Omnitrocy – States Of Conscious Matter – Loud Rage Music 2026

Von Matthias Bosenick (10.07.2026)

Hier gibt’s eine halbe Stunde lang auf die Fresse. In ihren groovenden Brutal Death Metal bauen Omnitrocy aus Rumänien auf ihrem Debüt „States Of Conscious Matter“ zwar Brüche und Gimmicks ein, doch überrollt einen hier ein Hybrid aus Speed-Mähdrescher und sämtlichen Teilnehmern einer Box-Weltmeisterschaft. Mehrmals. Und hinterher fühlt man sich erfrischt, so geht das!

Vom Intro „Inside The Mind“ sollte man sich nicht abschrecken lassen: Dieses kitschige Klavier repräsentiert kein Bisschen, was danach folgt. Das ist nämlich ein gewaltiger, mächtiger Brocken: Die Band kombiniert das Kopfnicken des Thrash Metal mit Blastbeats und lässt beides nebeneinander laufen, als hörte man zwei Bands parallel, die auch noch bestens zueinander passen. Dazu grooven Bass und Gitarre, während sie eigentlich mit einer groben Soundwand auf die Hörerschaft einprügeln. Währenddessen growlt, gelegentlich schreit jemand passend herum.

Da man zunächst geplättet ist von der Verbindung aus Groove und Terror, meint man, die Musik sei kontinuierlich brettartig, habe also oberflächlich kaum Konturen, doch trifft dies nicht zu. Überall lassen Omnitrocy Breaks, Soli und rhythmische Besonderheiten zu, in denen sie den Groove variieren oder einfach mal zu einem noch heftigeren Schlag ausholen. Die erste Abweichung aus diesem Malstrom stellt „All But Silence … (Intermezzo)“ dar, das ist, anders, als es der Titel androht, nicht nur Stille, aber auch nicht mehr der Blast. Vielmehr ist dies eine beinahe ruhige, melodische Metal-Ballade, mithin das abwechslungsreichste und vielseitigste Stück auf dem Album, im Grunde das zugänglichste. Bevor die Band wieder losbricht.

Enthalten sind in diesen 33 Minuten auch die beiden Vorab-Singles „God Of The Gaps“ und „Waste Of Life“ aus dem Jahr 2024 sowie die komplette zweiteilige „Solipsism“-EP aus dem Jahr 2023, die wiederum eine Besonderheit darstellt, mit der klassischen Eröffnung, die ihre eingeflochtene Fortsetzung in der Death-Metal-Komposition findet. Das Outro „Escape The Mind“ nimmt dann den Kitsch des Intros wieder auf. Seit der Gründung 2019 in Cluj-Napoca in Transsilvanien sind Sänger Ionut Popa, Gitarrist Vladimir Moater und Schlagzeuger George Alb Mitglieder von Omnitrocy, Rares Aioanei löste im vergangenen Jahr Silviu Andrei am Bass ab. Auf den alten vier Tracks dürfte jener also noch zu hören sein.