{"id":9640,"date":"2026-10-04T21:33:17","date_gmt":"2026-10-04T19:33:17","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9640"},"modified":"2026-10-04T21:33:17","modified_gmt":"2026-10-04T19:33:17","slug":"phoebe-bridgers-lost-weekend-dead-oceans-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/phoebe-bridgers-lost-weekend-dead-oceans-2026\/","title":{"rendered":"Phoebe Bridgers \u2013 Lost Weekend \u2013 Dead Oceans 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Phoebe-Bridgers-Lost-Weekend.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Phoebe-Bridgers-Lost-Weekend.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9641\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Guido D\u00f6rheide (04.101.2026)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Vorfeld des eigenen H\u00f6rens dieses Albums las ich immer, dass Phoebe Bridgers auf \u201eLost Weekend\u201c ausgiebig von Autotune Gebrauch mache. Also stellte ich mich auf ein H\u00f6rerlebnis im Sinne von Cher (Do you believe in Love after Love after Lohoove?) ein. Und bekam stattdessen gleich im ersten Song eher so \u201eTrans\u201c von Neil Young. Liebe junge Leute im Internet, kennt Ihr den Unterschied zwischen Autotune und einem Vocoder?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber Wurscht: Vier Jahre nach dem letzten Album \u201eSo Much Wine\u201c (Hihi, es war wohl jede Mange Wein, um ein derart langes Lost Weekend nach sich zu ziehen! Mehr zum Thema Lost Weekend siehe weiter unten) und drei Jahre nach \u201eThe Record\u201c von Bridgers\u2019 Indierocksupergruppe Boygenius wurde es auch endlich mal Zeit f\u00fcr ein neues Phoebe-Bridgers-Soloalbum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und es ist \u2013 Autotune hin, Vocoder her \u2013 ein gutes geworden: \u201eThe Outside\u201c klingt sp\u00e4risch-vertr\u00e4umt, die Stimme wechselt immer zwischen Vocoder- und Klargesang hin und her, ein Schlagzeug fehlt (also, es ist keines da, wirklich fehlen tut es hier nicht) und die Musik wird von Keyboards zufriedenstellend zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eLost Boys\u201c ist dann der potentielle Sommerhit auf dem Album, mit einer Melodie, der man sich nicht entziehen kann, wundersch\u00f6nem melancholischen Gesang und vor allem Gitarre, Bass und Schlagzeug. Der Refrain lautet \u201eLost Boys \u2013 never grow up, never go home, Lost boys \u2013 never spend their lunch money, yeah, Lost boys \u2013 never grow up, never get old, Lost boys, find me.\u201c Der Text handelt von Bridgers\u2019 verstorbenem Vater, einer Beziehung im kalten Krieg sowie einer weiteren, f\u00fcr Bridgers sehr wichtigen Beziehung, die aber vorbei zu sein scheint. Mit wenigen Zeilen wird hier fragmentarisch eine jahrzehnteumspannende Geschichte erz\u00e4hlt, zusammengehalten von der Zeile \u201eThis machine is killing me.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was einen \u00dcbergang schafft zu \u201eKill Me\u201c, einem sehr ruhigen, von Akustikgitarre und schwebenden Keyboards getragenem Song \u00fcber das Heranwachsenden aus der Perpektive einer Beobachterin, die all das schon hinter sich hat und immer wieder zu dem Schluss kommt, dass das Leben sie wohl umbringen wird. Gegen Ende kommt ein sch\u00f6n ruhiges Schlagzeug hinzu und Bridgers\u2019 Gesang klingt wie von weit entfernt und nicht mehr ganz aus dieser Welt. Am Ende wird es richtig laut und bleibt dennoch ruhig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberhaupt sind Tod und Sterblichkeit die Hauptthemen auf diesem Album. In \u201eBobby\u201c stellt die Protagonistin fest, dass sie durchaus bereit w\u00e4re, jeden ihrer Freunde zu t\u00f6ten, wenn dieser ihrem Partner nicht passt. Liebe und Wahnsinn bewegen sich oft auf einem schmalen Grat, m\u00f6chte man feststellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Titelst\u00fcck \u201eLost Weekend\u201c gef\u00e4llt mir musikalisch sehr \u2013 die ersten zweieinhalb Minuten bleiben die H\u00f6renden allein mit Bridgers\u2019 bet\u00f6render Stimme und einem Synthesizer-Flirren im Hintergrund, Bridgers singt anscheinend von verflossenen Beziehungen, Zeilen wie \u201eI&#8217;ve been using my friends and losing the plot, surviving my gift until I get shot\u201c k\u00f6nnten aber auch von John Lennon handeln, der die anderthalbj\u00e4hrige Sauftour mit Harry Nilsson und anderen \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen, w\u00e4hrend der er von seiner Frau Yoko getrennt war und diese mit ihrer Sekret\u00e4rin betrog, ebenfalls als \u201eLost Weekend\u201c bezeichnete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf \u201eHaunted\u201c wendet sich Bridgers dann der Country-Musik zu, mit Geige, einer wieder einmal mehr wundersch\u00f6nen Melodie und mit Spuk einem Inhalt, der sich nirgends besser ausdr\u00fccken l\u00e4sst als im Country.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach geht es dann Indie-rockig\/dreampoppig weiter und es es lohnt sich bei jedem Song, nicht nur die Musik zu genie\u00dfen, sondern auch in die Texte einzutauchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Produktion des Albums hat Bridgers zusammen mit Jack Antonoff, Alex G, Tony Berg und Ethan Gruska gemacht, und es ist ein supertolles St\u00fcck Musik dabei herausgekommen \u2013 insgesamt eher ruhig und melancholisch, aber dennoch voller lauter Momente und mit viel Leidenschaft und einem Schuss Wahnsinn. Au\u00dferdem hat Phoebe Bridgers eine richtig tolle Stimme, daher am Ende noch ein Wort des Dankes, dass sie den Vocoder nur sehr sparsam einsetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (04.101.2026) Im Vorfeld des eigenen H\u00f6rens dieses Albums las ich immer, dass Phoebe Bridgers auf \u201eLost Weekend\u201c ausgiebig von Autotune Gebrauch mache. 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