{"id":9650,"date":"2026-10-06T18:48:46","date_gmt":"2026-10-06T16:48:46","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9650"},"modified":"2026-10-06T18:48:46","modified_gmt":"2026-10-06T16:48:46","slug":"asaf-sirkis-letters-stonedbird-productions-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/asaf-sirkis-letters-stonedbird-productions-2026\/","title":{"rendered":"Asaf Sirkis \u2013 Letters \u2013 StonedBird Productions 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Asaf-Sirkis-Letters.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Asaf-Sirkis-Letters.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9651\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (06.10.2026)<br><br>Was erwartet man, wenn sich ein Schlagzeuger ans Klavier setzt? Rhythmisches H\u00e4mmern, perkussive Experimente, die Einbindung der Elemente, die gar nicht f\u00fcr die Tonerzeugung vorgesehen sind? Bekommt man auf \u201eLetters\u201c alles genau nicht. Vielmehr setzt sich der Londoner Asaf Sirkis \u2013 bekannt von Soft Machine \u2013 entspannt hin und bringt nun seine origin\u00e4r gar nicht f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung vorgesehenen kompositorischen Miniaturen zu Geh\u00f6r. Entspannt ist wichtig, zu dieser abgedunkelten verlangsamten Klaviermusik kann man bestens gechillt in die melancholische Nacht driften.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eilig hat es Sirkis nicht. Konzentriert und fokussiert spielt er seine 24 \u201eLetters\u201c, selbstkomponiert und eher ein Tagebuch, also Briefe an sich selbst, l\u00e4sst er wissen, an einem restaurierten Steinway Concert Grand Piano aus dem Jahre 1915 im Ursa Major Studio in Pettenasco, Italien, f\u00fcr dieses Album ein. 24 St\u00fccke zwischen 1:51 und 3:00 Minuten, die einen Fluss ergeben, also eher ein Buch, eine Novelle, als dass es sich wirklich nach separierten Unikaten anh\u00f6rt. Sirkis greift nicht in die Vollen, er l\u00e4sst die T\u00f6ne wirken und seinen beiden H\u00e4nden die Mu\u00dfe, die Tasten nacheinander zu erreichen, die H\u00f6rerschaft also nicht zu \u00fcberfordern, sondern sie die Entwicklung der St\u00fccke nachvollziehen zu k\u00f6nnen. Komplexit\u00e4t ist nicht der Kern der Kompositionen, hier stehen Stimmungen im Vordergrund, der Nachhall von Eindr\u00fccken vermutlich, als h\u00f6rte man der Seele beim Verarbeiten von Eindr\u00fccken zu.<br><br>Vorrangig bedient sich Sirkis bei den Tasten in den tieferen Tonlagen, was den St\u00fccken und somit dem gesamten Album eine angenehme W\u00e4rme verleiht. Indes ebenso auch etwas Melancholisches, Schweres, trotz der Leichtigkeit, die dadurch entsteht, dass Sirkis seine St\u00fccke nicht \u00fcberfrachtet. Schon gar nicht mit Kitsch. Gemessenen Tempos geht er vor, abermals die Melancholie betonend und auch die Entspannung f\u00f6rdernd. Man k\u00f6nnte seine \u201eLetters\u201c als Jazz auffassen, schlie\u00dflich hat Sirkis keine Angst vor den schwarzen Tasten und h\u00e4lt sich nicht an konventionelle Melodief\u00fchrung oder Songstruktur. Doch liegt kammermusikalische Neoklassik eher nahe, indes wiederum gottlob nicht verkopft oder offensiv auf Kunst gem\u00fcnzt. Sch\u00f6nheit, doch, die kann Sirkis, die bringt er unter.<br><br>Mit der Dunkelheit beginnt Sirkis seine \u201eLetters\u201c, erst ab dem vierten St\u00fcck \u201eLife As Seen\u201c r\u00fcckt er mit seinen H\u00e4nden auch mal etwas weiter nach rechts her\u00fcber und bem\u00fcht die h\u00f6heren T\u00f6ne. Seine Sanftheit verliert er im achten Brief \u201eBreak Away\u201c, das er aufw\u00fchlend und mit etwas mehr Wucht im Anschlag darbietet. Manche seiner Tracks basieren auf kurzen Loops, die er jedoch nicht unendlich wiederholt, sondern mit leichter Variation aufeinander folgen l\u00e4sst. Damit wischt er die Idee, eine Minimal Music wie Philip Glass komponiert zu haben, direkt vom Notenpult. W\u00e4hrend der Fluss nun weiterm\u00e4andert, blickt man bei \u201eClosure\u201c auf, das abermals die Stimme und die Stimmung etwas anhebt. Mit dem finalen \u201eBognano Falls\u201c entl\u00e4sst er die H\u00f6rerschaft wie bei einem Cliffhanger mitten im Schwung, man w\u00fcnscht sich mehr davon. Ein Album f\u00fcr die Nacht, f\u00fcr die Einsamkeit, also gegen die Einsamkeit, weil man sich davongetragen f\u00fchlt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (06.10.2026) Was erwartet man, wenn sich ein Schlagzeuger ans Klavier setzt? Rhythmisches H\u00e4mmern, perkussive Experimente, die Einbindung der Elemente, die gar nicht f\u00fcr die Tonerzeugung vorgesehen sind? Bekommt man auf \u201eLetters\u201c alles genau nicht. 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