Von Matthias Bosenick (01.09.2026)
Wie klingt eine Band, die Faith No More, Devin Townsend und Strapping Young Lad als Einflüsse angibt? Irgendwie nach Gojira, die etwas kompakter und zugänglicher unterwegs sind. Solches trifft auf Hyperdump und deren drittes Album „Weird Stories From Dumptown“ zu, und wie’s der Zufall will, sind auch diese fünf Musiker aus Frankreich, ganz wie Gojira. Hier bekommen Nackenmuskel eine besonders heftige Massage.
Sicher: Die flinken Brüche mitten im Rifffluss, mit denen die Bassdrum die Nacken noch mehr strapaziert, kennt man so ähnlich von den frühen Strapping Young Lad, das hört man hier gelegentlich heraus. Für Faith No More hingegen ist „Weird Stories From Dumptown“ einfach zu heavy und hat zu wenig Keyboard. Stattdessen groovt die Band nicht selten mit Bass und Gitarre, wie es sonst Gojira oder in ihrer milderen Form Meshuggah hinbekommen. Dies aber nicht als Schwerpunkt, die Stücke hier sind schon eher songorientiert, gottlob nur selten mit derart melodischem Gesang, dass einem, die Zähne wehtun. So ein NuMetal-Greinen wie von Korn schleicht sich auch mal ein, aber das ist okay, die Musik ist anders. Auf weiten Strecken nämlich in der Art Alternative Metal, dass sie beinahe als sehr, sehr harter Rock durchgehen könnte. Wären da nicht die genannten harten Brüche. Anders als bei den Vorbildern ist auch der Gesang, der an keinen der beiden genannten Stimmakrobaten erinnert, also weder an Mike Patton noch an Devin Townsend, sondern sich vielmehr vielseitig, rauh und angedunkelt dem heavy Riffmetal anpasst.
Diese Band existiert bereits seit fast 20 Jahren, seit 2007 nämlich, und doch ist „Weird Stories From Dumptown“ erst ihr drittes Album. Na gut, das erste Lebenszeichen war 2008 eine EP, passend „The First“ betitelt, dennoch dauerte es vier Jahre bis zum Debütalbum „Rational Pain“. 2013 unterbrach eine weitere EP die Wartezeit, nämlich „Syncretism“, bis 2017 als zweites Album „The Weak Man“ erschien. Was nun auch fast zehn Jahre her ist. Okay, „Weird Stories From Dumptown“ hat bereits ein Dreivierteljahr auf dem Buckel, die Band vertreibt es jetzt aber erstmals weltweit. Kurioserweise sind die Klarnamen der Bandmitglieder nicht bekannt, die überdies in den Jahren lediglich einen Wechsel verzeichnen. Stattdessen weiß man von: Fred (Gitarre), Guillaume (Schlagzeug), Holyv (Gitarre), Sly (Bass, Nachfolger von Max, der nur an der ersten EP beteiligt war) und WS (Gesang).
