Bismut – Matsutake – Tonzonen Records 2026

Von Matthias Bosenick (03.06.2026)

Chillig den Head bangen kann man zu „Matsutake“, dem vierten Album des Heavy-Psych-Trios Bismut aus Nijmegen, und hier passt die Genrezuschreibung wie der Fuß aufs Effektgerät. Sechs teils improvisierte Instrumentaltracks scheppern einem die drei um die Ohren, versetzt mit entspannten Ausflügen ins All, aber nur kurz. Das Gras hier hat ungefähr den Wachstumstrieb wie Bambus mit den Wurzeln eines Echten Kiefern-Ritterlings (松茸).

Möglicherweise resultiert das Album auch vielmehr aus dem Verzehr des Pilzes als dem Genuss von Rauchwaren, aber „Matsutake“ brettert schon ordentlich los, fuzzy, noisy, und bei allem immer enorm detailreich, in fetten wie in ruhigen Momenten. So bekommt man es also lediglich zu dritt hin, voluminös zu wirken. Die meiste Zeit über treten die drei Musiker ihre Pedale durch, gleich der Einstieg „Alienation“ belegt, dass die Zuschreibung Heavy Psych zutrifft, mit Dreivierteltakt, heavy fuzzy Rock’n’Roll, dann schraubt das Trio alles zurück und gniedelt fiebrig abspacend herum, mit Echo und Hall, bis es wieder losdröhnt, Flanger, Wahwah und andere Effektgeräte angeschmissen, catchy, weil repetitive Melodien drübergebratzt. Das Trio hat keinen Bock auf Zurückhaltung, das Schlagzeug scheppert, der Bass dröhnt, selbst trippige Sequenzen sind angefüllt mit Energie, und sei es nur durch die Art, wie die Musiker ihre Instrumente einsetzen, viel Hihat, schnelles Gniedeln auf der unverzerrten Gitarre.

Alle sechs Tracks sind voller Besonderheiten, mit denen das Trio die rotierenden Rockmonster garniert. „Assemblage“ etwa beginnt spacig, zurückhaltend, chillig, mit einem prominent groovenden Bass – aber Ruhe ist auf „Matsutake“ immer nur kurz. „(Potentially) Immortal“ hat einen Achtziger-Disco-Basslauf in der Mitte, das ist tanzbarer Heavy Psych für die gute Laune obendrauf.

Das seit zehn Jahren aktive Trio – bestehend aus Schlagzeuger Peter Dragt, Bassist Huibert der Weduwen und Gitarrist Nik Linders – spielte dieses Album live im Studio ein, „partly improvised, as we do“, sagt die Band in der Info. 2018 erschien das Debüt der Gruppe aus Nijmegen, „Schwerpunkt“, gefolgt von „Retrocausality“ und „Ausdauer“. Die haben sie, schließlich schlossen sich Dragt und der Weduwen zum ebenso benannten Impro-Noise-Trio DUNDDW zusammen, Gerben Erburg von Mt. Echo außen vor lassend.