S.U.G.A.R. – III – Alien Snatch! Records 2026

Von Matthias Bosenick (30.08.2026)

Garagigen Turbo-Rock’n’Roll einer so alten Schule, dass sie keiner Zeit mehr angehört, machen S.U.G.A.R. aus Berlin. Zu dritt, daher wohl auch der Titel „III“ für ihr drittes Album, kann aber auch andere Hintergründe haben. Das rockt, das gniedelt, das rollt, das fetzt und das hat catchy rauhe Melodien. Kommt einem irgendwie bekannt vor, aber aus so vielen verschiedenen Töpfen, dass das schon wieder ein eigener wird. Aber Vorsicht: Die Punkte im Bandnamen nicht vergessen, sonst landet man bei Bob Mould. Auch fein, klar!

Jeder Song bedient eine eigene Ausrichtung, obwohl sich alles in einer mit Rauhfaser ausgelegten Garage wiederfindet: Man hört Post-Punk-Rock’n’Roll wie bei The Godfathers, man hört Neunziger-Schwedenrock, man hört, sagen wir, 22 Pistepirkko, man hört Surfpunk, Waverock, schranzigen Rock, U2 wie vor 50 Jahren, verlangsamten Punk, Singalong-Refrains, Backgroundchöre, ein Zusammenspiel von Bass und Gitarre, das nach mehr Leuten klingt als nur zweien, die einem energetischen Schlagzeuger folgen.

Acht Songs in nur 26 Minuten, schon ist „III“ auserzählt, und man bettelt sofort um mehr. Zwei weitere Platten gibt’s von dem 2020 gegründeten Trio: das selbstbetitelte Debüt ais dem Jahr 2021 und das nur ein Jahr später nachgereichte „II“. Außerdem eine Split-10“ mit der Band Blowers aus dem vergangenen Jahr, die zwei exklusive Songs enthält. S.U.G.A.R. sind Flo The Fly alias Florian Krämer mit Gesang und Gitarre, Padde Probleme alias Patrick Fülling am Bass sowie The Mighty Miffy alias Marcus Töpfer am Schlagzeug. Die drei verschmelzen die Bands Heat und Travelin Jack zu S.U.G.A.R., und daran tun sie gut. „III“ ist gebackener Zucker, quasi Crème Brüllée, stark erhitzt, reichhaltig, süß und krustig.