Von Matthias Bosenick (23.06.2026)
Den für den Metalcore üblichen klaren Gesang bringen Through The Fracturss erst im dritgen Track ihres Debütalbums „Beyond The Scars“ ein, ansonsten kombiniert die Band aus Frankreich das Gebrüll vom Hardcore mit dem Sound diverser Metal-Subgenres, wie Post Black, Djent oder Death. Auf weiten Strecken hört man also dichten Lärm, durchsetzt mit heruntergebrochenen Passagen. Gut, dass sie den Metalcore weit nach hinten stellen, der hätte diesem Album nur geschadet.
Lediglich zu dritt – die Musiker heißen möglicherweise Tom, Curt und Jac – brettern Through The Fractures einen dichten, fetten Metal, jeder Sound scheint mehr Volumen zu haben als üblich, bis hin zu den sehr breiten Snares. Dichtes Gebretter bestimmt weite Strecken dieses Albums, als Begleitung zu einem dem Hardcore entlehnten Gebrüll. Das passt prima, zumal das Gebretter hier auch mal verschachtelt wie beim Djent oder mit Blast Beats wie beim Black Metal daherkommt, da setzt die Stimme ein verbindendes Momentum. Zumeist kann man das, was da aus den Boxen boxt, nicht mal konkret bestimmen, das sind eh die besten Momente.
Und weil das Trio weiß, dass permanentes Brettern nervt, und weil es außerdem noch mehr auf der Pfanne hat, baut es viele ruhigere Momente ein, klar gespielte Gitarren, atmosphärische Sequenzen, wie beim Post-Irgendwas, vergleichbar mit den jüngeren Alcest. Wenn es ihm gar zu gut geht, singt der Sänger dann klar, doch hält er sich damit freundlicherweise zurück, so dass man diesen Klargesang hier nicht über hat oder die Druckrichtung Metalcore die Überhand gewinnt. Das funktioniert schon ganz angenehm hier miteinander. Freunde von A Secret Revealed dürfen dieses Album gern mal antesten.
Dem Album voraus ging die EP „Beyond The Scars“, deren drei Tracks hier vollständig enthalten sind. Dieses Album transportiert eine Kombination aus Verzweiflung und Aufbegehren, das Gefühl, sich nicht unterkriegen zu lassen, obwohl die Umstände – freundlich gesagt – nicht die besten sind. Ein gelungener Auftakt.
