{"id":9429,"date":"2026-08-06T23:39:25","date_gmt":"2026-08-06T21:39:25","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9429"},"modified":"2026-08-06T23:39:25","modified_gmt":"2026-08-06T21:39:25","slug":"clash-behaviour-2-arsionist-records-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/clash-behaviour-2-arsionist-records-2026\/","title":{"rendered":"Clash &amp; Behaviour 2 \u2013 Arsionist Records 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Clash-Behaviour-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"112\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Clash-Behaviour-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9430\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (06.08.2026)<br><br>Der Brasilianische EBM-, Electro-, Industrial- und Synthie-Untergrund versammelte sich im Juni auf der sechsten Ausgabe des Electronic Body Fest im Kulturzentrum Projeto Cultural Independente in Santo Andr\u00e9, S\u00e3o Paulo. Dort im Electric Caf\u00e9 Studio spielen 14 Teilnehmer unter Anleitung von Projektleiter Jos\u00e9 Alves exklusiv 23 Tracks ein, die nun auf der zweiten Ausgabe der Compilation \u201eClash &amp; Behaviour\u201c erscheint \u2013 exakt 30 Jahre nach dem ersten Teil, den Alves seinerzeit noch mit Marcello Delgado kuratierte. Mit dabei war jedes Mal der mittlerweile nach Wolfsburg umgesiedelte Alan Draht, damals mit seiner Hauptband Hades, dieses Mal mit seinem Projekt U-CZN, \u00fcblicherweise [u-czn], kurz f\u00fcr Urban Citizen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auff\u00e4llig an diesen 23 Track ist, dass die Projektinhaber sich zwar gelegentlich h\u00f6rbar bei etablierten Helden inspirieren lie\u00dfen, sie indes darauf verzichten, die Einfl\u00fcsse plakativ oder als reine Kopie einzusetzen. Es sind eben Inspirationen \u2013 inmitten von v\u00f6llig eigenen Ideen, die die 14 Projekte und Bands hier ausleben. Einig ist die elektronische Grundlage, ansonsten loten sie die Grenzen der Randbereiche weitr\u00e4umig und modern aus.<br><br>Als glitchy verlagsamtes instrumentales Breakbeat-Intro mit hartem Electro startet Front Runner mit \u201eThe Inflict Of The Code\u201c den Reigen. Die ersten paar Bl\u00f6cke gestaltet die Compilation in Vierer-Abschnitten, in denen sich jeweils zwei Bands im Wechsel je zwei Tracks teilen. Es folgt nun also Deadjump mit \u201eBlurred Vision\u201c, einem d\u00fcster treibenden EBM mit Industrial-Sounds, modern produziert. Zweiter Lauf f\u00fcr Front Runner und \u201eSpreading The Chaos\u201c, einem experimentellen Electro, wie vor 40 Jahren, mit Samples, einer extrem verzerrten Stimme und einer gro\u00dfen N\u00e4he zu den alten Skinny Puppy. Zur\u00fcck zu Deadjump mit \u201eI Must Die\u201c, einem zug\u00e4nglichen technoiden Track, der nach vorn geht.<br><br>Den zweiten Block er\u00f6ffnet Eletrya mit \u201eBecause God Is In Control\u201c, einem tanzbaren Electro-Pop-EBM mit monoton-eing\u00e4ngiger Gesangsmelodie. Cyberthreat \u00fcbernimmt mit \u201eWar\u201c, einem verlangsamten Industrial-EBM mit verzerrter Stimme und wuchtigen Effekten. Wieder Eletrya, die mit \u201eIf I Could Go Back In Time\u201c einen treibend-technoiden EBM produzieren, inklusive einem sekundenkurzen Ausflug in die Gro\u00dfraumdisco. Zweiter Halt f\u00fcr Cyberthreat mit \u201eCosmic Space\u201c, einer titelgem\u00e4\u00df spacigen Downbeat-Ballade mit Vocoder-Sprecher.<br><br>Den dritten Block setzen Fagner Absynth mit \u201eVoid Signal\u201c ebenso langsam fort, einem leicht harschen Kopfnicker mit gesprochenen und geshouteten Texten, dunkel, retromodern. Ebenso k\u00f6nnte man von U-CZN den Track \u201ePolitic, Corruption, Religion And War\u201c auffassen, schlie\u00dflich legt er den Glamrock-Rhythmus von Skinny Puppys Hit \u201eAssimilate\u201c zugrunde, wenn er seine Predigt shoutet. Der Track mit Industrial-Effekten bleibt im Ohr, und als Link in seine neue Wohngegend wiederholt Alan Draht den Titel auch auf Deutsch. Nochmal Fagner Absynth mit \u201eNothing\u201c, das noisy, mit distorted Beats und nerv\u00f6sen Synthies die gebrummten Lyrics tr\u00e4gt und dessen Electro-Effekte einem um die Ohren ballern. Ein zweites Mal U-CZN mit \u201eLonely King\u201c, das dunkel und perkussiv mit klarem Synthie und Breakbeats angenehm ins Atmosph\u00e4rische driftet.<br><br>Ab diesem Block \u00e4ndert sich die Reihenfolgen-Systematik. Zun\u00e4chst legen die Mocka Boyz mit \u201eCut The Line\u201c einen pulsierenden EBM vor, mit dunkler, klarer Stimme und treibenden Sequenzern. Mit dem etwas problematischen Namen Von Richthofen und dem Track \u201eProphets Of Profit\u201c wird es hypnotisch, ein beatloses Ambient-Intro er\u00f6ffnet den Track, jemand bellt vier W\u00f6rter in unendlicher Wiederholung, erst sp\u00e4ter schieben sich Industrial-Beats schleichend dazu, die Energie nimmt zu. Nochmal die Mocka Boyz mit \u201eThe Method Of Thread\u201c, einem kraftstrotzenden EBM mit der Seele von Nitzer Ebb, also von DAF, mit verspielten rhythmischen Elementen und Shouting. Jetzt kommen Further Southern mit \u201eSafe Place\u201c und ver\u00e4ndern die Tonlage mit einem warmen Piano und freundlichen Synthiemelodien; das hier ist schon irgendwie Pop, aber leicht unbequem, und mausert sich zum dunklen Treiber.<br><br>Weiter geht\u2019s mit Vulpaxis und \u201eSal\u201c, das krass klare Synthiesounds kraftvoll zum gebrochenen Downbeat einsetzt, den moderneren Depeche Mode nicht unnah, zuletzt aber anders als jene krasse Glitches dazubringt. Serious Voices machen mit \u201eSo Far Away\u201c einen entschlackten retroseligen Synthiepop mit etwas mehr Licht inmitten der Dunkelheit. Deathtronic instrumentieren ihr \u201ePensamentes Sem Mim\u201c ebenfalls dezenter, dunkeln die Stimmung etwas weiter herunter und bauen einen angedeuteten Country-Rhythmus und eine enorm verzerrte Sprache ein, als w\u00fcrde sie blubbern.<br><br>Noxious Faction greifen mit \u201eEmpty Minds\u201c zur\u00fcck auf die kanadischen Anf\u00e4nge in den Achtzigern, dunkel, mit Samples, in einer undurchdringbaren Struktur, in der Zur\u00fcckhaltung und verhaltener Ausbruch im Wechsel erfolgen. Deathtronic rei\u00dfen mit \u201eMurder\u201c kr\u00e4ftig aus, das St\u00fcck ist ein schneller Electropunk nach Art von My Life With The Thrill Kill Kult. Einmal noch Noxious Faction mit \u201eInterface\u201c, einem harscheren EBM mit ebenso harscher Stimme, einem nerv\u00f6ser Synthie und einem blubbernden Bass. Den Rauswerfer \u00fcbernehmen Derrame mit \u201ePeste Negra\u201c, einem Ritual-Noise-Ambient mit fuzzy langsame Beats.<br><br>Diese Tracks gibt es ausschlie\u00dflich auf CD, nicht im Stream, ganz unmodern. Erh\u00e4ltlich ist das Album vermutlich lediglich direkt in Brasilien unter <a href=\"https:\/\/electric.art.br\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">electric.art.br<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (06.08.2026) Der Brasilianische EBM-, Electro-, Industrial- und Synthie-Untergrund versammelte sich im Juni auf der sechsten Ausgabe des Electronic Body Fest im Kulturzentrum Projeto Cultural Independente in Santo Andr\u00e9, S\u00e3o Paulo. 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