Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Heavy Mörtel Mischmaschine

Von Onkel Rosebud

Die vorläufig letzte Folge meiner Kolumnen-Serie zur Aufarbeitung der musikalischen DDR-Vergangenheit meiner Freundin ist dem Heavy Metal gewidmet. Das bin ich den Herren KrautNick schuldig, denn ich vermute, dass sie die ein oder andere Platte von Bands mit Namen wie Macbeth, Argus, Moshquito, Asathor, Hardholz, Knorkator, MCB, M.A.D., Blitzz oder schlicht Metall – oder mindestens „Live im Stahlwerk“ von Formel 1 in den Regalen stehen haben. Und wenn nicht, dann von deren Vorbildern Motörhead, Judas Priest und Iron Maiden, die alle erstgenannten versucht haben, so gut wie das eigene Talent es möglich machte, nachzuahmen.

Dabei habe ich keine Ahnung. Ostmetal waren für mich lange nur die Band Berluc mit dem Lied „No Bomb“, der als einer der ersten Metal-Hits der DDR bezeichnet wird und Platz 1 der DDR-Jahreshitparade 1983 belegte. Damals war ich ein kleener Punker und alles, was ich heute über die Heavy Mörtel Mischmaschine weiß, ist aus dem liebevoll dargebotenen und sehr gut recherchierten Podcast „Iron East – Heavy Metal im Osten“ von dem Musikjournalisten Jan Kubon (12 Folgen in der ard-Audiothek).

Darin werden unter anderem folgende Fragen geklärt: Gibt es sie immer noch, oder gab es sie überhaupt – die Ostmetal-Identität? War die Szene überhaupt eine politische? Wo sind die Metal-Bands im Osten aufgetreten? Welche Bands waren erfolgreich, und welche hatten es schwerer? War es in Berlin einfacher als in der Provinz? Was bedeutete überhaupt „Erfolg“ in der Metal-Szene? Welche tollen Seiten, aber auch welche weniger schöne Dinge brachte er mit sich? Gab es prägende Musikerinnen und engagierte weibliche Fans? Und was haben Boxer, Bison, Shanty oder Pyramidennieten sowie Ungarn mit der Szene zu tun?

Nicht mal eine Handvoll Heavy-Metal-Platten wurden in der DDR veröffentlicht. Dafür gab es beim Jugendsender DT64 eine eigene Sendung: „Tendenz Hard bis Heavy“ – eine Institution für Metal-Fans in der DDR. Im sonst streng kontrollierten DDR-Rundfunk hatte dieses Format relativ viele Freiheiten, weil es Sonnabendnachmittag ausgestrahlt wurde. Da saßen die Verantwortlichen bei Kaffee und Kuchen und hören definitiv kein Metal. Oder nicht länger als 5 Minuten…

Kutte, Jeans, Patch und Kassettentauschring, das alles hatte auch

Onkel Mike, Charlie, Bernd Rosebud