Renatus Töpke & Patrick Schmitz – Wer malen will, muss voll aufdrehen – Verlag Andreas Reiffer 2017

Von Matthias Bosenick (28.10.2017) | Auch veröffentlicht auf Kult-Tour Der Stadtblog

Teil drei der sehr speziellen Malbuchreihe: Schallplattencover aus Heavy Metal, Rock und sonstigen gitarrenbetonten Musikgenres um ihre Farben beraubt als schwarzweißlinierte Grundlage fürs eigene Kolorieren. Das Konzept trägt immer noch: Hier sind gemeinsames Gestalten zwischen Eltern und Nachwuchs ebenso möglich wie das Erweitern des musikalischen Horizonts, da kaum jeder sämtliche ausgewählten Alben kennen dürfte. Größter Coup ist wohl, dass das Debüt „Tale Of Goblins‘ Breed“ von Salem‘s Law enthalten ist, der Band mit dem Braunschweiger Schriftsteller Frank Schäfer.

Hier finden Fans wie Kritiker des weiten Feldes der Metal-Covergestaltung ihre Diskussionsgrundlage: Instrumente im Weltall, Gnome auf Asteroiden, Tribals, Totenköpfe, Wikinger, Monster, Drachen, halbnackte Frauen und erstaunlicherweise immer wieder Löwen müssen zur Visualisierung der Musik herhalten. Die bleibt in diesem Format natürlich ungehört, dafür muss man die eigene Sammlung oder Spotify heranziehen, wenn man die Griffel passend zum Objekt schwingen will. Das wiederum ist sicherlich nicht in jedem Fall für jeden Malenden ein Vergnügen, weil Geschmackssache, deutlich mehr noch als auf der gestalterischen Ebene. Man kann leichter über Absurdes hinwegsehen als -hören. Dennoch: Der musikalische Horizont dieser Auswahl ist beachtlich weit, vom Kraut-, Stoner, Space und Hard Rock über Neue Deutsche Härte bis Thrash, True, Death, Viking und Power Metal.

Erneut hat der Rezensent kaum eines der Alben selbst im Regal stehen. Ganze zwei sind dabei, darunter das genannte „Tale Of Goblins‘ Breed“ der Gifhorner Band Salem‘s Law, auf Vinyl wie CD längst eine begehrte Rarität auf allen Kontinenten. Zweitbester Coup ist, dass die Wolfsburger Thrasher Protector mit „Golem“ enthalten sind. Die genaue Auswahl der Objekte mussten sich die Grafiker indes teilweise von den Rechteinhabern diktieren lassen, das erklärt wohl manche jüngere Auswahl. Einen schlüpfrigen Bonus-Track erlaubte sich das Zeichnerduo außerdem. Schelme!

Die Alben:
Machine Head – Bloodstone & Diamonds (2014)
Skagarack – Hungry Fpr A Game (1988)
The New Black – A Monster‘s Life (2016)
Schweisser – Willkommen im Club (1996)
Graveyard – Graveyard (2011)
Q5 – Steel The Light (1984)
Exodus – Good Friendly Violent Fun (1991)
Cathedral – The Guessing Game (2010)
In Flames – Sounds From The Heart Of Gothenburg (2016)
Monkeeman – Life In The Backseat (2008)
Savior From Anger – Temple Of The Judgment (2016)
Salem‘s Law – Tale Of Goblins‘ Breed (1989)
Salty Ballz – Ballz Don‘t Touch (ausgedacht)
The Dead Daisies – The Dead Daisies (2013)
Manilla Road – Voyager (2008)
Sabaton – Carolus Rex (2012)
Helion Prime – Helion Prime (2016)
Grobschnitt – Rockpommel‘s Land (1977)
Primal Fear – Jaws Of Death (1999)
Forbidden – Omega Wave (2010)
Jackson Firebird – Cock Rockin‘ (2012)
Tygers Of Pan Tang – Spellbound (1981)
Blind Guardian – A Twist In The Myth (2006)
Protector – Golem (1988)

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