Durchströmungen 5: Stromschnellen – Separated Beats 2026

Von Matthias Bosenick (18.06.2026)

Zum fünften Mal wechselt Benjamin „Ben“ Bekeschus seine Aliasse, um eine Schein-Compilation unter dem Titel „Durchströmungen“ zu erstellen. Die „Stromschnellen“ führen vorbei an Dub, Trance, House und Techno und legen im Verlaufe an Tempo und Energie zu. Um wieder runterzukommen, empfiehlt es sich, das Album einfach rückwärts zu hören. Die „Stromschnellen“ machen, wie die anderen vier Teile, auch außerhalb von Clubs gute Laune.

Für diese fünfte Ausgabe seiner „Durchströmungen“ greift Bekeschus auf einige neuere Aliasse zurück. Aus.Gleich ist bereits seit der ersten Ausgabe vertraut, zieht sich mithin durch diese Strömungen hindurch, die anderen sind hier relativ exklusiv. Der neue Trip beginnt als Recode Active mit „Freezing Snowchords“ ganz anders, als es der Titel suggeriert, nämlich eher sonnig, dubbig, und während man noch meint, dass so ein Dub ja in der Regel eher gemächlich daherkommt, stellt man fest, dass in diesem hier doch eine Menge Zunder steckt. Als Snowblaster und Dub Diary setzt Bekeschus den Pfad erstmal fort, mit viel Hall und Echo sowie einem stetig ansteigenden Tempo.

Spätestens als Lunar Sunset Industries deutet Bekeschus die Beats in Richtung Trance weiter, allerdings einer milderen Variante, nicht Psytrance oder Goa, sondern noch mit Luft nach oben, was Energie und Tempo betrifft. Hier nimmt man wahr, dass seine Sounds grundsätzlich klar sind, er verwäscht nichts, und er lässt sich zeitlich nicht festlegen. Das hier ist irgendwie retro, aber doch sehr heute. Retro sind auch die Acid-Sounds, die Bekeschus als Hypnolanes in „Boreal Mechanics“ unterbringt, und doch würde man den gesamten Track nicht als gestrig auffassen.

Auch nimmt man wahr, dass Bekeschus nicht zwingend auf Melodien aus ist, diese elektronische Musik hier bedient Gefühle, Stimmungen, einen aufgeräumten Dancefloor, nicht das Radio. Nicht ganz: „Sellesbyte“ von Pink Your Planet bringt dann doch Melodien ein, unter dem Namen begibt sich Bekeschus mit „Byotronica“ sogar in einen Berliner Club. Für den Abschluss „Moonligh Heat“ als Anachronda lässt er das Niedrigschwellige wieder los und konzentriert sich ganz aufs Tanzen. Das Album endet und man ist richtig aufgeheizt – was nun?

Mit „In rauhen Nächten“ von Aus.Gleich in der Version „Lunar Sunset Industries Nightview“ greift Bekeschus übrigens auf die vierten „Durchströmungen“ mit dem Titel „Wellenbrecher“ zurück, dort ist der Track als „Spiralectric Nacht“ enthalten. Die Alter Egos Recode Active, Lunar Sunset Industries und Anachronda traten bereits auf der dritten Ausgabe „Magnetschweben“ als Remix-Titel in Erscheinung. Zur weiteren Historie: „Klangkräfte“ war der zweite Teil der Reihe, mit „Glaswolken“ startete Bekeschus sie 2021.