Von Matthias Bosenick (18.02.2026)
Nach der „Maxi-Single“ mit dem Titel „Bomba Nastoyashchego“ („Бомба Настоящего“) folgt nun das gleichnamige Album der progressiven Psychedelic-Space-Rocker Ciolkowska aus St. Petersburg. Die nach dem Erfinder Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski (Константин Эдуардович Циолковский) benannte Band macht sich seit gut zehn Jahren musikalisch auf in den Kosmos, passend zu ihrem Namensgeber. Der Kosmos auf diesem Album ist dabei nicht von der Leere bestimmt, die man von der Erde aus beim Blick nach oben wahrnimmt; wer in diese Raumkapsel steigt, bereist üppige Welten – die zudem im eigenen Inneren liegen.
Mit dem „Bossa Nova Russa“ beginnt die Reise noch recht zurückhaltend, vorsichtig tastet sich die Band voran. Mit dem zweistimmigen Gesang und einer zurückgenommenen Rockmusik schunkelt man sich empor – der Schub erfolgt ab dem zweiten Stück „Vpered“. Und dann beachtlich. Hier belegen Ciolkowska, dass Tempo und Rockmusik nicht zwingend Härte bedeuten, ohne an Kraft einzubüßen. Das Tempo setzt die Band auch mit „Spokoen“ fort, bremst dann für „Az Esm“ etwas ab, um ihrer Verspieltheit den Vortritt zu lassen.
Die Verspieltheit leben die St. Petersburger zwar durchgehend aus, was wohl für das Co-Etikett „progressiv“ sorgt, doch fallen manche progressive Anteile im Rausch der Rockmusik mit dem turbulenten Gesang weniger auf, als wenn sich die Band in der Intensität zurückhält und stattdessen ihre Spielfreude auslebt. Mit „Magical“ etwa streckenweise in einem Sound, den man sich auch in den Achtzigern bei U2 hätte vorstellen können, eingebettet in den Spacerock, der nach Gras schmeckt. Zum Abschluss folgen die beiden Tracks, die die Band bereits vorab als „Maxi-Single“ veröffentlicht hatte.
Mit „Бомба Настоящего“ bilden Ciolkowska den Weg zur Selbst-Erkenntnis ab, begleiten die Transformation von Bewusstwerdung zum Erreichen einer Integrität, erklären sie in der Info. Also eine Reise in den inneren Kosmos, wenn man so will. Mit einer vielköpfigen Besetzung setzt die Band diese Reise um: Maria Nanzat-ool teilt sich den Gesang mit Yegor Svysokihgor, der auch Gitarre spielt, zusammen mit Alesya Izlesa. Am Bass sind Ciolkowska gleich dreifach besetzt, mit Alexandr Monah, Konstantin Petrischev und Vici Ous. Schlagzeug spielt Yegor Yegorskj, begleitet von Alexander Meertsuk an den Percussions.
