{"id":996,"date":"2014-10-21T11:34:50","date_gmt":"2014-10-21T09:34:50","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=996"},"modified":"2014-10-22T11:08:48","modified_gmt":"2014-10-22T09:08:48","slug":"u2-songs-of-innocence-island-records-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/u2-songs-of-innocence-island-records-2014\/","title":{"rendered":"U2 \u2013 Songs Of Innocence \u2013 Island Records 2014"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-997\" title=\"U2 - Songs Of Innocence\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/U2-Songs-Of-Innocence.jpg\" alt=\"\" width=\"101\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (21.10.2014)<\/p>\n<p>Das neue Album von U2 ist \u2013 mal abgesehen von der Marketingmethode \u2013 streitbar. Das, was das Quartett abliefert, hat es im Grunde nicht n\u00f6tig. Die beiden vorhergehenden Alben waren relativ frei davon, kundenorientiert zu sein. \u201eSongs Of Innocence\u201c ist dies jedoch weitgehend. Gute Ideen haben die vier Herren weiterhin, das ist unbestritten und immer wieder zu h\u00f6ren, doch betten sie die in einen Kontext, der sie zu stark verdeckt. Stadionhymnen sind hier Programm, sie funktionieren live wohl am besten, aber auf Platte nerven sie. Und: Eine Band, die ihr Album bei Apple verschenkt, sollte ihrer LP doch einen Downloadcode beilegen, oder?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eSongs Of Innocence\u201c geht gut los. \u201eThe Miracle (Of Joey Ramone)\u201c ist eine auch musikalisch angemessene Referenz an den Punkerfinder, der Interviews zufolge ein wichtiger Einfluss zu Gr\u00fcndungszeiten der Dubliner Band war. Die Gitarre ist rauh und knarzig, der Sound biedert sich dennoch nicht beim Punk an. Gut gemacht. Es schlie\u00dfen sich Songs mit guten Melodien, guten Soundideen, guten Effekten an \u2013 die leider aber auch alle mit kitschigen, nervigen, banalen Melodien, Ideen und Effekten durchsetzt sind, was die guten Anteile beiseite dr\u00e4ngt. Besonders anstrengend ist, dass Bono in einer viel zu hohen Stimmlage seine Texte presst, als w\u00fcrde er sich bei den aktuellen und unh\u00f6rbaren R&#8217;n&#8217;B-Trends anbiedern wollen. Abgesehen davon, dass sich viele Elemente angenehm an die Zeit um das hervorragende \u201eThe Unforgettable Fire\u201c (1984) lehnen, erscheint es so, als w\u00fcrden U2 jetzt bei ihren nervt\u00f6tenden Epigonen (insbesondere den Ex-Radiohead-Epigonen Coldplay und Muse) abgucken, wie man mit seiner pathetischen Musik die Charts dominiert. Das ist unn\u00f6tig und sehr schade.<\/p>\n<p>Auch schade ist die Ver\u00f6ffentlichungspolitik. Im Vorfeld gab es eine Online-Single namens \u201eInvisible\u201c, die sich auf dem Album nicht wiederfindet \u2013 jedenfalls nicht offiziell. Es gibt n\u00e4mlich eine Deluxe-Edition mit einer Bonus-CD, da ist \u201eInvisible\u201c als Hidden-Track enthalten. Gar nicht taucht \u201eOrdinary Love\u201c auf, das U2 f\u00fcr den \u201eMandela\u201c-Soundtrack verfassten und das es sonst nur noch als extrem teures 10\u201c-Vinyl aus dem US-Record-Store-Day-Wiederverkauf gibt. Nun. Den interessantesten Song liefern U2 lediglich auf der Deluxe-Edition mit: \u201eThe Crystal Ballroom\u201c ist ein ungew\u00f6hnliche Dancefloor-Track, der Spa\u00df macht und im U2-Kosmos relativ singul\u00e4r ist, maximal vergleichbar mit \u201eGod Part 2\u201c oder \u201eDiscoth\u00e8que\u201c. Den 12\u201c-Mix dieses St\u00fccks gibt es lediglich auf der limitierten Doppel-LP in wei\u00dfem Vinyl, der wiederum nicht mal ein Downloadcode beiliegt \u2013 ein unerkl\u00e4rliches Vers\u00e4umnis. Die Deluxe-CD beinhaltet neben zwei Bonus-Tracks und einigen Alternativ-Varianten noch Akustik-Versionen einiger Album-Songs \u2013 allerdings zusammengef\u00fcgt zu einem einzelnen Track, also nicht einzeln anw\u00e4hlbar, im Gegensatz zur Download- oder Streaming-Version. So ein Unsinn. Zudem nervt gerade bei diesen Versionen Bonos durchdringende hohe Stimme.<\/p>\n<p>Den Unsinn leisteten U2 sich auch damit, dass sie das Album iTunes-Kunden in einer \u00dcberraschungsaktion einfach mal schenkten, bevor jemand auch nur wusste, dass es \u00fcberhaupt existiert. Kann man machen, damit erhielten sie zumindest neben der gro\u00dfen Zahl an offiziellen Downloads eine maximale Aufmerksamkeit, inklusive maximaler H\u00e4me. Andere K\u00fcnstler sch\u00e4mten sich fremd, Apple-Nutzer klagten \u00fcber die ungewollten Zusatz-Inhalte. Nun: Erstere w\u00e4hlen bisweilen eigene Fremdsch\u00e4m-Wege f\u00fcr ihre Aktionen, zweitere sollten aufh\u00f6ren, \u00fcber ungefragte U2-Musik zu motzen, und mal grunds\u00e4tzlich hinterfragen, worauf sie sich beim Kauf ihrer Produkte so einlassen. Den Gedanken wiederum machen sie sich nicht, dabei regten U2 mit ihrer Aktion mindestens dazu an, was sie wiederum rechtfertigt.<\/p>\n<p>Nicht hingegen dieses in Summe entt\u00e4uschende Album. Der Rezensent wird es fast so selten h\u00f6ren wie \u201eAll That You Can&#8217;t Leave Behind\u201c, das vor 14 Jahren bis auf drei, vier gute Songs zu sehr nach Keane klang und damit nervte. Es ist in der Tat schade, dass U2 hier auf Mutiges oder Spannendes wie \u201eVertigo\u201c, \u201eCity Of Blinding Lights\u201c, \u201eUnknown Caller\u201c oder \u201eGet On Your Boots\u201c wie auf den j\u00fcngsten beiden Alben verzichten. Das Cover aber, das ist toll. Darauf umarmt Schlagzeuger Larry Mullen Jr. seinen Sohn, in Schwarzwei\u00df, in dem\u00fctiger Pose. Gro\u00dfartig. Wenigstens das setzt einen Pflock.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (21.10.2014) Das neue Album von U2 ist \u2013 mal abgesehen von der Marketingmethode \u2013 streitbar. Das, was das Quartett abliefert, hat es im Grunde nicht n\u00f6tig. 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