{"id":9387,"date":"2026-07-23T21:58:30","date_gmt":"2026-07-23T19:58:30","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9387"},"modified":"2026-07-23T21:58:30","modified_gmt":"2026-07-23T19:58:30","slug":"prophaen-ana-lmalhi-f-dnoubi-%d8%a3%d9%86%d8%a7-%d8%a7%d9%84%d9%85%d9%84%d9%87%d9%8a-%d9%81%d8%b0%d9%86%d9%88%d8%a8%d9%8a-antibody-label-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/prophaen-ana-lmalhi-f-dnoubi-%d8%a3%d9%86%d8%a7-%d8%a7%d9%84%d9%85%d9%84%d9%87%d9%8a-%d9%81%d8%b0%d9%86%d9%88%d8%a8%d9%8a-antibody-label-2026\/","title":{"rendered":"Proph\u00e4n \u2013 Ana Lmalhi F Dnoubi \u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0645\u0644\u0647\u064a \u0641\u0630\u0646\u0648\u0628\u064a \u2013 Antibody Label 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Prophaen-Ana-Lmalhi-F-Dnoubi-\u0623\u0646\u0627-\u0627\u0644\u0645\u0644\u0647\u064a-\u0641\u0630\u0646\u0648\u0628\u064a-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"155\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Prophaen-Ana-Lmalhi-F-Dnoubi-\u0623\u0646\u0627-\u0627\u0644\u0645\u0644\u0647\u064a-\u0641\u0630\u0646\u0648\u0628\u064a-.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9388\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (23.07.2026)<br><br>\u201e\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0645\u0644\u0647\u064a \u0641\u0630\u0646\u0648\u0628\u064a\u201c hei\u00dft ungef\u00e4hr \u201eIch bin abgelenkt von meinen S\u00fcnden\u201c, phonetisch ergibt sich daraus der Titel \u201eAna Lmalhi F Dnoubi\u201c f\u00fcr das neue Album des marokkanischen Ein-Man-Projektes Proph\u00e4n. Darauf verarbeitet Othman Cherradi aus Casablanca, der Proph\u00e4n betreibt, seine Eindr\u00fccke, die er im Zuge einer Umsiedelung nach Paris erhielt. Musikalisch hei\u00dft das, dass er verlangsamte Industrial-Sounds und Sprachsamples mit marokkanischer Musik verbindet, minimalistisch, dunkel, sch\u00f6n und verst\u00f6rend.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein tiefes Brummen, das sich leicht in der Tonh\u00f6he verschiebt, markiert den Loop, auf dem Cherradi seine ersten drei Tracks errichtet. Jeder bekommt eine eigene Ausrichtung, beginnend mit Leere, die sich dezidiert und beinahe perkussiv mit metallischen Schl\u00e4gen auseinanderzusetzen hat, sp\u00e4ter mit arabisch konnotierten Musiksamples, wahlweise konkret, wie man sie sich als Europ\u00e4er beispielsweise auf einem Bazar vorstellt, oder unterschwellig als Soundscapes, begleitet dann von Ges\u00e4ngen und vielseitigen Industrial-Schl\u00e4gen, so im Titeltrack. Hypnotisch einnehmend verbindet Cherradi hier tiefste Dunkelheit mit Abstraktion, Noise und Sch\u00f6nheit.<br><br>Die zweite H\u00e4lfte bekommt eine andere Ausgestaltung: \u201eKatssali Bhal Hakka\u201c besteht aus einem hintergr\u00fcndigen Drone, zu dem es metallisch raschelt, eine Art Orgel erklingt und ein sch\u00f6ner, nachdenklicher, versunkener Gesang einsetzt. Das St\u00fcck entwickelt sich zu einem Schulterschluss zwischen muslimischer und christlicher Musikalisierung kombiniert mit abstraktem minimalistischem Noise. Das abschlie\u00dfende \u201eCarved\u201c hat einen ersch\u00fctternd langsamen Schlag als Grundrhythmus, \u00fcber dem ein Keyboard und ein marokkanisches Saiteninstrument einander in die H\u00f6he schrauben. Sobald sie die anf\u00e4ngliche Leere ersetzen, rei\u00dft der Schlag unbemerkt ab, Gesang gesellt sich hinzu und alles gipfelt in etwas, das nach Hoffnung schreit.<br><br>Mit diesen f\u00fcnf Tracks verarbeitet Cherradi seine Umsiedelung von Marokko nach Paris, wo er sich \u201evon seinen S\u00fcnden abgelenkt\u201c sieht, ein Zitat aus einem Sufi-Gedicht \u00fcbrigens, zwischen \u2013 so die Info \u2013 Entfremdung und Orientierungslosigkeit sowie dem Verlust des kreativen Gleichgewichts. Alles, so hei\u00dft es, steuere auf den Punkt des Zusammenbruchs hin, ohne eine L\u00f6sung anzubieten, sondern lediglich Spuren. Klingt philosophisch und reflektiert, und umgesetzt ist es tats\u00e4chlich so d\u00fcster, wie sich das liest. Einen ohrenbet\u00e4ubenden L\u00e4rm indes generiert Cherradi nicht, auch wenn manche Sounds mehr als nur unbequem sind. Dennoch ist das Ergebnis durchaus als sch\u00f6n aufzufassen.<br><br>Als Proph\u00e4n macht Cherradi mindestens seit 2018 Musik, seine erste EP \u201eMoorish Sorcery\u201c erschien in jenem Jahr, sein Deb\u00fct-Album \u201eThose Who Fight In God\u2019s Way\u201c kam 2021 heraus. Zur fr\u00f6hlichen Verwirrung gestaltet er sein Proph\u00e4n-Logo bisweilen nach Art des Death oder Black Metal, was zumindest die Stimmung betreffend sehr passend ist. Seine Ver\u00f6ffentlichungen bewegen sich zwischen Techno, Tribals, Dark Ambient und Industrial.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (23.07.2026) \u201e\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0645\u0644\u0647\u064a \u0641\u0630\u0646\u0648\u0628\u064a\u201c hei\u00dft ungef\u00e4hr \u201eIch bin abgelenkt von meinen S\u00fcnden\u201c, phonetisch ergibt sich daraus der Titel \u201eAna Lmalhi F Dnoubi\u201c f\u00fcr das neue Album des marokkanischen Ein-Man-Projektes Proph\u00e4n. 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