My Pitbull Lucifer – Welcome To New Earth – No Profit Recordings 2026

Von Matthias Bosenick (04.03.206)

Über den Bandnamen mit dem abgeschmackten umgedrehten Kreuz im Logo lässt sich streiten, aber die Musik auf dem Debüt-Minialbum „Welcome To New Earth“ der Kroaten My Pitbull Lucifer ist herausragend: Eine Gemengelage aus Doom, Sludge und Stoner, verschachtelt und progressiv, auf die Zwölf und auch kontemplativ, Bisschen Siebziger-Hardrock, dennoch sehr zeitlos.

Die Melvins hat man zunächst vor Ohren, sobald dieses Mini-Album mit der Vorabsingle „Gushing River“ loslegt: langsam, aber heavy, mit sehr viel Fuzz auf den Saiten, mit einem Gesang, den man auch als inbrünstiges Brüllen empfinden kann, bisweilen langanhaltend in den Gesamtsound gemengt. Die Hi-Hat ist permanent in Action, das dürfte der Teil sein, der bei Gigs als erstes zerbricht. Schon hier und im zweiten Song „Mountains“ verschachtelt die Musik in Richtungen, die man nicht erwartet, fällt in zurückgenommenes Klimpern oder in einen beschleunigten Blues, der dem Doom quasi entgegensteht.

Das mit dem ausgedünnten Sound inmitten der ansonsten angenehm fetten Musik setzt sich fort, „Shadows“ und „Mindfood“ beginnen so, ersterer Song zunächst begleitet von wuchtigem Schlagzeug, mit dem er in fettere Wässer zurücksteuert und in dem die Kombination aus Instrumentierung und Gesang eine Analogie zu Led Zeppelin zulässt, zweiterer verlässt das Meditative nur zögerlich und steigert sich bald dramatisch. Im überlangen finalen „Analog Man“ kehrt ein Walzertakt immer wieder zurück, das Stück ist so verschachtelt wie die ersten beiden und ebenso düster, gar böse, insbesondere, sobald es dem Most zur Ehre gereicht.

Obwohl My Pitbull Lucifer als Band noch frisch sind, schmücken sie sich bereits mit Support-Gigs für internationale Szene-Prominenz, etwa die Cro-Mags. 2021 beteiligte sich das Quartett an einer Tribut-Compilation für die kontroverse kroatische – eigentlich jugoslawische – Punk-Instanz Satan Panonski, es folgte 2022 eine Split-LP mit dem Doom-Metal-Duo Ommnus aus Detroit. „Welcome To New Earth“ ist somit das Debüt des Quartetts. Das besteht aus Gitarristin Dina Ivas, Bassist Loris Peruško, Schlagzeuger Ivan „Luže“ Hlušićka und Sänger Vedran „Hamer“ Župarić. Die Band schloss sich aus zwei kroatischen Untergrund-Bands mit Heldenstatus zusammen, sagt die Info, und zwar die psychedelischen Rock-Metaler Mighty Zazuum und die Grindcore-Könige Bolesno Grinje. Als wären das die einzigen Bands, die die vier Musizierenden aus der Küstenstadt Pula in Istrien jemals hatten!