{"id":9614,"date":"2026-10-01T18:15:35","date_gmt":"2026-10-01T16:15:35","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9614"},"modified":"2026-10-01T18:15:35","modified_gmt":"2026-10-01T16:15:35","slug":"mike-d-thank-you-capitol-records-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/mike-d-thank-you-capitol-records-2026\/","title":{"rendered":"Mike D \u2013 Thank You \u2013 Capitol Records 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Mike-D-Thank-You.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Mike-D-Thank-You.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9615\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (01.10.2026)<br><br>Trauer, Demut, Motivation \u2013 \u201eThank You\u201c ist das erste Album, das nach dem Tod von Adam Yauch alias MCA von einem der verbliebenen Beastie Boys solo erscheint. Als Beastie Boys wollten Adam Horovitz alias Ad-Rock und Michael Diamond alias Mike D ohne ihn nicht weitermachen, allein indes bisher ebenso wenig. 14 Jahre sp\u00e4ter, als man damit auch schon gar nicht mehr rechnete, liegt nun \u201eThank You\u201c vor, das Solo-Album von Mike D, und es \u2013 nun: erinnert selbstredend an die Beastie Boys in all ihren Fassetten, ohne gottlob eine Kopie zu sein, eine billige zumal, es vermengt dennoch die Genres von Hip Hop \u00fcber Breakbeat und Nonsense bis Pop, l\u00e4sst aber zwei Stimmen vermissen. Ein tolles Album, zeitlos, und auch dem\u00fctig, das sagt ja bereits der Titel, der besser nicht h\u00e4tte gew\u00e4hlt sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eThank You\u201c hat etwas von einer Compilation, denn Diamond bringt alles unter, worauf er Bock hat. Dabei ignoriert er, ob seine Songs und Tracks gef\u00e4llig sind, er bettet nach Gusto auch gern mal Noise, Albernheiten und Experimente ein. Dadurch wirkt das Album angenehm unkommerziell, nicht wie etwas, das im Herbst des Lebens nochmal f\u00fcr etwas Gehalt auf dem Rentenkonto sorgt, denn daf\u00fcr ist es zu sperrig. Aufmerksamkeit bekommt es allein dadurch, dass es mit den Beastie Boys verbunden ist, das trifft zu, doch nicht unwahrscheinlich ist, dass \u201eThank You\u201c manchen Gefolgsleuten in seiner Unangepasstheit vor den Kopf st\u00f6\u00dft. Und das ist gut so.<br><br>Das hei\u00dft nat\u00fcrlich nicht, dass hier gar nichts Sch\u00f6nes zu h\u00f6ren ist, mitnichten! \u201eSecrets, Pt. II\u201c etwa trippt auf einem gebrochenen Technobeat vor sich hin, dazu gibt\u2019s sch\u00f6nen Gesang. \u201eI Don\u2019t Care\u201c l\u00e4sst an Electro-Country denken, der sanft reitet und in eine sch\u00f6ne harmonische Synthiewolke f\u00fchrt. \u201eBack To Start\u201c l\u00e4sst einen entspannten Achtziger-Electro-Rhythmus unter einer Akustikgitarre und h\u00fcbschen Synthiefl\u00e4chen laufen. Und derlei gibt es hier noch viel mehr zu entdecken.<br><br>Aber dann gibt\u2019s ja auch noch die Abweichungen. Hip Hop ist das, was man von einem fr\u00fcheren Beastie Boy erwartet, und zumindest den Rap bekommt man, in der typischen h\u00f6heren Tonlage, die man von Mike D kennt. Und bei der man feststellt, dass ihr das Gegengewicht der anderen beiden fehlt, dass sie sich im Dreieck besser entfalten konnte, als wenn sie alle Wortbeitr\u00e4ge allein liefert. Sei\u2019s drum. Hip Hop bekommt man auch, nur eben nicht ausschlie\u00dflich, oder besser: anders erstellt. Eben mit Breakbeat-Einsch\u00fcben, die auch mal an The Chemical Brothers denken lassen, mit harschen Beats, mit Verzerrungen, auch mit der Gitarre, die den Beastie Boys bereits vor ihrer Hip-Hop-Karriere in ihrer Hardcorepunkzeit ein wesentliches Instrument darstellte, sowie moderne Elemente wie Trap, Hyperpop, Dubstep; naja, das ist schon auch nicht mehr modern. Wer die Beastie Boys in all ihren diversen Inkarnationen mag, findet an \u201eThank You\u201c gewiss seine Freude, zumal davon ausgegangen sein darf, dass hier Sounds und Entwicklungen zu h\u00f6ren sind, die auch das Brooklyner Trio beschritten h\u00e4tte. Besser als dessen etwas unausgegorenes letztes Album \u201eHot Sauce Committee Part Two\u201c ist es allemal.<br><br>Ein Solo-Album hingegen ist \u201eThank You\u201c nicht richtig, Diamond spielte es mitnichten allein ein. Haupthilfe erhielt er von seinen S\u00f6hnen Davis und Skyler Diamond, mit den nicht mit ihm verwandten Br\u00fcdern Milo und Eddie Ruscha formte er das Live-Quintett 5D, noch bevor er das Album ank\u00fcndigte. Das alles geschah erst im Fr\u00fchjahr 2026, und plopp, begleiteten vier Singles das Album, das wie aus dem Nichts vorliegt. Weiter zu G\u00e4sten: Ann\u00e4herns zwei Dutzend Produzenten und Mitmusiker listet \u201eThank You\u201c auf, darunter Mitglieder von Okkerville River und Boombass. Nicht vertreten ist indes Ad-Rock, der zuletzt lediglich als Remixer und als Schauspieler in Erscheinung trat.<br><br>\u201eThanky ou for having me all around like family\u201c, titelsingt Mike D zum Schluss, und man dr\u00fcckt eine Tr\u00e4ne weg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (01.10.2026) Trauer, Demut, Motivation \u2013 \u201eThank You\u201c ist das erste Album, das nach dem Tod von Adam Yauch alias MCA von einem der verbliebenen Beastie Boys solo erscheint. 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