Demonographer – The Angels Which Kept Not Their First Estate – Srogi Mroczek 2025

Von Matthias Bosenick (02.04.2025)

Demonographer ist weit mehr Black-Metal-Disco als Xoltergeist, zumindest liegt dem Mini-Debüt-Album „The Angels Which Kept Not Their First Estate“ des als Black Metal ausgewiesenen Quintetts um US-Tausendsassa Srogi Mroczek ein Groove inne, den das Genre ansonsten eher verweigert. Dafür bedient es andere Aspekte des Genres und lockert diese mit den vntrven Anteilen ordentlich auf.

„Wakeful And Fallen“ hat zwischenzeitig einen Groove, den man sich so auch von Motörhead vorstellen könnte. Das ist Rock’n’Roll! Inmitten von harschen Gitarren, stumpfen Rhythmen und verzerrt gekeiftem Gebrüll. Aber es deutet schon an, was noch kommen wird. Noch nicht mit „Prisoners Of Second Heaven“, das als Gitarre-Gekreisch-Gruppierung beginnt und erst zur Hälfte einen Beat bekommt. Einen entspannten, was man erst wahrnimmt, als sich der nämlich im Titeltrack fortsetzt. Mroczek brüllt wieder, aber die Mucke dazu klingt vergleichsweise lieblich. Netter Gitarrenpop. Echt. Auch in „Abolitionists“ brüllt Mroczek zunächst los, dieses Mal hält die Band im Punktempo dagegen, aber nach kurzer Aufwärmphase wird aus dem Track eher trashiger Metal zum Kopfnicken, mit einem simplen, aber einladenden Riff.

Und das war’s dann auch schon. Vier Songs, um die acht Minuten, und untypisch für den Black Metal zu fünft eingespielt, was man offen gesagt gar nicht hört. Die Musiker nennen sich S. M. Gravibus, W. B. Luciftian, D. B. Furcas, J. F. Sambuca und R. M. Malefice, und man kann ahnen, dass ersteres Srogi Mroczek selbst ist, zweiterer sein Bruder Weirding Batweilder, dritterer Schlagzeuger Dirt Boucher, vierterer Jean Farraige und letzterer der nicht näher entschlüsselbare R. Morerick. Sie alle gehören zur großen Mroczek-Musiker-Familie und traten bereits in den zahllosen Projekten des wahnwitzigen Musikers auf, von Radical Moon über Bornwithhair, Vinterdracul, Evil Will Bless, Mephistophilizer, Towerhouser, Xoltergeist, Bleak Magician und Bicycle Deck – okay, E. Appleton, ebenfalls nicht näher entschlüsselt, weil er seine Identität schützen will, wie Mroczek im Chat verriet, fehlt auf dieser Aufnahme – und eben Demonographer.

Der kreative Kopf des Ganzen versichert dem Rezensenten übrigens, dass alle kolportierten Geschichten wahr sind, legt aber für die seines Bruders nicht die Hand ins Feuer. Unglaublich sind sie alle, auch die vom Verschwinden und Wiederauftauchen Batweilders. Musikalisch startete die Bande tatsächlich erst vor gut fünf Jahren – und hat jetzt bereits die 13. Veröffentlichung in petto, dazu ein Solo-Album von Mroczek und das nächste von Bleak Magician in der Pipeline. Könnte alles schon nächste Woche so weit sein, plus 934 Neuankündigungen. Man kann nur staunen.