Von Matthias Bosenick (19.05.2026)
Was am Vorgänger „Dying Age“ unschön war, behebt Tamás Géza Albert aus Győr auf dem vierten Album „The Blessing Of Downfall“ seines Projektes Faded Remembrance bedauerlicherweise nicht: Die Idee, Doom-Metal mit Blasinstrumenten und Synthies zu kombinieren, erfährt Punktabzüge aufgrund der schmerzhaft sägenden Gitarre und der technischen Holprigkeit. Manchmal ist es offenbar doch besser, wenn einem Bandmitglieder die grundsätzlich guten Ideen mal im Detail etwas korrigieren.
Eigentlich war’s das dann auch schon, denn „The Blessing Of Downfall“ unterscheidet sich nicht wirklich von „Dying Age“. Das Rezept ist geblieben: extrem verlangsamte Musik, die man mit etwas gutem Willen als Doom bezeichnen kann, obschon der Künstler selbst das Etikett „Slow Metal“ anheftet. So richtig heavy ist die Musik indes zumeist nicht, eher gruftig-düster, und sie wäre noch gruftig-düsterer ohne die in hohen Tonlagen vor sich hin sägende Gitarre, die sämtliche guten Ansätze unter sich begräbt. Die deutlich tiefer angesetzten Einschübe von Trompete, Posaune und auch Synthies haben nicht ausreichend Gewicht, um dem etwas entgegenzusetzen. Kommt hinzu, dass Albert nach wie vor die Übergänge seiner Songelemente gelegentlich verstolpert.
Das Album dauert 55 Minuten und ringt in dieser Zeit einiges an Durchhaltevermögen ab. Alberts rauher, growliger Gesang passt grundsätzlich gut zu der Stimmung, die er erzeugen will, und sobald er das quäkige Effektgerät ausschaltet, wirkt die Musik auch viel angenehmer, so Post-Metal, Gothic-Doom, irgendwie in der Art. Aber es bleibt dabei: Er sollte sich eine Band suchen, die ihm die Ideen umzusetzen hilft.
„The Blessing Of Downfall“ ist das vierte Album als Faded Remembrance, das selbstveröffentlichte Debüt „The Age Of Emptiness“ aus dem Jahr 2021 ist schwer auffindbar. So kommt es, dass man das zweite Album „Delusion Of Silence“ fälschlicherweise für das Debüt halten kann. Nach wie vor gibt Albert die Band Pan.Thy.Monium von Dan Swanö als Referenz an, weil jener damals mit einem Saxophon den Death Metal erweiterte. Daran reicht Faded Remembrance bedauerlicherweise nicht heran. Immerhin: Das Cover ist um Lichtjahre besser als das davor.
