Merculistarya – Áradó fájdalom a tűnődés medrében – Pest Records/Metal Ör Die Records 2026

Von Matthias Bosenick (16.03.2026)

„Eine Flut von Schmerz im Bett der Kontemplation“ ist die Internet-Übersetzung des Titels „Áradó fájdalom a tűnődés medrében“. Diesen gab Árpád Szenti dem Debütalbum seines Soloprojektes Merculistarya, mit dem er seine in Jahtzehnten angehäuften persönlichen und emotionalen Visionen in Black Metal umsetzen wollte. Man hört, dass der Ungar da eine Menge Ideen einbringt, mit denen er das Genre erheblich erweitert. Heißt: Einiges ist dicht an etwas, das man bald als Klischee auffassen könnte, aber vieles durchbricht sämtliche Erwartungen.

Gebolze und Geschrei gehören zu den Klischees, die Kirchenorgel letztlich auch, aber zu einem anderen, im Irrsinnstempo flirrende Gitarren zum Dreivierteltakt sind Black-Metal-Basisausstattung. So war’s dereinst, und wohin es sich entwickelte, als man feststellte, dass Black Metal ja auch schön und emotional sein könnte, das findet sich hier ebenfalls, also schwere Gitarrenwände, die der Dunkelheit den Teppich ausrollen. Checkboxen gefüllt.

Doch ist der Zettel von Árpád Szenti aus Szeged in Ungarn noch um einige Checkboxen länger, und in den Jahren, in denen sich der Schlagzeuger in wechselnden Bands ausprobieren durfte, und zwar sehr, sehr vielen, darunter einmal sogar als Gast bei Thy Catafalque, erweiterte er seinen eigenen Horizont so stark, dass er nun all seine Ideen in dieses Album einfließen lässt. So finden sich hier nun Piano-Intros, komplett stille Ambient-Passagen, der Groove von einerseits Thrash Metal und andererseits – nun: dem Gothic Rock der Fields Of The Nephilim inklusive deren Dunkelheit, Synthies, die nach Symphonic-Metal-Streichern klingen, na, und so weiter.

Szenti gründete dieses Projekt vor weit mehr als zwanzig Jahren, wobei das natürlich eine kuriose Auskunft ist, wann gründet man ein Ein-Personen-Projekt, mit der Geburt? Das Album jedenfalls nahm er bereits 2009 auf, ließ es aber zugunsten seiner anderen Verpflichtungen in der Schublade und holte es daraus erst 2024 hervor, um es komplett neu einzuspielen und technisch aufzupolieren. Das indes hätte gern an mancher Stelle etwas ausgefeilter erfolgen dürfen, denn manche Instrumente haben einen leicht künstlichen Sound. Erstaunlicherweise ausgerechnet das Schlagzeug, und das von einem Schlagzeuger. So gesehen erfüllt das Album abermals die Anforderungen an Oldschool-Black-Metal, Mission erfüllt.