Hidas – A Sense Of Impending Doom – Tonzonen Records 2026

Von Matthias Bosenick (03.02.2026)

Doom ist nicht tot, der kriecht nur komisch. Komisch riechen indes tut er nicht, auch wenn der Opener auf Hidas‘ jüngstem Album „A Sense Of Impending Doom“ den missverständlichen Titel „Dynger“ trägt. Riffs doominieren dieses zweite Album der Münchener, die indes nicht ausschließlich gebremst und instrumental vor sich hin mörteln, sondern auch wissen, wo der Hammer hängt, und den schwingen sie dann behände. Und wenn sie grummeln, dann mit metallischer Härte. Merkt man gar nicht, dass da keiner singt.

Tatsächlich meint man sogar, eine Stimme zu ahnen, die sich da in den Kreis der Sägen einbringt, möglicherweise aus der eigenen Hörerfahrung heraus, denn andere Doombands würden vielleicht so verfahren. Nicht Hidas, und sobald man erst erfasst, dass die Begleitstimme ausbleibt, beginnt man zu begreifen, wie geil die Münchener ihren Doom aufbauen. Das Schleppende des Doom reichern Hidas an, mit Breaks in den Drums, mit Riffs und anderen lebendigen Gitarrenfiguren, also mit Elementen, die den Lavastrom zur Richtungsänderung veranlassen.

Um dann plötzlich mit Genreanleihen durchzubrechen, die man nicht erwartet hätte, weil man sich auf den Doom, den schleppend voranmalmenden Metal, gewöhnt und eingelassen hat: Die Vorab-Single „Splint“ etwa hat eine Speed-Passage, die den Doom plötzlich nach Motörhead klingen lässt. Ist das noch Punkrock? Mitten im unendlichen „ASOID“ erklingen ein Vogelzwitschern und dann ein Post-Black-Metal-Flirren auf der Gitarre. Den Black Metal testen Hidas anschließend im „Vakuum“ aus: Das Stück beginnt speedy wie jenes Genre, dann verfällt die Band in ein deprimiertes leeres Gniedeln auf der Gitarre, um dann kurzzeitig den Black Metal wieder von der Leine zu lassen und in den voll ausgestatteten Doom zurückzukehren.

Das mit dem Black Metal kommt dabei gar nicht mal so überraschend, guckt man sich das Cover des vorangehenden Albums „Live At El Ritual 2024“ an: Da hat der Bandname einen typischen Schriftzug wie im Black oder Death Metal. Jener Mitschnitt war überdies erst die zweite Veröffentlichung der Band überhaupt, der bisher lediglich 2023 das selbstbetitelte Debüt voranging. Und auf der mit „Dopedynger“ bereits ein Vorgeschmack auf das vorliegende Album enthalten war, mit einem Titel, der den Stoner-Anteil jenes Tracks deutlicher hervorhebt.

So fett, wie der Sound auf „A Sense Of Impending Doom“ ist, mag man wieder kaum glauben, dass lediglich drei Leute ihn generieren. Richard Noyn am Bass, eigentlich Richard Vukorep und zuvor Gitarrist bei Kemwer und Taste Bitter Ashes. Christoph Mühlbauer am Schlagzeug, zuvor bei Lee Harvey & The Oswalds. Florian Bätz an der Gitarre, ebenfalls bei Kemwer und Lee Harvey & The Oswalds.