Prophets Of Thwaites – Vulnerant Omnes Ultima Necat – Pest Records 2026

Von Matthias Bosenick (22.07.2026)

Doom mit weiblicher Stimme dürfte selten sein, aber das ist nicht das einzige Alleinstellungsmerkmal des Groninger Trios Prophets Of Thwaites: Blues, Post Rock, Heavy Psych und mehr finden Einlass in die erste EP „Vulnerant Omnes Ultima Necat“. Diese halbe Stunde Doom teilt sich auf in zwei Studio- und zwei Live-im Studio-Tracks, darunter in beiden Hälften der Titelsong, der auch jedes Mal eine andere Basis bekommt. Vergänglichkeit ist hier das Thema, aber was Wunder, wir hören ja schließlich Doom.

Und zwar ziemlich heavy Doom. „A Deadlock“ bezaubert zunächst mit dem knackigen dynamischen Bass, der den verschlurften Doom antreibt, bis man dann davon verzaubert ist, dass dazu eine Frau singt. Während sich das Stück vor einem ausrollt, setzt es plötzlich zum Sprung an und entwickelt sich zu einem rasanten Heavy Bluesrock, um dann in die Ausgangslage zurückzusetzen. Man hört: Das ist alles fett und dicht, der Sound sitzt, dabei generieren den wieder mal nur drei Leute.

Es folgt das Titelstück, übersetzt ungefähr „Sie alle verletzen, die letzte tötet“, und damit gemeint sind Stunden, also die Lebenszeit. Ein fröhliches Doom-Thema also. Dieses Stück gniedelt weit mehr als der Opener, es tendiert bald in Richtung Stoner Metal, sogar Heavy Psych. Bevor es herunterfährt, minimalistischer wird, die Härte verstärkt und Gesang und Gitarre einander duellieren lässt. Das erinnert leicht an Myrkur, sobald jene mal den Black Metal fahren lässt und trotzdem heavy bleibt. Die Live-Seite beginnt mit „Karzelek“, quasi ein polnisches „Zwergchen“, das an Black Sabbath mit tiefen Riffs und hypnotischem Gesang denken lässt. Hier dringt der Post Rock am stärksten durch, das Stück ufert aus in jam-artiges Rock-Gniedeln. Zuletzt gibt’s das Titelstück erneut, diese Version ist sogar noch schwermütiger als die Studiovariante.

Erst seit einem Jahr sind die Prophets Of Thwaites aktiv. Mit ihrer ersten Veröffentlichung „Doomsday Glacier“ erklärten sie gleich ihren Bandnamen, der auf den Gletscher in Alaska Bezug nimmt, der sinnbildlich für die Klimakatastrophe steht und somit auf eine ungewöhnliche Weise ein Symbol für Doom darstellt. Das Groninger Trio besteht aus Sängerin und Gitarristin Esma Larabi, Schlagzeuger Cosmo Wassenaar und Bassist Ferry Vermeeren. Nach vier Demo-Songs ist dies die erste EP der Band aus Westfriesland, die für den Herbst ihr Debüt-Album ankündigt.