Deadspawned/Mogila Deathcult – Afterlives: Revenants/Vile Turture – Pest Records/Metal Ör Die Records 2026

Von Matthias Bosenick (10.08.2026)

Einen Blick in den Death-Metal-Untergrund in Serbien wirft die Split-CD „Afterlives: Revenants/Vile Turture“ der beiden Bands Deadspawned und Mogila Deathcult. Erstere kehren dafür ihre gesamten bisherigen Veröffentlichungen zusammen, zweitere ergänzen ihre jüngste EP immerhin um zwei exklusive Livetracks. Tatsächlich decken beide Bands voneinander unterscheidbare Seiten von Death Metal ab; die zweiten sind ungeschliffener, die ersten düsterer.

Deadspawded starten ihr „Demonarch“ erstmal mit klassisch growlendem Death Metal, dann gibt’s die vier Live-Tracks: „Come Death!“ ist Punkrock und Thrash Metal gemischt, dann folgt der erste Song nochmal in live, mit mehr Zunder, unglaublicherweise, die Doublebass bollert, alles schön tief gespielt und gegrowlt, und insbesondere die halbdreckige Lache am Schluss belegt, dass die an dem, was sie da machen, eine Menge Freude haben. Und das, obwohl der Metal hier eine erhebliche Dunkelheit ausstrahlt. Hier gibt’s Tempowechsel, vom brutalen Death zum Groove und zurück, und sogar mal ein Gitarrensolo.

Das Intro zu „Vile Torture“ von Mogila Deathcult klingt ganz kurz wie eine Erinnerung an Psychedelik, an osteuropäische Folklore und an Punkrock, bevor es losbrettert. Hier sind Breaks eingebaut, das geht in den Nacken, und Growlen gehört hier selbstredend auch mit zum guten Ton. Die Jungs kloppen zu Riffs, integrieren Samples und sägen die Gitarre mehr als ihre Vorgänger auf diesem Split-Album. Überhaupt ist die Musik nicht so fett produziert, sie klingt mehr nach Proberaum, also mehr nach Untergrund. Den letzten Studio-Track „Mangled“ gibt’s final auch als Live-Version, und man darf festhalten: Beide Bands sind live schneller. „Shallow Grave“, der andere Livetrack hier, beginnt mit einem klareren Bass, der beinahe gruftig wirkt, und die Gitarren sind weicher, weniger sägend. Dafür gibt’s ein irrsinniges Schlagzeuggekloppe.

Beide Bands gibt’s noch gar nicht so lang: Mogila Deathcult seit 2022, als sie aus der 2012 gegründeten Band Grobdanište hervorgingen, und Deadspawned sogar erst seit 2024. Von Deadspawned sind hier sämtliche bisher veröffentlichten Aufnahmen versammelt, nämlich die EP „Afterlives“ aus dem Jahr 2025 sowie das Demo zu „Demonarch“ vom Januar. Drei Viertel der Band rückten von Haste zu Deadspawned, insgesamt sind es fünf Musizierende: Sänger Jovan Josipović, Bassist Marko Blagojević, Schlagzeuger Nemanja Bubalo sowie die beiden Gitarristen Milan Dobrosavljević und Slobodan Vukotić.

Von Mogila Deathcult gibt es ein Demo („River Rot“, 2023), ein Split mit Convulsive („Screeches From The Backwoods“, 2024, mit der kompletten Demo-EP) und eine EP, letztere ist hier ebenfalls komplett enthalten; die vier Tracks von „Vile Torture“ haben dabei bereits zwei Jahre auf dem Buckel. Umso erfreulicher, dass hier zwei exklusive Livetracks mit drauf sind, von denen einer sogar ein komplett neuer Song ist. Die Band besteht aus: Sänger und Gitarrist Stefan Stanojević, Gitarrist Milan Vićić, Schlagzeuger Marko Stefanović und Bassist Dino Bakić. Drei von ihnen gründeten die Band bereits 2012 als Grobdanište, bis Vićić von der Band Sunovrat sich ihnen zehn Jahre später anschloss und die Umbenennung erforderlich machte.