Von Chrisz Meier (13.04.2026)
Wenn ich etwas wirklich gerne tue, dann ist es das Beobachten von Filmen.
So langsam stelle ich fest, daß, je mehr ich gucke, desto weniger weiß ich später noch, was ich geschaut habe. Vielleicht sollte ich mich mal selber vor zu vielen Filmen warnen.
Da hilft es, sich Filme, die in guter Erinnerung geblieben, aber trotzdem verblasst sind, nochmal anzuschauen. Dies tat ich mit „Amsterdam“, der vor vier Jahren erschien und heute so gut wie vergessen ist – trotz C. Bale,
M. Robbie und J.D. Washington als Hauptdarstellertrio! Es geht hier in erster Linie um Freundschaft. Ja, so simpel kann eine gute Geschichte manchmal sein. Freundschaft muß was aushalten, wird uns hier mit überzeugenden Mitteln und Argumenten dargelegt. Die drei genannten kommen zusammen, bleiben zusammen, trennen sich oder werden getrennt, treffen sich wieder usw. Das ganze spielt in Settings, die sowohl den ersten Weltkrieg als auch die Nachkriegs-Welt in Europa und den USA zum Thema haben. R. de Niro und eine perfide Verschwörung spielen auch noch nicht unwesentliche Rollen, im Mittelpunkt bleiben aber die drei Außenseiter (zwischen denen die Chemie außergewöhnlich gut funktioniert) und ihre unverbrüchliche Freundschaft. Sehr sehenswert. Und die message bitte verinnerlichen, hörste!
Um Freundschaft geht es auch in „Together“, hier bloß ganz, ganz anders.
D. Franco und A. Brie spielen ein Paar, das aus der Stadt aufs Land in ein einsames Häuschen zieht. Das Häuschen fackelt dann auch nicht lange und zeigt relativ zügig, was mit ihm nicht stimmt. Mehr kann ich wirklich nicht verraten; der Clou steckt allerdings auch schon im Filmtitel. „Together“ gehört für mich aufgrund seiner originellen Idee sowie seiner filmischen Umsetzung eindeutig zu den besten Neuerscheinungen im Genre Horror, in dem ansonsten viel vom Immergleichen erzählt und gezeigt wird und in dem Mittelmaß regiert.
Richtig gut kaschieren kann dies „Bring Her Back“, der in den höchsten Tönen gelobt wurde. Und über die darstellerischen Leistungen aller Beteiligten möchte ich auch kein böses Wort verlieren, denn hier machen alle ihren Job sehr gut oder richtig gut! Und ja, der Film verbreitet von Anfang an eine unangenehme Stimmung, auch das sollte ein Horrorfilm unbedingt! Was mich stört, ist die, bei Licht betrachtet, doch ziemlich konventionelle Story um eine Mutter, die einen schweren Verlust erlitten hat und diesen nun zu kompensieren versucht – mit ungewöhnlichen Mitteln. Da waren andere Filmemacher des Genres in letzter Zeit innovativer. Vielleicht ist das aber auch Mäkeln auf sehr hohem Niveau. Bitte selbst entscheiden!
Einen eher ungewöhnlichen Ansatz versuchte auch „Until Dawn“, wie der Vorbesprochene aus dem Jahr 2025. Denn Teenie-Slasher-Filme in einsamen Hütten gibt es Myriarden, Teenie-Slasher-in-einsamen-Hütten mit einer ZEITSCHLEIFE bislang nur diesen, soweit ich weiß. Und so kommt es, daß die Darstellerinnen und Darsteller (alle bisher eher unbekannt und von daher gut fürs Budget!) mehrmals gekillt werden – jeden Tag aufs Neue. Die Idee ist wirklich gut, das Drehbuch dann aber leider nicht. So bleibt es dann im Laufe des Films nur bei verschiedenen Todesarten für junge Leute, wobei einige zugegebenermaßen wirklich originell sind. Für Fans.
Im Februar überkam mich anscheinend mal wieder die pure Horrorlust, denn auch „Dangerous Animals“ gehört zu diesem Genre. Die Story in zwei Sätzen: Eine unabhängige junge Frau wird von einem Serienmörder, der von Haien besessen ist, auf hohe See entführt. Nur gut, daß die Frau nach einem One-Night-Stand an Land einen wirklich schwer verliebten Bewunderer zurückgelassen hat. Das Plus des Films war, daß Haie hier explizit nicht als blutrünstige Bestien dargestellt werden, was ihm hoch anzurechnen ist. Der mordgierige Irre ist ein Mensch, wie in Echt. Und wenn man es gut meint, könnte das Fazit zu „Dangerous Animals“ lauten: Solide Kost, sowohl handwerklich als auch inhaltlich. Man könnte allerdings auch das Mittelmaß von weiter oben wieder vorholen. Aber was soll’s, ich habe heute irgendwie eine gnädige Ader.
Soviel für heute, in der nächsten Folge geht es u.a. um Spione, Sprachnachrichtenableser und Springsteen. Und jetzt raus aus dem Internet! Kein Hirn soll verrotten!
