{"id":9461,"date":"2026-08-13T22:02:01","date_gmt":"2026-08-13T20:02:01","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9461"},"modified":"2026-08-13T22:02:01","modified_gmt":"2026-08-13T20:02:01","slug":"sly-the-family-drone-with-love-sly-the-family-drone-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/sly-the-family-drone-with-love-sly-the-family-drone-2026\/","title":{"rendered":"Sly &amp; The Family Drone \u2013 With Love \u2013 Sly &amp; The Family Drone 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Sly-The-Family-Drone-With-Love.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Sly-The-Family-Drone-With-Love.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9462\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (13.08.2026)<br><br>Bandnamen, die sich aus der Verdrehung bereits etablierter Namen einen Scherz machen, sind eher schwierig, da funktionieren eigentlich ausschlie\u00dflich Dub Spencer &amp; Trance Hill. Die Nordlondoner Sly &amp; The Family Drone machen\u2019s dennoch, und immerhin der ver\u00e4nderte Zusatz ist hier mehr als berechtigt: Auf dem vermutlich achten Album \u201eWith Love\u201c gibt\u2019s irgendwie einen freien Jazz, aber generiert nicht nur mit dem Tenor-Saxophon, sondern auch mit elektronischem L\u00e4rm. Der umso besser reinhaut, wenn er wie hier neben kontemplativen St\u00fccken steht. Letztlich belegt der Name vielmehr eine in der Musik eher versteckte Komponente, die f\u00fcr das Quintett dennoch essentiell ist: Humor.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Titel \u201ePsychic Surgery\u201c passt f\u00fcr den Opener wie die Faust aufs Butterbrot: Wer sich unbedarft der Musik von Sly &amp; The Family Drone n\u00e4hert, l\u00e4uft sicherlich Gefahr, einen psychischen Schaden davonzutragen, weil sie ihn verwirrt, und da die Band das wei\u00df, h\u00e4ngt sie diesen Umstand mit dem genannten Titel quasi als Schild an die T\u00fcr. Und kichert sich eins. Das St\u00fcck ist ein freier Jazz-Rausch, es besteht aus Soundscapes und Noises ohne Rhythmus, aber mit dem Saxophon, das zwar frei, aber nicht qu\u00e4kend dazu spielt. Erst mit dem zweiten St\u00fcck \u201eThe Guts Of Albion\u201c kommt das Schlagzeug dazu, das kl\u00f6ppelt da dann so vor sich hin, sogar rhythmisch, was man eher nicht erwartet h\u00e4tte. Sobald sich das Saxophon hineinmogelt, dr\u00e4ngelt sich etwas dazu, das wie ein Didgeridoo klingt, aber vermutlich elektronisch generiert wurde. Sobald die Band zum Galopp ansetzt, schwenkt der Track zu einem verst\u00f6rend zug\u00e4nglichen Noise-Boogie um.<br><br>Kratzig-elektronisch beginnt \u201eUnder The Rainbow\u201c, und w\u00e4hrend man sich in die harschen Soundscapes sinken l\u00e4sst, schl\u00e4ngelt sich das hallige Saxophon durch den L\u00e4rm und spielt ernsthaft \u201eSomewhere Over The Rainbow\u201c an. Also doch Humor. Auf solcher Basis funktioniert auch der Titel von \u201eOn The Oil\u201c, das hat n\u00e4mlich dazu passend einen orientalischen Rhythmus, der monotone Drones und ein mit einem Echo versehenes Saxophon begleitet. Und \u2013 h\u00f6rt man da tats\u00e4chlich eine Stimme durch?<br><br>Richtig kontemplativ wird es dann mit \u201eSnagged On Frowns\u201c, das den L\u00e4rm zu entspanntem Ambient umdeutet und mit einem halligen Saxophon kr\u00f6nt, dazu mit sehr reduziertem Schlagzeug. So richtig, darauf darf man sich einstellen, entspannt bleibt es nicht, es steigert sich, atmet heftiger, bricht aber nicht aus. Daf\u00fcr klatscht einem unvermittelt das finale \u201eCloth Control\u201c ins Gesicht, mit einem quietschenden Saxophon und nervenzehrend zirpender Elektronik zum Downbeat, und wie es sich f\u00fcr vern\u00fcnftigen L\u00e4rm geh\u00f6rt, mag man ihn sich unglaublich gern anh\u00f6ren.<br><br>Seit 2010 ver\u00f6ffentlichen Sly &amp; The Family Drone Alben, \u201e95 Minutes Over England\u201c lautete der Titel des Deb\u00fcts. Sich selbst bezeichnet die Band als \u201eNorth London Neo-Jazz Wreckin\u2018 Crew\u201c, und das kann man durchaus gelten lassen. In Sachen Intensit\u00e4t und konsequenter L\u00e4rmharmonie lassen sich Monno als Link heranziehen. Auf dem f\u00fcr den Valentinstag zur Ver\u00f6ffentlichung vorgesehenen \u201eWith Love\u201c spielen mit: James Allsopp (Tenor-Saxophon), Kaz Buckland (Schlagzeug, Elektronik), Matt Cargill (Elektronik, Stimme, Percussion, zuletzt in Trioform aktiv mit dem Album \u201eChewed Up And Spat Out\u201c), Ed Dudley (Elektronik, Stimme) und Will Glaser (Schlagzeug, Elektronik).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (13.08.2026) Bandnamen, die sich aus der Verdrehung bereits etablierter Namen einen Scherz machen, sind eher schwierig, da funktionieren eigentlich ausschlie\u00dflich Dub Spencer &amp; Trance Hill. 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