{"id":9493,"date":"2026-08-30T21:56:53","date_gmt":"2026-08-30T19:56:53","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9493"},"modified":"2026-08-30T21:56:53","modified_gmt":"2026-08-30T19:56:53","slug":"dinosaur-jr-there-near-jagjaguwar-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/dinosaur-jr-there-near-jagjaguwar-2026\/","title":{"rendered":"Dinosaur Jr. \u2013 There Near \u2013 Jagjaguwar 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Dinosaur-Jr.-There-Near.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Dinosaur-Jr.-There-Near.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9494\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Guido D\u00f6rheide (29.08.2026)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit \u201eFreak Scene\u201c vom 1988er Album \u201eBug\u201c katapultierten sich Dinosaur Jr. auf (oder hei\u00dft es \u201ein\u201c?) den Olymp des US-Amerikanischen harten Indie-Rocks, bereits ein Jahr zuvor ver\u00f6ffentlichten sie mit \u201eJust Like Heaven\u201c eine der wohl besten Coverversionen eines Songs \u00fcberhaupt (Okay \u2013 falls sich diese Aussage im Nachhinein als nicht haltbar herausstellen sollte, grenze ich den Vergleich ein wenig ein: die wohl beste Coverversion eines im selben Jahr erschienenen The-Cure-Originals). Dann folgte die Trennung, Bassist Lou Barlow konzentrierte sich auf seine wunderbare Lo-Fi-Kapelle Sebadoh und Gitarrist und S\u00e4nger J Mascis machte mit Murph und Mike Johnson am Bass bis 1993 weiter, dann ging auch Murph und Dinosaur Jr. wurde eigentlich zu einem J-Mascis-Soloding mit Johnson unver\u00e4ndert am Bass und gef\u00fchlt 50 weiteren Mitstreitenden. Das hielt aber nur f\u00fcr ein Album an (\u201eHand It Over\u201c von 1997), dann war f\u00fcr 10 Jahre Schluss.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2007 erschien \u201eBeyond\u201c in der Urbesetzung, und daran hat sich seitdem nichts ge\u00e4ndert. \u201eThere Near\u201c ist bereits das sechste Post-Reunion-Album, das wie immer nicht entt\u00e4uscht. Nein, es begeistert sogar. Selbstverst\u00e4ndlich kann man auf einem neuen Dinosaur-Jr.-Album kein neues \u201eFreak Scene\u201c und kein neues \u201eJust Like Heaven\u201c erwarten, aber das Zusammenspiel von Mascis\u2019 knarzend-n\u00f6lendem Gesang, seinen virtuos quietschenden Gitarrensoli (ich wage zu behaupten, dass Dinoaur Jr. die am exzessivsten solierende Band au\u00dferhalb des Heavy Metal ist, und die-\/derjenige, die\/der mir das widerlegt, bekommt eine Kiste Bier aus der friesischen Kreisstadt frei Haus geliefert), Barlows melodischem Bass und Murphs oft leicht leicht klappernd und polternd klingendem, aber umso pr\u00e4ziseren Schlagzeugspiel perfektioniert die Band seitdem von Album zu Album immer mehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man wei\u00df, was einen bei Dinosaur Jr. erwartet, und das langweilt dennoch nicht. Einigen Kritikern war das vorletzte Album (\u201eSweep It Into Space\u201c, 2021) zu Psychedelik-lastig, falls dem so war, wird dieser Kurs vom aktuellen Album wieder korrigiert: Mascis, Barlow und Murph halten sich an das, was sie auf den ersten drei Alben ausgemacht hat, wobei Mascis immer noch dieses unglaubliche Gesp\u00fcr f\u00fcr Ohrwurm-Melodien inmitten schr\u00e4ger Gitarrenriffs und kreischender Soli hat, was gleich im ersten Song \u201eSeveral Got Away\u201c deutlich wird: Das Riff ist simpel und schrammelig, wird aber wunderbar vom Bass gest\u00fctzt und getragen, Murph klappert die Schei\u00dfe aus seinem Schlagzeug und dann singt Mascis typisch gelangweilt und n\u00f6lend eine Melodie, von der man denkt, sie seit Jahrenden zu kennen. Zwischendurch l\u00e4sst er die Stimme immer mal kurz aufknarzen, als m\u00fcsse er auf den mit Metall umwickelten Stimmb\u00e4ndern vom einen auf den anderen Akkord umgreifen. Bis zum Solo l\u00e4sst er sich gut zwei Minuten Zeit, l\u00e4sst es zwanzig Sekunden kreischen und macht dann routiniert mit dem Gesang weiter. \u201eSeveral Got Away\u201c enth\u00e4lt alles, wof\u00fcr ich Dinosaur Jr. liebe. \u201eNo Friends\u201c l\u00e4sst Barlow mehr Raum, sich melodisch auszutoben, ansonsten gehorcht das Lied denselben Regeln wie \u201eSeveral Go Away\u201c, und das ist sehr gut so.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So geht es weiter bis \u201eBlowin\u2019 Up\u201c, das deutlich langsamer, aber nicht leiser beginnt. Mascis l\u00e4sst beim Singen das N\u00f6len und Knarzen weg und bekommt sowas wie eine Stadionrock-Melodie zustande. Klingt so, als ob Dinosaur Jr. die Aufmerksamkeit weg von der Musik hin zum Text lenken wollen \u2013 und bingo! \u2013 es lohnt sich, da mal hinzuh\u00f6ren. \u201eYou&#8217;re about as dumb as they come, and telling stupid stories every day. Someone who loves you should speak up and tell you to mind your own teacup before breaking mine.\u201c \u201eWell, maybe you need a vacation where doctors are saving your patience. Well, how bored are you?\u201c Ob mit diesem \u201ebored edgelord\u201c ein aggressiver Internet-Troll oder jemand aus der Weltpolitik gemeint ist, bleibt offen, der Text passt auf beide Arten von Unsympath und stellt eine der seltenen Gelegenheiten dar, sich Mascis in seinen Texten mal politisch \u00e4u\u00dfernd zu h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eClam Along\u201c beginnt gleich mit einem Gitarrensolo, auch das kann Mascis gut: Erst eine halbe Minute shredden und dann losn\u00f6len. Und wer jetzt noch hadert, ob \u201eThere Near\u201c was f\u00fcr sie\/ihn sein k\u00f6nnte, der\/die h\u00f6re in \u201eWalk Me Back\u201c rein und erfreue sich an dem abwechselnden Zusammenspiel von Gitarre und Gesangsmelodie. Der letzte Song \u201eNo One\u2019s Ready\u201c (aber dennoch scheinen ja einige davongekommen zu sein, siehe Song Nr. 1) zeigt, dass Dinosaur Jr. auch Folkrock k\u00f6nnen \u2013 Mascis singt f\u00fcr seine Verh\u00e4ltnisse echt sch\u00f6n \u2013 und dann kommt das Gitarrensolo und man wei\u00df Bescheid, wer hier zugange ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir kriegen auf \u201eThere Near\u201c nichts geboten, was Dinosaur Jr. nicht in \u00e4hnlicher Form schon mal gemacht h\u00e4tten, aber auf sehr hohem Niveau, sch\u00f6n altmodisch klingend produziert und so klingend, als ob den drei Helden die Ideen f\u00fcr immer neue Variationen des bew\u00e4hrten Rezepts wohl so schnell nicht ausgehen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (29.08.2026) Mit \u201eFreak Scene\u201c vom 1988er Album \u201eBug\u201c katapultierten sich Dinosaur Jr. auf (oder hei\u00dft es \u201ein\u201c?) den Olymp des US-Amerikanischen harten Indie-Rocks, bereits ein Jahr zuvor ver\u00f6ffentlichten sie mit \u201eJust Like Heaven\u201c eine der wohl besten &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/dinosaur-jr-there-near-jagjaguwar-2026\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-9493","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9493","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9493"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9493\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9495,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9493\/revisions\/9495"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9493"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9493"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9493"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}