{"id":9579,"date":"2026-09-20T21:17:04","date_gmt":"2026-09-20T19:17:04","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9579"},"modified":"2026-09-20T23:13:39","modified_gmt":"2026-09-20T21:13:39","slug":"the-cassandra-complex-generating-station-complex-cop-international-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-cassandra-complex-generating-station-complex-cop-international-2026\/","title":{"rendered":"The Cassandra Complex \u2013 Generating Station Complex \u2013 COP International 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/The-Cassandra-Complex-Generating-Station-Complex.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/The-Cassandra-Complex-Generating-Station-Complex.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9580\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Guido D\u00f6rheide (18.09.2026)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDon&#8217;t look now, we&#8217;re flying over a little place that lies below, it&#8217;s nothing very special, it&#8217;s just a town called Moscow, Moscow, Idaho\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Moscow Idado, Moscow Idaho, Idaho, Idahooooooo! Das waren die ersten Zeilen von The Cassandra Complex, die ich damals, seinerzeit, also zu der Zeit 1987 oder 1988, h\u00f6rte, und ich war mehr als begeistert.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danke nochmal, Klaus, dass Du mir das damals vorgespielt hast, ich glaube, der Ansto\u00df dazu kam wieder einmal mehr von Deinem gro\u00dfen Bruder, Alex, oder? \u201eHello America\u201c, das 1987er Kompilationsalbum von The Cassandra Complex, l\u00f6ste damals in meinem jugendlichen, 14- oder 15-j\u00e4hrigem Bewusstsein eine Begeisterung aus, die davor nur The Cure und The Sisters Of Mercy auszul\u00f6sen imstande waren. Die Musik war d\u00fcster und teils elektronisch, teils von harten, kreischenden und (jahaa \u2013 \u201eMarch \u201886\u201c vom 1986er Deb\u00fctalbum \u201eGrenade\u201c) Ohrenschmerzen ausl\u00f6senden Gitarren gepr\u00e4gt, aber vor allem war es Rodney Orpheus\u2019 Stimme und seine Art, zu singen, die mich f\u00fcr die Kunst der Band einzunehmen wussten. Nach \u201eHello America\u201c kam \u201eTheomania\u201c (1988), dann \u201eSatan, Bugs Bunny And Me\u201c (1989) \u2013 ein Album, das mich damals wegen der Songs \u201eKill The Christian Swine\u201c und \u201eSymphony For The Devil\u201c ordentlich verst\u00f6rte \u2013 und danach gab es dann noch das von mir mit gemischten Gef\u00fchlen aufgenommene \u201eCyberpunx\u201c (1990) und dann 1992 \u2013 wieder richtig toll, weil wie die CC aus seligen \u201eTheomania\u201c-Zeiten klingend (jahaa, hihi, so weit lagen damals zwei Jahre auseinander, bekloppt eigentlich) \u2013 \u201eThe War Against Sleep\u201c und im darauffolgenden Jahr 1993 das Doppel-Live-Album \u201eBeyond The Wall Of Sleep\u201c. Wieder ein Jahr sp\u00e4ter dann \u201eSex &amp; Death\u201c, das nicht schlecht war, aber alles zuvor nicht zu toppen wusste (eigentlich wusste es nicht mal, damit gleichzuziehen), und erst im Jahr 2000 konnten mich CC mit \u201eWetware\u201c wieder einigerma\u00dfen begeistern. Bis zum gro\u00dfartigen \u201eThe Plague\u201c mussten die CC-Fans dann 22 Jahre warten, und dann erschien noch \u201eDeath &amp; Sex\u201c mit Rewiederneueinspielungen von Songs vom \u201eSex &amp; Death\u201c-Album, die ich Welt und mein Herausgeber Schei\u00dfe fand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der geb\u00fcrtige Nordirl\u00e4nder Rodney Orpheus, der zwischenzeitlich in Deutschland (Aachen und Hamburg) gelebt hat und sich irgendwann in Kalifornien (Los Angeles) niedergelassen hat, es auch irgendwann zum Gro\u00dfmeister des O.T.O. gebracht hat (Ordo Templi Orientis \u2013 einer neureligi\u00f6sen, satanistisch-esoterischen sexbesessenen Burschenschaft, die, wenn schon nicht von diesem gegr\u00fcndet, sich zumindest irgendwann ausgiebig von Aleister Crowley hat beeinflussen lassen), ist (leider?) ein Charismatiker vor dem Herrn (vor welchem auch immer) und ein wunderbarer S\u00e4nger und Songschreiber, der zwischen den Sisters Of Mercy und dem Hardcore Punk zuvor immer gefehlt hatte. Die oben aufgez\u00e4hlten Alben waren alle verdammt gro\u00dfartig, und wer mitgez\u00e4hlt hat, kommt auf sechs verdammt gro\u00dfartige Ver\u00f6ffentlichungen plus das Live-Album (und vorher gab es noch das viel schlechter produzierte, aber aufgrund des r\u00fcbergebrachten Gef\u00fchls noch viel bessere Live-Album \u201eFeel The Width\u201c von 1987) \u2013 eine solche Konsistenz haben schon viel gr\u00f6\u00dfere Bands nicht geschafft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz gesagt: The Cassandra Complex machen seit 1986 gro\u00dfartige Musik und sind \u00fcber all die Jahre nicht totzukriegen und heuer melden sie sich mit \u201eGenerating Station Complex\u201c eindrucksvoll zur\u00fcck: Das Album besticht zun\u00e4chst durch ein \u00fcberaus bestechendes Cover-Artwork \u2013 auf einer mit Linien durchzogenen 80er-Jahre-Gelb-farbenen Hintergundfl\u00e4che sind zwei 1985er Schwarzwei\u00dfaufnahmen angebracht, die Schornsteine und Rodney Orpheus mit schlohwei\u00dfer Geert-Wilders-Ged\u00e4chtnishaarfrisur zur Linken und \u2013 wie ich aufgrund des Alters der Fotografie vermute \u2013 Paul Dillon und Andy Booth in der rechten Bildh\u00e4lfte vor einem mit \u201eGenerating Station Complex\u201c selbstbetitelten Geb\u00e4ude zeigen. Und da sind wir schon wieder mittendrin im Thema: Neben Rodney Orpheus (Gesang, Synths, Schlagzeugmaschine und Produktion) wirken 2026 tats\u00e4chlich Andy Booth (Gitarre, Keyboards), Paul Dillon (Synths, Schlagzeugmaschine) und Volker Zacharias (Bassgitarre) an \u201eGenerating Station Complex\u201c mit \u2013 es handelt sich hier somit um ein Cassandra-Complex-Album in sowas wie nahezu der Urbesetzung. Hammer!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und die Songs? Nun, CC spielen hier ausschlie\u00dflich alte Klassiker neu ein, was aber nichts Schlechtes bedeutet: Das Album startet mit dem weiter oben abgek\u00fcndigten \u201eMoscow, Idaho\u201c, und es klingt mehr elektronisch und weniger gitarrenkrachig als damals, 1987. Die Elemente, die bei mir damals die Begeisterung ob des Mixes aus Elektronik und harter Krachigkeit hervorriefen, sind aber alle noch vorhanden \u2013 manifestieren tut sich das unter anderem in dem die damalige Gr\u00f6\u00dfe wiederauflebenlassenden Gitarrensolo ab circa Minute 1:25. Und vor allem Rodneys Gesang wohnt noch die Bissigkeit der 80er Jahre inne. Es folgt \u201eThe War Against Sleep\u201c, der Eben-Nicht-Titelsong des gleichnamigen 1992er Albums, sondern Track 3 des folgenden \u201eSex &amp; Death\u201c (\u201eAre you gonna obey Jesus Christ in your sex life?\u201c \u2013 Ein Wort des Dankes an den wissenden Herausgeber, dass er mich hier vor einem banausenhaften Lapsus bewahrte. Ein Wort des Dankes!), das in etwa 1:1 vom damaligen Album umgesetzt wurde, hier erscheint die Musik sogar einen Tacken h\u00e4rter als damals, w\u00e4hrend Rodney seinen 1992er Gesang noch einmal genauso hervorragend abliefert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit \u201eWhat Can I Do For You\u201c folgt der Er\u00f6ffnungssong des \u201eThe War Against Sleep\u201c-Albums, den ich damals zu Zeiten meines Abiturs schon gro\u00dfartig fand, und daran hat sich nichts ge\u00e4ndert. Rodney Orpheus hat ein Gesp\u00fcr f\u00fcr hypnotische Melodien und diese waren immer besonders sch\u00f6n, wenn die Musik weicher, elektronisch gepr\u00e4gter und weniger von Krachgitarre dominiert waren. Genau in diesem Geiste erfolgt die Neuinterpretation von \u201eWhat Can I Do For You\u201c, eine gewisse Schr\u00e4gheit in der Instrumentierung bricht sich dennoch Bahn und steht dem Song gut zu Gesicht. Mit \u201eNightfall (Over EC)\u201c verlassen CC dann meine Komfortzone: Dieser Song stammt vom 1990er Album \u201eCyberpunx\u201c, mit dem ich immer meine Probleme hatte, trotz des tollen Serienkillersongs \u201eWhat Turns You On?\u201c, der von Ted Bundy handelt. Der Klang des Albums war kalt und trostlos, so wollte ich CC nicht h\u00f6ren, und mit der Neueinspielung von \u201eNightfall\u201c korrigiert die Band das grandios und macht daraus einen klassisch anmutenden CC-Song. Anschlie\u00dfend folgt \u201eOne Millionth Happy Customer\u201c von meinem All-Time-Lieblings-Album \u201eTheomania\u201c (1988). Hier regiert die Elektronik \u00fcber die Gitarren, D\u00fcsternis wird auch durch Rodneys Gesang her\u00fcbergebracht und dazu klickert ein wundervoller Schlagzeugcomputer. Von all diesen Zutaten haben CC Anno 2026 nichts verw\u00e4ssert, nichts gro\u00dfartig ver\u00e4ndert, alles klingt wie gehabt aber trotzdem irgendwie auch wieder ein wenig neu. Cool.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genie\u00dfen wir das, denn danach folgt der Song, der auch Nicht-CC-H\u00f6renden eventuell von 1990er-Jahre-D\u00fcster-Samplern gel\u00e4ufig sein d\u00fcrfte:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e(In Search Of) Penny Century\u201c! Noch 1993 durfte sich Rodney Orpheus die Frechheit herausnehmen, den Song auf \u201eBeyond The Wall Of Sleep\u201c nur acapella f\u00fcr wenige Sekunden anzustimmen, hier ist er in voller L\u00e4nge enthalten, der wohl ikonischste Song der Band, auf den dann \u201eSecond Shot\u201c folgt, der \u201ePenny Century\u201c nur darin nachsteht, dass er ein Jahr fr\u00fcher, n\u00e4mlich auf dem von mir favorisierten \u201eTheomania\u201c-Album erschienen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dfer mit \u201eOne Millionth Happy Customer\u201c und \u201eSecond Shot\u201c machen Rodney und die Jungs danach auf \u201eGround\u201c deutlich, wie wichtig \u201eTheomania\u201c f\u00fcr die Diskografie des Kassandrakomplexes ist. Und die Neueinspielung ist sowas von gro\u00dfartig, die elektronische Grundlage des Songs klingt leichter und verspielter als die des Originals, w\u00e4hrend Rodneys Gesang das Original 1:1 imitiert, hier wird das Gef\u00fchl aus 1988 super gef\u00fchlvoll in die Jetztzeit hineinbef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWhy?\u201c war 1992 eins der verst\u00f6rendsten Lieder auf \u201eThe War Against Sleep\u201c. Wer wissen will, warum, der googele mal den Text auf genius.com. An der Verst\u00f6rendheit des Textes hat sich nichts ge\u00e4ndert, die neue Version klingt musikalisch entspannter, Rodney klingt allerdings genervter als damals, der Song wirkt immer noch, als w\u00e4re er gerade ganz neu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Abschluss auf \u201eGenerating Station Complex\u201c bildet das hier schon mehrfach erw\u00e4hnte \u201eMarch\u201c \u2013 im Original der ikonische Er\u00f6ffnungssong des 1986er Deb\u00fctalbums \u201eGrenade\u201c \u2013 damals kaum \u00fcber Kopfh\u00f6rer h\u00f6rbar, weil der zugegebenerma\u00dfen packende Refrain \u201eAll I want is Freedom!\u201c sowas von in ein klirrend-verzerrtes Gitarrenpand\u00e4monium eingepackt war, dass einem die Ohren bluteten \u2013 in der Neueinspielung bleibt die Melodie zwar irgendwie erhalten, die urspr\u00fcngliche schmerzende Krachigkeit wird aber durch Elektronikgeplucker und ged\u00e4mpft im Hintergrund gehaltene Gitarrenaktivit\u00e4ten ersetzt \u2013 hier wird einem urspr\u00fcnglich schon gro\u00dfartigen CC-Song nicht nur durch behutsame Bearbeitung neues Leben eingehaucht, nein, hier wird ein gro\u00dfartiger, aber nicht leicht genie\u00dfbarer Song komplett auf links gedreht und dadurch in etwas noch Gro\u00dfartigeres, wirklich Neues transformiert \u2013 \u201eMarch\u201c ist wahrhaftig der Moment auf \u201eGenerating Station Complex\u201c, der die Notwendigkeit und Existenzberechtigung dieses Albums in Stein gemei\u00dfelt zementiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wenn man sich nun also fr\u00e4gt: \u201eKann das irgendwie taugen, 40- bis 36-Jahre alte Songs neu eingespielt von einer legend\u00e4ren Formation um einen charismatischen Frontmann in ann\u00e4hernd der Originalbesetzung?\u201c, dann antworte ich mit \u201eJa! Und wie!\u201c Und freue mich insgeheim, dass es das onanistische \u201eSomething Came Over Me\u201c nicht auf das Album geschafft hat. Das habe ich damals in den 90ern daf\u00fcr im Capitol in Hannover selber miterlebt, und das behalte ich f\u00fcr mich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (18.09.2026) \u201eDon&#8217;t look now, we&#8217;re flying over a little place that lies below, it&#8217;s nothing very special, it&#8217;s just a town called Moscow, Moscow, Idaho\u201c Moscow Idado, Moscow Idaho, Idaho, Idahooooooo! 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