The Claypool Lennon Delirium – Lime And Limpid Green – ATO Records 2017

Von Matthias Bosenick (25.08.2017)

Die Verknappung einer Veröffentlichung mit einer Wiederveröffentlichung aufheben ist gut, doch diese ebenfalls verknappen ist ein Witz: Die Cover-10“ „Lime And Limpid Green“ brachten Les Claypool und Sean Lennon ursprünglich zum jüngsten Record Store Day heraus und legten sie jetzt für den freien Markt neu auf. Der Unterschied: Das Vinyl ist jetzt transparent mit grünen Splattersprengseln, einige Tippfehler auf der Hülle sind korrigiert. Die Musik: Das psychedelische Duo spielt vier mehr oder weniger psychedelische Standards im eigenen Sound nach. Ist okay, aber weniger Reizvoll als das gemeinsame Album.

Bis auf das vierte hat man jedes Stück schon ausufernd zu Gehör bekommen, nicht nur von den Urhebern: „Astronomy Domine“ von Pink Floyd, „Boris The Spider“ von The Who, „In The Court Of The Crimson King“ von King Crimson und „Satori“ von der Flower Travellin‘ Band. Den Titel der EP entnahm das Duo der ersten Zeile des ersten Tracks, das am Rande; der ganze Spaß dauert keine 20 Minuten.

Von den hippiesk-abgedrehten psychedelischen Experimenten und Songstrukturen des gemeinsamen Debüts „Monolith Of Phobos“ ist hier kaum noch etwas übrig, unter Zuhilfenahme von Schlagzeuger Paulo Baldi (unter anderem bei Cake) und Keyboarder Pete Drungle hielten sich Claypool und Lennon musikalisch weitgehend exakt an die Vorlagen, lediglich der Sound lässt einen eigenen Stil erkennen, allem voran natürlich Claypools Polkabass und seine Quäkestimme. Da waren die Originale zum Zeitpunkt ihres Entstehens freakiger, als es diese EP heute ist.

Da macht sich diese EP in der Sammlung besser als auf dem Plattenteller. Hübsch sieht sie nämlich aus, besonders das transparente Vinyl mit den grünen Spritzfäden drin. Ein Downloadcode liegt bei, freundlicherweise. Der Download allein hat da leider weniger Sinn.

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