Steamgenerator – Hopeless Romantic + Black As Coal – Metalloscope-Music 2026

Von Matthias Bosenick (27.07.2026)

Wie die Zeit rennt: Das Album „Hopeless Romantic“ – im Geiste ist das „-ly“ mitgedacht – ist bereits drei Jahre alt, die EP „Black As Coal“ sogar sieben. Jetzt bringt die Wolfsburger Band Steamgenerator ihr komplettes Oeuvre, also sämtliche zwölf Songs, neu heraus, gebündelt auf einer CD und gehüllt in ein formschönes Digipak, zudem im Klang verbessert. Das Arbeitstempo passt zur Musik: Langsamer Doom ist der Hauptbestandteil hier. Auch mit dem Abstand der Zeit gefällt das, was das Quintett zusammenträgt, denn das ist gottlob mehr als nur Doom und auch nicht durchgehend langsam.

Ja, Doom, also gebremst gespielte, heavy, düstere Rockmusik, das ist die Basis hier bei Steamgenerator. Nach so vielen Jahrzehnten Erfahrung, die die einzelnen Bandmitglieder mitbringen, ist das Songwriting indes enorm geschärft, daher ist jeder der sieben Album- und fünf EP-Tracks (das gelungene Kraftwerk-Cover „Radioaktivität“ fehlt hier – leider) sein eigener kleiner Hit, mit eigener Abzweigung, in Stoner, in Progrock („Locomotive Rust“ lässt da bereits im Titel eine Ahnung zu und beinhaltet außerdem eine Orgel), in Pop (das wunderschöne „1000 Flowers“, so eine schöne Melodie, da passen das Keyboard und der klare Gesang bestens zu), in Richtung Black Sabbath, Gothic Rock, heavy Blues, Neunziger-Alternative-Rock nach Art von Life Of Agony oder Alice In Chains und was das Portfolio noch alles so hergibt.

Ungewöhnlich im Sound von Steamgenerator sind, bezogen auf den Doom, neben den genannten Seitenarmen drei weitere Details: die deutschsprachigen Samples, mit denen manche Songs ein- oder ausgeläutet sind, die Synthies, die das an sich harte Genre mit angenehmen Weichmachern versehen, ohne ihm die Schärfe zu nehmen, und der vielstimmige Gesang, der sich mit dem rauhen Grollen abwechselt. Da die Band sehr vielseitig ist, trifft dies eben nicht auf alle Songs zu – in anderen dominieren die Riffs, der Schmutz, die Dunkelheit, und die Matte bekommt man auch immer wieder ordentlich durchgeschüttelt.

Wenn Steamgenerator sich schon darum mühen, die vormals lediglich als CDr vertriebenen Veröffentlichungen jetzt via Label in haltbarer Form wieder zugänglich zu machen, kann man ja hoffen, dass die fünf auch an neuer Musik sitzen. Fandienlich ist es, dass Album und EP den Weg auf eine zusammengehörige Ausgabe fanden. Steamgenerator sind, und da leuchten den Wolfsburg-Kennenden die Augen (Grief Of God! Inner Bleeding! … und ganz viele mehr): Sänger Cesare Piseddu, Gitarrist Marcus Milbrandt, Bassist Tobias Gloge, Keyboarder Oliver Korsten und Schlagzeuger Christian Steffenhagen.

Links zu den alten Reviews: Album und EP.