mit der einen oder anderen Portion Lokalkolorit.

Das schafft jedoch „Mord mit Aussicht“, eine humoristische Krimiserie der ARD. Sie handelt von der Kölner Kriminaloberkommissarin Sophie Haas (Caroline Peters), die in die fiktiven Ortschaft Hengasch im Kreis Liebernich in der Eifel versetzt wird. Vor Ort trifft sie auf ein hinreißend provinzielles Team, die junge Polizeimeisterin Bärbel Schmied (Meike Droste) und den gutmütigen Polizeiobermeister Dietmar Schäffer (Bjarne Mädel), der bei Ehefrau Heike, Spitzname „Muschi“ (Petra Kleinert), nichts zu lachen hat. Alle Drei kämpfen sich fortan durch 39 Folgen skurrile Morde (3 Staffeln im Zeitraum 2008 bis 2012).

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Absent In Body – Plague God – Relapse Records 2022

Von Matthias Bosenick (21.11.2022)

Über drei Kontinente erstreckt sich die Zusammensetzung des Projektes Absent In Body: Europa, Nordamerika und Südamerika. Igor „Iggor“ Cavalera (Ex-Sepultura, Brasilien), Scott Kelly (Neurosis, USA) sowie Colin H. van Eeckhout und Mathieu J. Vandekerckhove (Amenra, Belgien) verbinden sich zu einer Musik, die Doom, Sludge und Industrial kombiniert und einem finsteren Horrorfilm bestens zu Gesicht stehen würde. Mitten in der Coronazeit huldigen die vier dem „Plague God“, und das viel zu kurze Ergebnis lässt auf mehr hoffen, mindestens die Wiederveröffentlichung des fünf Jahre alten zwanzigminütigen Auftakttracks „The Abyss Stares Back Vol. 5“.

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Lost In Kiev – Rupture – Pelagic Records 2022

Von Guido Dörheide (17.11.2022)

Ich gebe zu, es war der Name der Band, an dem ich zuerst hängen blieb, als ich im Internet die Metal-Neuerscheinungen durchsah. Vermutlich bekommen Lost In Kiev seit Kriegsbeginn haufenweise Aufmerksamkeit, die sie so, also aus diesem Grund, wahrscheinlich niemals haben wollten. Lost In Kiev sind aus Paris, existieren seit 2007 und machen Post-Rock bzw. Post-Metal, und das zumeist instrumental. Als Gesamteindruck stelle ich fest (und ich gebe zu, dass ich mich mit reiner Instrumentalmusik nicht wirklich auskenne), dass mich die Musik und auch irgendwie die ganze Stimmung an das erinnern, was Die Haut in den 90ern gemacht haben, ohne jetzt aktuell in deren Werke nochmal reingehört zu haben. Bauchgefühl, Baby. Was mich aber alles schon mal sehr für Lost In Kiev einnimmt.

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Pink Floyd – The Wall – Harvest/Columbia 1979

Von Guido Hörster (09.11.2022)

Hi,

ich höre gerade „zwangsweise“ von Pink Floyd „The Wall“, und ich beginne, mich mit der Scheibe zu versöhnen. Ich hatte über dreißig Jahre einen großen Bogen um die Scheibe gemacht, da sie in meiner Erinnerung zuwenig nach den „Pink Floyd“ klang, die ich so mochte. Hier eine nicht vollständige Liste von Ablehnungsargumenten der Vergangenheit und wie ich heute darüber denke:

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Sylvaine – Nova – Season Of Mist 2022

Von Guido Dörheide (16.11.2022)

Ich muss zugeben, dass ich mit der Post (und deren Tochterfirma Dalsey, Hillblom & Lynn) noch nie Probleme hatte, mit „Thank you for travelling with“ Deutsche Bahn dagegen umso mehr. Von daher freue ich mich umso mehr, wenn ich auf Post-Metal-Acts und nicht auf Bahn-Metal-Acts aufmerksam gemacht werde, die ich bis dato noch nicht kannte. Wie zum Beispiel Sylvaine. Als erklärter Fan von Chelsea Wolfe und Oathbreaker las ich zufällig einen Artikel über Katherine Shepard aus San Diego, die irgendwann mit ihrer Familie ins Heimatland ihrer Mutter umzog und dort eine Karriere als Musikerin startete. Dieses Land ist Norwegen, und so hört sich auch Shepards Musik an, die sie seit 2014 unter dem Namen Sylvaine veröffentlicht. Auf den ersten Alben wurde sie von Neige von der französischen Blackgaze/Postmetal/Postirgendwas-Institution Alcest unterstützt, auf dem vierten Album „Nova“ ist das nicht mehr der Fall.

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Dry Cleaning – Stumpwork – 4AD 2022

Von Guido Dörheide (16.11.2022)

Dry Cleanings Debut „New Long Leg“ war eines der absoluten Großereignisse der alternativen englischen Musik des Jahres 2021. Unglaublich guter, beiläufiger und dennoch unter die Haut gehender und im Kopf bleibender psychedelischer Gitarren-Indierock, kombiniert mit Florence Shaws einzigartiger Art, ihre Lyrik weniger zu singen, sondern eher lesend vorzutragen. Das hat mich im vergangenen Jahr sehr vom Hocker gehauen und umso gespannter war ich, ob es der Band gelingt, dieses Niveau mit dem zweiten Album halten zu können (mit dem ich so schnell gar nicht gerechnet hätte). Zu erwarten, dass Dry Cleaning es gar übertreffen, wäre vermessen gewesen.

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Was meine Freundin gerne sieht: Detectorists – Was fängt man mit dem Leben an oder lässt es aus Trägheit eben bleiben?

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin sammelt gern Steine und Fossilien in der Nähe vom Meer. Zugegeben kein ausgefallenes Hobby, aber eins mit Verlass. Sobald sie einen Strand betritt, geht’s ab in die Hocke und dann siebt sie den Sand nach Bernstein, Donnerkeil und Hühnergott. Andy und Lance dagegen pflegen ein außergewöhnliches Hobby. Sie sind Mitglied im Sondengänger-Verein Danebury Metal Detecting Club (DMDS); zwei exzentrische Metallsucher, die auf dem englischen Land nach Vergrabenem suchen. Klingt als Prämisse für eine Serie langweilig? Mitnichten. „Detectorists“ ist eine höchst spannende Sitcom, quasi ein versteinerter Seeigel im Serien-Seetang, schwer zu finden, dafür melancholisch, witzig, bittersüß, herzerwärmend, aber nicht sentimental und gespickt mit Wortwitz und subtilem Humor.

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Bruce Springsteen – Only The Strong Survive – Columbia 2022

Von Guido Dörheide (15.11.2022)

Oha – ein neues Springsteen-Album und dazu eins voller Coverversionen von Soul-Stücken, also Songs eines musikalischen Genres, mit dem ich mich nahezu nicht auskenne. Eigentlich möchte ich darüber nicht schreiben, aber seit einigen Tagen möchte ich das Album immer wieder hören, weil es sehr gut ist, und so denke ich, ich bin es dem Künstler schuldig, hier die gefühlt 1001. Rezension seit dem Erscheinen von „Only The Strong Survive“ hinzuschreiben.

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