{"id":9413,"date":"2026-08-03T21:53:38","date_gmt":"2026-08-03T19:53:38","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9413"},"modified":"2026-08-03T21:59:33","modified_gmt":"2026-08-03T19:59:33","slug":"was-guido-sonst-noch-gehoert-hat-im-juni-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/was-guido-sonst-noch-gehoert-hat-im-juni-2026\/","title":{"rendered":"Was Guido sonst noch geh\u00f6rt hat\u2026 im Juni 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Was-Guido-sonst-noch-gehoert-hat.-im-Juni.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"137\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Was-Guido-sonst-noch-gehoert-hat.-im-Juni.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9414\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Guido D\u00f6rheide (02.08.2026)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Evergrey \u2013 Nine Inch Nails \u2013 Joan <\/strong><\/em><em><strong>A<\/strong><\/em><em><strong>s Police Woman \u2013 Klez.e \u2013 Olivia Rodrigo \u2013 Pixies<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin wieder da. Aufgrund von Sommerurlaub mit der j\u00fcngeren Tochter und anschlie\u00dfender Erkundung zweier Europ\u00e4ischer Hauptst\u00e4dte innert weniger Tage mit dem Kombinationskraftwagen aus volkseigener Produktion (der dabei sein Heimatland durchma\u00df und nach dem Wiedereintritt in die BRD kurz vor der nieders\u00e4chsischen Grenze prompt geblitzt wurde) kam ich nicht zum Schreiben und nehme diese l\u00e4stige \u00fcber alles geliebte Gewohnheit jetzt wieder auf. Ein Wort des Dankes an Julius, Regina und Julian f\u00fcr den wunderbaren Aufenthalt in Wien, und ein Wort des Dankes an die Liebste f\u00fcr lecker b\u00f6hmischen Schweinebratenessen am Wenzelsplatz und vor allem f\u00fcr die tolle Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen sind nat\u00fcrlich auch mir am Herzen liegende Tontr\u00e4ger*innen erschienen, die ich hier dem KrautNick-Auditorium nicht vorenthalten m\u00f6chte, oisdann, gemmas o:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Evergrey \u2013 Architects <\/strong><strong>O<\/strong><strong>f <\/strong><strong>A<\/strong><strong>N<\/strong><strong>ew Weave \u2013 Valhall Music 2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Evergrey aus G\u00f6teborg in Schweden gibt es bereits seit \u00fcber 30 Jahren, dennoch liefen sie bei mir bislang immer unterm Radar dran vorbei. Zeit also, mal mit \u201eArchitects Of A New Weave\u201c anzufangen, mich mit der Musik von Evergrey zu besch\u00e4ftigen. Sch\u00f6\u00f6n harte Gitarren, viieel Prog, aber der Gesang packt mich nicht so. Hatte ich schon erw\u00e4hnt, dass ich mit Klargesang oft ein Problem habe? Trotz der eigentlich irgendwie nicen Stimme von Tom S. Englund habe ich das hier. Musikalisch hingegen ist \u201eArchitects Of A New Weave\u201c komplett \u00fcber jeden Zweifel erhaben. Das Album beginnt mit \u201eWelcome To The Pattern\u201c, ein Synthgedudel mit irgendwie d\u00fc\u00fcsterem Gebrabbel, geschenkt, aber gleich auf dem ersten richtigen Song, \u201eThe Shadow Self\u201c, entfachen Evergey ein krachiges Pandemonium aus rauhen Gitarrensounds, Synthteppichen im Hintergrund und grandiosen Soli, aber allein gesangsm\u00e4\u00dfig siegt hier der Powermetal \u00fcber den Prog\/Djent\/Wasauchimmer, und das macht mir den H\u00f6rgenuss leider kaputt. Dann noch ein Chor gegen Ende \u2013 kotz! Als besonders gelungen hervorheben m\u00f6chte ich hier noch das Schlagzeug, aber von der Gesamtanmutung her ist das hier leider nicht so ganz mein Ding.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nine Inch Nails \u2013 TRON Ares: Divergence \u2013 The Null Corporation\/Interscope Records\/Walt Disney Records 2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da bin ich mit dem Herausgeber einer Meinung: Die Geschichte von Nine Inch Nails ist seit \u201eThe Fragile\u201c aus dem Jahr 1999 eigentlich auserz\u00e4hlt, danach muss man alle Alben von Trent Reznor seiner Band nicht mehr unbedingt haben, auch wenn sie auf einigerma\u00dfen hohem Niveau stagnieren. In den letzten Jahren tritt Reznor eh fast nur noch mit dem Zusatz \u201eand Atticus Ross\u201c in Erscheinung, und es gibt haufenweise epische Filmsoundtracks oder sowas. G\u00e4\u00e4hn! Hier jetzt also der trendige Razor und sein antikes Ross mit einem Remix-Album zum auf gewohntem Niveau langweilenden \u201eTron: Ares (Original Motion Picture Soundtrack)\u201c und was soll ich sagen? Das Teil gef\u00e4llt. Hinfort ist die Langeweile des urspr\u00fcnglichen Albums und Reznor und Ross unterhalten mich auf mehr als Doppelalbuml\u00e4nge knapp zweieinhalb Stunden wirklich sehr gut. Packende Elektronik, kombiniert mit harten Gitarren, generell ein sehr harter Sound und verzerrter Gesang machen Laune, es macht sozusagen Bock, sich die Mucke anzuh\u00f6ren. Das Album erinnert mich an gute Computerspielsoundtracks wie zum Beispiel \u201eInferno\u201c (Soundtrack von Alien Sex Fiend, 1994) oder einiges, was der Junge (mein Stiefsohn Roland) bei gemeinsamen Autofahrten per Aux-Kabel (\u201eEy Vater V3, gib mir mal Auxburg r\u00fcber!\u201c) aus dem Mobiltelefon heraus in das Entertainmentsystem seines Aygo zaubert. Nur moderner und h\u00e4rter. Sehr sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Joan <\/strong><strong>A<\/strong><strong>s Police Woman \u2013 Real Life Evolution \u2013 Reveal Records 2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Joan As Police Woman ist Joan Wasser aus NYC, die aufgrund ihrer vermeintlichen \u00c4hnlichkeit zur 70er-Jahre-Fernsehseriendarstellerin Angie Dickinson (\u201eMake up und Pistolen\u201c, im Original \u201ePolice Woman\u201c \u2013 und hier schlie\u00dft sich der Kreis) ihren Namen bekam und die seit 2004 unter diesem Namen fortlaufend Musik ver\u00f6ffentlicht. Vorher hat sie unter anderem bei Antony And The Johnsons (jahaaa \u2013 genau bei DEN Antony And The Johnsons) Violine gespielt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter ihrem K\u00fcnstlernamen Joan As Police Woman spielt und singt Wasser Indie-Folk, soulig und neo-folkig sowie rhyhtm-and-bluesig angehauchten Indie-Pop und bezaubert damit auf \u201eReal Life Evolution\u201c einmal wieder umso mehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anspieltipp: Auf jeden Fall \u201eFlushed Chest\u201c \u2013 der Song enth\u00e4lt ein tolles Klavier, das locker auch von Fiona Apple stammen k\u00f6nnte, und Joan Wassers Stimme ist hier unbeschreiblich und singt eine Melodie, die sich erst noch ausgedacht werden muss. Wem das nicht reicht: \u201eChristobel\u201c und \u201eEternal Flame\u201c, und wen Joan As Police Woman dann noch nicht hat, der wird ihre Musik niemals wertsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, ist aber egal \u2013 alle anderen werden diese Stimme und diese einzigartigen Songs immer wieder h\u00f6ren wollen und sich dabei niemals langweilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Klez.e \u2013 Einmal mehr mit Dir gegen die Furcht \u2013 Windig 2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klez.e aus Berlin haben sich nach einem Computervirus benannt und spielen The Cure nach. Fertig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fertig? Nein, nat\u00fcrlich noch lange nicht \u2013 Computerviren gehen mir am Arsch vorbei, au\u00dfer sie legen meinen Computer lahm (gell, ne \u2013 wei\u00dfte noch, Matze, oder?), Berlin mittlerweile ebenso und The Cure kann ich mir auch von denen selber anh\u00f6ren. Zumal mir der Herausgeber gerade eine tolle Live-DVD geschenkt hat, die ich nicht m\u00fcde werde, mir zusammen mit der Liebsten anzuh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit \u201eDesintegration\u201c [sic!] aus 2017 und \u201eErregung\u201c aus 2024 dr\u00e4ngt sich der Verdacht geradezu auf, dass sich Klez.e anschicken, den Sound von The Cure auf dem 1989er Album \u201eDisintegration\u201c nachzuahmen und sonst nichts. Vorher haben sie seit 2004 auch schon drei Alben aufgenommen, die nicht schlecht waren, aber erst seit \u201eDesintegration\u201c habe ich sie so richtig auf dem Zettel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich kam es mir zuerst einmal abgeschmackt vor, den End-80er-Sound von The Cure zu kopieren, aber andererseits: The Cure haben anschlie\u00dfend ihren Sound mehr und mehr zum (oft und in den letzten Jahren erst recht wieder gro\u00dfartigen) Bombast gewandelt \u2013 was spricht also dagegen, das zu konservieren, was auf dem apseluten musikalischen H\u00f6hepunkt 1989 abging? Zumal es das auch gar nicht mal so ganz trifft \u2013 wirklich oft h\u00f6ren sich Klez.e auch nach viieel fr\u00fcheren Cure an. \u201eFaith\u201c aus 1981 und \u201eSeventeen Seconds\u201c aus 1980 sind hier die Stichworte. Dazu passt auch der Gesang von Tobias Siebert. Er kopiert Robert Smith nicht, haut aber immer wieder in dieselbe Kerbe. Die Texte sind auch klasse. Dazu h\u00f6re man sich gerne mal \u201eDas eine Treffen im Jahr\u201c an, das musikalisch an \u201eLovesong\u201c und \u201ePictures Of You\u201c mit ein wenig \u201eFriday I\u2019m In Love\u201c gemahnt, \u201eAch komm, wir hau\u2019n ab von Deiner Feier, [\u2026] also Cheers, vamos a la playa, [\u2026] und tausend Dinge, die ich sagen will jeden Tag, immer ganz tief in mich rein sollen jeden Tag, wie oft ich an Dich denke jeden Tag, bekomm\u2019 ich einfach nicht gesagt. Hab ich wieder nicht gesagt\u201c Und solcher Momente sind es nicht eben wenige auf \u201eEinmal mehr mit Dir gegen die Furcht\u201c, und dazu solch sch\u00f6ne Musik. Viele andere Bands haben das, wonach sie klingen, ebenfalls nicht erfunden, und ausgerechnet die Cure aus ihren d\u00fcstersten Phasen als Vorbild zu nehmen, ist f\u00fcrwahr eine gute Idee.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Olivia Rodrigo \u2013 <\/strong><strong>Y<\/strong><strong>ou <\/strong><strong>S<\/strong><strong>eem <\/strong><strong>P<\/strong><strong>retty <\/strong><strong>S<\/strong><strong>ad <\/strong><strong>F<\/strong><strong>or <\/strong><strong>A<\/strong><strong>G<\/strong><strong>irl <\/strong><strong>S<\/strong><strong>o <\/strong><strong>I<\/strong><strong>n <\/strong><strong>L<\/strong><strong>ove \u2013 Geffen Records 2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine T\u00f6chter haben mich vor Jahren gelernt, dass man auch als alter Alternativeindiezausel mal einer vermeintlichen Pops\u00e4ngerin eine Chance geben muss und seitdem bin ich Fan von K\u00fcnstlerinnen wie Taylor Swift, Lana del Rey, Dua Lipa, Lady Gaga und einigen mehr. Olivia Rodrigo haut f\u00fcr mich in dieselbe Kerbe. Schon ihr 2021er Deb\u00fct \u201eSour\u201c hat mir gut gefallen, und dass sie auf demselben Label ver\u00f6ffentlicht wie weiland Sonic Youth und Nirvana (von Neil Young reden wir jetzt besser mal nicht, obwohl sein Zwist mit David Geffen in den 1980er Jahren f\u00fcr einige der obskursten Alben, die jemals von einem \u00fcber wirklich jeden Zweifel erhabenen K\u00fcnstler ver\u00f6ffentlicht wurden, gesorgt haben), verleiht der einmal als Disney-Star gestarteten kalifornischen Singer-Songwriterin zus\u00e4tzliche Glaubw\u00fcrdigkeit. Und was soll man sagen? \u201eyou seem pretty sad for a girl so in love\u201c hat nicht nur einen wundervollen Albumtitel, sondern wartet auch mit wundersch\u00f6nen und gro\u00dfartig gesungenen Songs auf. Eigentlich reichen schon die beiden ersten St\u00fccke, \u201edrop dead\u201c und \u201estupid song\u201c, um die geneigten H\u00f6rer*innen auf die Seite der K\u00fcnstlerin zu ziehen, wir bekommen es hier mit Alternative-Pop h\u00f6herer Qualit\u00e4t und zufriedenstellender D\u00fcsternis zu tun, und Rodrigos Stimme tut ihr \u00dcbriges, um Begeisterung sicherzustellen. Wem das nicht reicht, der m\u00f6ge noch \u201emaggots for brains\u201c anspielen (eine sch\u00f6ne Anspielung auf den Funkadelic-Klassiker \u201eMaggot Brain\u201c), der von wegen der Bassgitarre her an 80er-Jahre-Indie erinnert und gesanglich im Refrain deutlich macht, dass Popmusik an sich nichts Schlechtes ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Megahammeranspieltipp wird aber erst bei Track 10 erreicht: \u201ewhat\u2019s wrong with me\u201c liefert nicht nur die Jahrhunderttextzeile des Jahres (\u201eI think you\u2019re what\u2019s wrong with me\u201c), nein, hier singt auch sogar noch Robert Smith von The Cure mit. So. Was. Sch\u00f6nes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Pixies \u2013 Complete B Sides <\/strong><strong>R<\/strong><strong>emastered \u2013 4AD 2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ehmt gerade noch Nirvana erw\u00e4hnt, schon gibt es was Neues von der Band, der Kurt Cobain immer nacheiferte: \u201eComplete B Sides\u201c ist eigentlich bereits 2001 erschienen, im heuer ver\u00f6ffentlichten Rewiederneuver\u00f6ffentlichungs-Reissue bekommen wir ungef\u00e4hr sechs Songs mehr und ein analoges Remaster von Kevin Vanbergen, und das lohnt sich. Erstmal ist es immer wieder toll, mal wieder mit der Nase auf die Pixies gesto\u00dfen zu werden \u2013 sie waren wirklich eine der tollsten alternativen Rockbands aller Zeiten \u2013, und au\u00dferdem h\u00f6rt sich das Album auch gro\u00dfartig an. Leider fehlt mein Lieblingslied \u201eHere Comes Your Man\u201c (auch \u201eWhere Is My Mind\u201c fehlt \u2013 das kommt einem schon so vor, als h\u00e4tte Black Francis hier noch irgendwie die Finger mit drin und daf\u00fcr gesorgt, dass die von ihm am Ende des Bandbestehens nicht eben sehr gesch\u00e4tzte Kim Deal gesanglich unterinterpretiert ist) \u2013 ansonsten habe ich aber nichts auszusetzen. Wer die Pixies noch nicht kennt, kann gerne mit den komplett remasterten B-Sides einsteigen und wird es nicht bereuen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (02.08.2026) Evergrey \u2013 Nine Inch Nails \u2013 Joan As Police Woman \u2013 Klez.e \u2013 Olivia Rodrigo \u2013 Pixies Ich bin wieder da. 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