Von Chrisz Meier (18.03.2025)
Wenn ich etwas wirklich gerne tue, dann ist es das Beobachten von Filmen.
Meine Beobachtungsergebnisse möchte ich gerne weitergeben, sei es als Empfehlung, sei es als Warnung.
S. Penn ist eigentlich immer eine sichere Bank, was Filme angeht. Viel Mist hat dieser Mann noch nicht fabriziert. In „Daddio – eine Nacht in New York“ spielt er einen Taxifahrer, der eine Frau (D. Johnson) vom Flughafen ins Zentrum fährt und sich mit ihr auf dieser 90-minütigen Fahrt (was das wohl kostet ins NY??) unterhält. Und das ist schon die ganze Handlung in diesem Kammerspiel. Keine Action, viel Dialog. Überhaupt nicht langweilig! Eine wohltuende Ausnahme zwischen dem ganzen CGI-Getöse ohne wirkliche Inhalte. Geeignet für alle, die es gerne mal ruhig haben.
Fast schon zehn Jahre alt ist der Zehnteiler „The Five“. Es geht um einen kleinen Jungen, der vor 20 Jahren verschwunden ist, seinen Bruder und drei seiner Freunde. Macht zusammen fünf. Nun ist es so, daß die DNS des verschwundenen kleinen Jungen am Tatort eines Mordfalls auftaucht. Wie das geschehen konnte, was mit dem Jungen passiert ist und wie sich die vier Übriggebliebenen 20 Jahre später zu- und miteinander verhalten, ist Inhalt dieser Miniserie und recht gut gemacht. Solide Krimikost mit deutlichen Drama-Anteilen und einer Spur Mystery.
Horrorfilme, die im Kloster-/Nonnenmilieu spielen, sind immer düster und bedrohlich. Da macht „Immaculate“ (2024) keine Ausnahme und bedient etliche aus diesem Genre bekannte Klischees. Einen lustigen Twist kann dieser Film allerdings aufweisen, denn die Hauptfigur (S. Sweeney) ist plötzlich, unerwartet, ungewollt und ungeahnt – schwanger. Schon raunen die anderen InsassInnen dieser Anstalt (Kloster) von einem „Wunder“. Wer hier wohl der Vater ist? Na? Naaa? Mehr kann ich nicht verraten. Freunde des Genres können ja mal reinschauen, es sei denn, sie finden Sweeney genauso unsehbar wie viele Kritiker.
Ein deutsches Biopic? Ja, und sogar ein gutes! „Girl You Know It’s True“ von 2023 erzählt die wahre und letztendlich tragische Geschichte des Pop-Duos Milli Vanilli, seines rasanten Aufstiegs dank eines windigen Produzenten (M. Schweighöfer als F. Farian – groß!) und des Skandals, den die beiden Tänzer und „Sänger“ Robert und Fabrice auslösten, als bekannt wurde, daß nicht sie, sondern anonyme Studiosänger ihren Hits die Stimmen gaben. Wäre das heutzutage überhaupt noch ein Skandal oder würde es die beiden nicht eher in den ewigen Starruhm katapultieren? „Girl…“ ist gut gemacht, gut gespielt, er übertreibt an den richtigen Stellen und macht echt Spaß. Schon wieder eine seltene Ausnahme im ansonsten eher drögen und unlustigen deutschen Film.
Unlustig können aber auch andere, siehe „Good Omens“, die zwölfteilige Serie in zwei Staffeln von 2019. Das hätte ich mir wirklich sparen können. Hier treffen Himmel und Hölle in Form von einem Engel und einem Dämon aufeinander, die sich allerdings zusammenraufen müssen, um das Armageddon zu verhindern, welches von einem elfjährigen Jungen ausgelöst werden soll. T. Pratchett hatte seine Finger hier mit drin, der wohl vor allem durch seine „Scheibenwelt“-Romane bekannt ist. Und das ist leider so gar nicht mein Humor. Für andere mag es ein Gütesiegel sein, also ist „Good Omens“ wieder mal Geschmackssache.
Aber zurück zum Biopic. B. Marley wird in „One Love“ ein Denkmal gesetzt, und das nahezu wörtlich. Da einige seiner Nachfahren an der Produktion des Films beteiligt waren, ist so gut wie kein böses Wort über den Reggaemusiker aus Jamaica zu vernehmen. Gut, er hat seine Frau(en) schlecht behandelt, aber nicht zu schlecht. Im Mittelpunkt stehen seine Bemühungen um Frieden im seiner vom Bürgerkrieg bedrohten Heimat und auch seine Musik spielt – natürlich – eine Rolle. Mir persönlich war der Film allerdings deutlich zu religiös, das Gerede über Rastafari et al. ging mir irgendwann auf den Senkel. Für Reggaefans sicherlich ein Muß.
Mit K. Stewart ist das so eine Sache. Mal spielt sie sich die Seele aus dem Leib wie in „Spencer“ (2021), mal uninspiriert und gelangweilt wie in diesem Tiefsee-Horror, dessen Titel mir entfallen ist. „Love Lies Bleeding“ ist einer ihrer guten Filme. Angesiedelt im White-trash-Milieu irgendwo im US-Nirgendwo, verliebt sich ihr Charakter in eine Bodybuilderin (beeindruckend: K. O’Brian), die sich den amerikanischen Traum erfüllen und Wettbewerbe gewinnen will. (Das ist in der Tat der einzige Traum, den Amis haben: Wettbewerbe gewinnen. Egal, welcher Art. Alle anderen ausstechen/bescheißen und gewinnen.) In die Quere kommt den beiden ein lokaler Drogengroßhändler, gespielt von E. Harris in oskarreifer Maske. Dark Romance wäre wohl die richtige Schublade für diesen Film, und angemessen dark war er dann auch. Sehenswert.
Warum um „Godzilla Minus One“ so ein Gewese gemacht wurde, muß mir mal jemand erklären. Godzilla kommt aus dem Meer und zerstört Tokio. Das macht er seit vielen Jahrzehnten, mal im Gummikostüm, mal computeranimiert. Menschen beschießen ihn mit Panzern und Flugzeugen. Nützt nix, seit 1954. Godzilla verschwindet wieder. Oder wird getötet. Und kommt trotzdem immer wieder. Um Tokio zu zerstören. So what?
So, das waren die letzten Filme, die ich 2024 gesehen habe. In der nächsten Folge sind wir dann schon im frischen, neuen Jahr. Da sah ich u.a. „Deep Throat“. Und jetzt raus aus dem Internet!