{"id":946,"date":"2014-08-11T10:41:04","date_gmt":"2014-08-11T08:41:04","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=946"},"modified":"2014-08-11T10:41:04","modified_gmt":"2014-08-11T08:41:04","slug":"deine-lakaien-crystal-palace-chrom-recordssoulfood-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/deine-lakaien-crystal-palace-chrom-recordssoulfood-2014\/","title":{"rendered":"Deine Lakaien \u2013 Crystal Palace \u2013 Chrom Records\/Soulfood 2014"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-947\" title=\"Deine Lakaien - Crystal Palace\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Deine-Lakaien-Crystal-Palace.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (11.08.2014)<\/p>\n<p>Och, n\u00f6! Da lassen sich Ernst Horn und Alexander Veljanov satte vier Jahre Zeit f\u00fcr ihr zehntes Album als Deine Lakaien, und dann langweilen sie damit doch nur. Wieder, wie man inzwischen meint. Oder ist es nur der H\u00f6rer, der musikalisch weitergewandert ist und den larmoyanten Mollton einfach mal satt hat? Es erstaunt auch, dass das musikalische Produkt zweier dergestalt Versierter so banal erscheint. Nach all der Kollegenschelte sollte das Duo jedenfalls keine Steine in seinen Crystal Palace mitnehmen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wenn man es genau betrachtet, war seit 20 Jahren kein Album der Lakaien mehr umfassend \u00fcberzeugend. Die ersten drei (inklusive dem 2003 ver\u00f6ffentlichten \u201e1987\u201c vier) Alben reichen vollkommen aus, wenn man rundum exquisites Material von dem Duo haben m\u00f6chte (okay, \u201eAcoustic\u201c von 1995 sollte man auch noch mitnehmen). Danach stellte sich eine gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit ein, die zu musikalischen Banalit\u00e4ten, Selbstironie mit m\u00fcdem L\u00e4cheln oder h\u00f6herer Markttauglichkeit f\u00fchrten, die die Musiker zwischen ihre sehr wohl immer auch guten Songs setzten. Sie etablierten die getragene Ballade, und das ist das Problem: \u201eCrystal Palace\u201c besteht gef\u00fchlt ausschlie\u00dflich aus getragenen Balladen.<\/p>\n<p>Horn und Veljanov k\u00fcndigten an, den noch auf \u201eIndikator\u201c verwendeten Bandkontext weglassen zu wollen und wieder elektronischer zu werden. Das weckte Erwartungen an krasse, teils harsche, experimentelle Sounds aus der Fr\u00fchzeit des Duos. An Brutalit\u00e4t, Ausdrucksst\u00e4rke, Energie, den Sturm auf die Bastille, vor allem, weil sie den st\u00e4ndig in Interviews kolportieren (dazu sp\u00e4ter mehr). Es weckte Erwartungen, dass auch das k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte vorz\u00fcgliche \u201eAcoustic II\u201c seine Spuren hinterl\u00e4sst. Was aber kommt, ist der Aufguss von Songs wie \u201eAway\u201c (1996), \u201eReturn\u201c (1999), \u201eSilence In Your Eyes\u201c (2002), \u201eVivre\u201c (2005), \u201eGone\u201c (2010) \u2013 und alle im \u00e4hnlichen Stil mit \u00e4hnlichen Melodien. Sie sind austauschbar, verwechselbar, langweilig. Gelegentlich sticht wie eine schrille Nadel ein schr\u00e4ger Keyboardsound heraus, der aber nicht nach Experiment klingt, sondern billig und nervig. Dazu jammert Veljanov im dunklen Timbre, und wenn er das mal nicht tut, darf Horn an seinen Kn\u00f6pfen drehen, bis der Song weitergeht \u2013 so wiederholt sich der Aufbau der St\u00fccke so gut wie \u00fcbers gesamte Album.<\/p>\n<p>In den Gruftgazetten lassen sich Horn und Veljanov \u00fcber die mindere Qualit\u00e4t ihrer Genrekollegen aus und negieren dabei, selbst dazuzugeh\u00f6ren, wenngleich sie au\u00dferhalb dieser so genannten Szene kaum bis keine H\u00f6rer haben. Mit ihrer Man\u00f6verkritik liegen sie grunds\u00e4tzlich richtig, neue Gruftmucke ist seit Jahren furchtbar. Nur: Dann sollen sie es doch besser machen.<\/p>\n<p>Der mitgewachsene H\u00f6rer fragt sich nun, ob es nicht auch an ihm selbst liegt, dass ihm die Lakaien nichts mehr geben. Dass er einfach nur aus der Grufthaltung herausgewachsen ist und sich musikalisch weiterentwickelt hat. Ja, das stimmt soweit. Aber dennoch: Die alten Lakaien-Sachen h\u00f6rt er ja noch gerne, und neue Alben alter Gruftbands \u2013 wie The Mission \u2013 ebenfalls. Das Fazit bleibt, dass die Fortentwicklung der Lakaien in Richtung gesetzter dunkler Edel-Langeweile und des H\u00f6rers Sehnsucht nach Sonne oder wenigstens einem effektvollen Gewitter nicht kompatibel sind. Eigentlich stellte der H\u00f6rer dies in den vergangenen 20 Jahren bei jedem Album der Lakaien fest, aber so ist das mit der Loyalit\u00e4t. Doch auch die hat irgendwann ein Ende.<\/p>\n<p>Der loyale Sammler kann gleich auf mehrfache Weise zuschlagen: Es gibt das Album als limitiertes Digipak mit drei Liedern mehr, und die Doppel-LP-Variante bietet ebenfalls die 13 Tracks der limitierten Variante, inklusive des Digipaks. Das ist fair und rechtfertigt den hohen Preis beinahe. Die \u201eLimited Fan Box\u201c hingegen braucht sicherlich kein Mensch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (11.08.2014) Och, n\u00f6! Da lassen sich Ernst Horn und Alexander Veljanov satte vier Jahre Zeit f\u00fcr ihr zehntes Album als Deine Lakaien, und dann langweilen sie damit doch nur. Wieder, wie man inzwischen meint. 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