Man & Machine – Earthman – Fruits De Mer Records 2026

Von Matthias Bosenick (18.08.2026)

Völlig von der Erde genommen spielt Tom Roche aus Schottland mit Freunden als Man & Machine einige Songs ein und lässt sie jetzt von Fruits De Mer Records als farbenfrohe 10“ zusammentragen. „Earthman“ ist diese Sammlung wert: Die Band musiziert leise, zurückhaltend, behutsam und kuschelig. Wobei dem Kuscheln hier unterschwellig etwas innewohnt, das ein Fluchtimpuls sein könnte, weg von der Erde in ein besseres Leben.

Etwas mit der Akustikgitarre generierter und elektronisch bearbeiteter Dreampop mag das hier sein, erwachsene Folklore, sphärische Popmusik, die einen Bogen spannt von den Sechzigern in eine Zukunft, die Frieden und Ruhe verspricht. Die Musik klingt irgendwie vertraut, als wäre sie seit Jahrzehnten ein treuer, aber unaufdringlicher Begleiter. Woher kennt man etwa die Slidegitarre in „Lost At Sea“? Ist es Chris Rea oder Pink FLoyd, kommt der Rest von Simon & Garfunkel? Kennt man die Harmonien eher von den Beatles oder von den Beach Boys? Die Spieluhr am Schluss von „Sleepyhead“ jedenfalls lässt „Frère Jacques“ anklingen. Und die abschließende „Lost In Space“-Version des Titelstücks zeigt, dass Roche trotz aller Träumereien auch den Rock’n’Roll-Groove beherrscht. Den eskapistischen, stattgegeben.

Seit 15 Jahren arbeitet Roche aus Airdrie in Schottland an Solo-Musik, während er in diversen anderen Bands und Projekten Erfahrungen sammelte. Obwohl Man & Machine sein Projekt ist, holte er sich für ausgewählte Songs Hilfe: Stuart MacLeod mit Gitarren und Keyboards sowie als Produzent, Sam Waller am Schlagzeug und Andy Lawrie an weiteren Keyboards. Man hört nicht, dass hier in Bass fehlen könnte. „Earthman“ gelingt es auch ohne, diese zeitlose Reise ins All zu initiieren.