{"id":9341,"date":"2026-07-13T20:42:49","date_gmt":"2026-07-13T18:42:49","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9341"},"modified":"2026-07-13T20:42:49","modified_gmt":"2026-07-13T18:42:49","slug":"liyo-ich-will-ganz-laut-schreien-bluelion-records-the-orchard-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/liyo-ich-will-ganz-laut-schreien-bluelion-records-the-orchard-2026\/","title":{"rendered":"Liyo \u2013 Ich will ganz laut schreien \u2013 Bluelion Records\/The Orchard 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Liyo-Ich-will-ganz-laut-schreien.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Liyo-Ich-will-ganz-laut-schreien.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9342\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (13.07.2026)<br><br>Eine Zwanzigj\u00e4hrige verarbeitet ihren Liebeskummer: Diese Pr\u00e4misse verleitet in die Jahre gekommene H\u00f6rende au\u00dferhalb der Gen Z vermutlich eher nicht dazu, sich \u201eIch will ganz laut schreien\u201c anzuh\u00f6ren, die Deb\u00fct-EP der in K\u00f6ln lebenden Berlinerin Liyo. Doch h\u00f6rt man \u00fcber diese juvenile Nabelschau hinweg, bekommt man ganz ordentlichen Poprock mit Kopfnickern in Richtung New Wave, Electrogebratze, Power-Metal, Pop-Punk und \u2013 nun \u2013 schlageresker Ballade. Wenn sie k\u00fcnftig ihren Blickwinkel auch f\u00fcr andere Menschen \u00f6ffnet, h\u00f6rt man ihr bestimmt noch lieber zu.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liyo selbst schickt \u201eIch will ganz laut schreien\u201c einen dreiseitigen Infotext mit, den man mit 20, mit gebrochenem Herzen und mit einem Hang zur Opferrolle bestimmt applaudierend best\u00e4tigt. Sowohl dieser Text als auch die Texte ihrer sechs vorliegenden Lieder behandeln sie selbst und die Umst\u00e4nde f\u00fcr ihren jugendlichen Liebeskummer, das ist nicht eben eine Einladung, sich mit der EP zu befassen, aber so man es dennoch tut, \u00f6ffnet sich das Herz f\u00fcr die Musik.<br><br>Sicherlich ist das hier auf Erfolg und Pop ausgelegt, aber Pop geht definitiv auch angepasster und eindimensionaler. Jeder der sechs Songs hat eine andere Grundausrichtung, allen gemein ist, dass sie kompositorisch und von den Arrangements her eine Vielzahl an Details und \u00dcberraschungen beinhalten, mit denen man nicht gerechnet h\u00e4tte und die die EP aus dem Mittelma\u00df herausheben. Zudem vermeidet es Liyo weitgehend, ihre Melodien so zu gestalten, wie es alle Singer-Songwriter mit deutschen Texten seit vielen Jahren vornehmen, n\u00e4mlich mit sich ewig wiederholenden Drei-Ton-Melodien, die irgendwie ein Gebrochen- oder Genervtsein vermitteln und vielmehr selbst nerven.<br><br>Auch meidet Liyo die E-Gitarre nicht, zumindest deren Sound, sie scheint hier h\u00e4ufiger eingesetzt zu sein als bei anderem Radiopop. Gleich \u201e\u2026 laut liebst\u201c ist ein Uptempo-Power-Pop, der den Kopf anerkennend nicken l\u00e4sst: So h\u00e4tte das m\u00f6glicherweise auch in den Achtzigern von NDW-K\u00fcnstlernden kommen k\u00f6nnen. \u201eM\u00fcdigkeit\u201c indes ist knapp der einzige Song, der die genannte Billo-Melodie in der Strophe hat, aber das Drumherum dieser Midtempo-Nummer ist musikalisch anspruchsvoller. In den Sessel dr\u00fcckt Liyo die H\u00f6rerschaft danach mit \u201eS\u00fcchtig\u201c, das laut losbratzt; das k\u00f6nnte abermals die angenommene Gitarre sein, die diese Uptempo-Song vorantreibt. \u201eWhat the fuck\u201c, ruft Liyo, und w\u00e4hrend sie weitersingt, f\u00e4llt auf, dass ihre Stimme f\u00fcr moderne Singende angenehm ist, warm, klar, durchdringend, in angenehmer Lage, und noch besser: Liyo beherrscht sie.<br><br>Als regul\u00e4rer Popsong im Midtempo beginnt \u201eCharity Work\u201c, indes mit einer unterschwelligen Aggression und, nun, mit lediglich leicht nerviger Gesangsmelodie, zudem mit einem Text \u00fcber einen Fast-Einundzwanzigj\u00e4hrigen, der noch bei seinen Eltern wohnt, nun ja, sicherlich trifft das die Sorgen ihrer Generation. Sch\u00f6ne Zeilen hat sie dennoch drin, etwa \u201edu hattest meine Hoodies an \u2013 und ich die Hosen\u201c, das gef\u00e4llt bestimmt auch Judith Holofernes. Zur Mitte jedoch bricht der Song aus, entwickelt sich zu einem Power-Pop-Rock-Song mit einem Power-Metal-Solo. Echt. \u201eGirls Girl\u201c ist pl\u00f6tzlich Power-Punk mit Bratzgitarre und Energie, in den sich zum Ende ein Ska-Beat mengt. Zuletzt beginnt \u201eCappy\u201c wieder als gew\u00f6hnliche Pop-Ballade, dreht dann aber musikalisch und gesanglich auf. Liyo l\u00e4sst dann ihre Stimme auch mal textlos hallen, wie bereits in \u201eCharity Work\u201c, w\u00e4hrend die Instrumente an Volumen zulegen und den sch\u00f6nsten Popsong zaubern.<br><br>Diese EP ist eine Sammlung von bereits ver\u00f6ffentlichten Einzeltracks aus den zur\u00fcckliegenden Monaten. Vollst\u00e4ndig ist sie nicht, Liyo ver\u00f6ffentlichte noch einige Songs mehr seit 2024. Was Liyo nicht m\u00f6chte, ist, ihren Klarnamen bekanntgeben \u2013 daf\u00fcr wei\u00df man, dass sei musikalische Eltern hat und von Berlin zum Musikstudium nach K\u00f6ln zog. Auch, dass sie sich als Gamerin den an Demi Lovato gelehnten Avatar Liyovato gab und sich in Social Media Liyolore nennt, also als Gen-Z-Begriff, nicht als Namensbezug. Nicht verwechseln sollte man sie \u2013 insbesondere auf Spotify \u2013 mit dem Coburger Rave-DJ Liyo. Eine S\u00e4ngerin aus Belgien mit dem Namen gibt es auch noch, aber die scheint nicht mehr aktiv zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (13.07.2026) Eine Zwanzigj\u00e4hrige verarbeitet ihren Liebeskummer: Diese Pr\u00e4misse verleitet in die Jahre gekommene H\u00f6rende au\u00dferhalb der Gen Z vermutlich eher nicht dazu, sich \u201eIch will ganz laut schreien\u201c anzuh\u00f6ren, die Deb\u00fct-EP der in K\u00f6ln lebenden Berlinerin Liyo. &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/liyo-ich-will-ganz-laut-schreien-bluelion-records-the-orchard-2026\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19,8],"tags":[],"class_list":["post-9341","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-download-stream","category-maxi-cd-ep"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9341","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9341"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9341\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9343,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9341\/revisions\/9343"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9341"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9341"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9341"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}