{"id":9318,"date":"2026-07-08T21:06:10","date_gmt":"2026-07-08T19:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9318"},"modified":"2026-07-08T21:06:10","modified_gmt":"2026-07-08T19:06:10","slug":"spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-20\/","title":{"rendered":"Spezial: addicted\/noname label aus Moskau, Teil 20"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/addicted-label.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"110\" height=\"110\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/addicted-label.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3052\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (08.07.2026)<br><br>So viel Neues bei unseren Freunden aus Moskau! Spacigen Post Rock mit The Invisible Machine Engine, Sludge-Punk mit Buddapropildzen, groovenden Stoner-Doom mit M\/Eye, Doom mit Megalith Levitation und Dekonstruktor, Avantgarde-Noisecore mit Mrmraum, Jazzcore mit Topot Dark Trio, Breakbeat-Crossover mit Jammie Dong, Doom mit Zatvor und verspielt-progressive Musik mit Detieti.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/The-Invisible-Machine-Engine-Live-At-CSBR.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/The-Invisible-Machine-Engine-Live-At-CSBR.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9319\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>The Invisible Machine Engine \u2013 Live At CSBR (2026)<\/strong><br><br>Hier passen Musik und Information so gar nicht zueinander: H\u00f6rt man sich \u201eLive At CSBR\u201c an, kann man nicht glauben, dass die dazugeh\u00f6rige Band aus lediglich zwei Leuten besteht, dass dieses hier eine Liveaufnahme sein soll und dass das auch noch teilweise improvisiert stattfand. Und zwar 2019, noch vor der Pandemie also, im Moskauer Club CSBR, als das Duo aus Nischni Nowgorod (\u041d\u0438\u0436\u043d\u0438\u0439 \u041d\u043e\u0432\u0433\u043e\u0440\u043e\u0434) mit dem zum Akronym TIME verk\u00fcrzbaren Namen The Invisible Machine Engine das vorliegende Konzert gab. Das sich musikalisch auch noch nur sehr schwer irgendwo konkret verorten l\u00e4sst: Spacig und psychedelisch beginnt es, doch haben die Musizierenden hier so viel Feuer unterm Hintern, dass sie die Intensit\u00e4t auch mal zum Post Rock oder Noiseausbr\u00fcchen steigern. Gelegentlich lassen sie dazu elektronische Effektger\u00e4te sprechen und legen ganz viel Echo und Hall auf die Gitarre. Die repetitiv-selbstversunkene Stimmung l\u00e4sst sich auch als dunkel auffassen, wenn man m\u00f6chte, und dann hat die Musik etwas Waviges.<br><br>Bereits 2008 gr\u00fcndeten die Schulfreunde Anton Markelov (\u0410\u043d\u0442\u043e\u043d \u041c\u0430\u0440\u043a\u0435\u043b\u043e\u0432, Gitarre, Synthies, Bass), Aleksandr Sizov (\u0410\u043b\u0435\u043a\u0441\u0430\u043d\u0434\u0440 \u0421\u0438\u0437\u043e\u0432, Schlagzeug) und Alexey Konyakhin (Bass) die Band The Invisible Machine Engine, lie\u00dfen sie kurz darauf pausieren, reformierten sie 2016 und verloren alsbald ihren Bassisten. Der war an der Komposition des f\u00fcnfteiligen Tracks \u201eA.D.\u201c noch beteiligt, den TIME 2019 ohne ihn auf die B\u00fchne brachten und um den zu Beginn explosiven Track \u201eComa Berenices\u201c erg\u00e4nzten. Querverweise zu musikalischen Inspirationen lassen sich sicherlich einige finden, deutlich meint man an manchen Stellen Toundra oder deren Seitenarm Exquirla herauszuh\u00f6ren, und das ist eine exquisite Referenz.<br><br>Dieser Mitschnitt ist, abgesehen von einem Samplerbeitrag, die erste Ver\u00f6ffentlichung von TIME und k\u00fcndigt ein vor zwei Jahren aufgenommenes Studioalbum an, das noch in diesem Jahr auf dem Label ihres Vertrauens erscheinen soll.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Buddapropildzen-Lifelong-Bad-Trip.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Buddapropildzen-Lifelong-Bad-Trip.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9320\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Buddapropildzen \u2013 \u0411\u0435\u0434\u0442\u0440\u0438\u043f \u0434\u043b\u0438\u043d\u043e\u044e \u0432 \u0436\u0438\u0437\u043d\u044c\/Lifelong Bad Trip (2026)<\/strong><br><br>Eigentlich gibt es das Moskauer Trio \u0411\u0443\u0434\u0434\u0430\u043f\u0440\u043e\u043f\u0438\u043b\u0434\u0437\u0435\u043d (Buddapropildzen) schon was l\u00e4nger, seit 2014 n\u00e4mlich, doch dauerte es bis 2019, dass es ein Demo aufnahm, und l\u00f6schte anschlie\u00dfend die B\u00e4nder mit den Aufnahmen f\u00fcr ein Deb\u00fctalbum wieder, weil es laut Info \u201edidn\u2019t work\u201c. Naja, danach startete jemand einen Krieg, es kam zu internationalen Umzugsbewegungen seitens einiger Bandmitglieder und dauerte hernach einige Zeit, bis das Trio wieder vollst\u00e4ndig war. Nun existiert wahrhaftig ein Deb\u00fctalbum, das indes bereits 2022 aufgenommen wurde, und der Titel \u201eLifelong Bad Trip\u201c passt bestens zur Bandbiografie.<br><br>Zu h\u00f6ren gibt\u2019s hier Sludge. Und zwar nicht als Metal, sondern als Expandierung des Punkgedankens, wie die Band wissen l\u00e4sst. Diese verschleppte, crustige Ausrichtung malmt ruppig, m\u00f6rtelnd, quietschend, rumpelnd, r\u00f6chelnd, riffend, br\u00fcllend, zieht manchmal das Tempo an und ist auf eine dreckige, tiefergestimmte Weise abwechslungsreich. Entsprechend hat man es auch nicht mit Songs in Punkl\u00e4nge zu tun, denn die \u00fcberschreiten zumeist die Vier-Minuten-Grenze, zuletzt ist \u201e\u041b\u044e\u0431\u043e\u0432\u044c\u201c (\u201eLove\u201c) sogar \u00fcber acht Minuten lang.<br><br>Auf diesem Album besteht die Band aus: Stanislav Chlenov (Gitarre, Gesang), Igor Bood (Bass) und Pavel Kosov (Schlagzeug). Mittlerweile besetzt indes Lyosha Jesus den Posten am Bass, als Folge jener kriegsbedingten Personalwechsel.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/M-Eye-Unchained.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/M-Eye-Unchained.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9321\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>M\/Eye \u2013 Unchained (2026)<\/strong><br><br>Vom Moskauer Quintett M\/Eye gibt es lediglich f\u00fcnf Songs, und das, obwohl der erste davon bereits 2015 erstmals zu h\u00f6ren war. Bei \u201eUnchained\u201c handelt es sich n\u00e4mlich um die remasterte EP \u201eOn Road\u201c, der einzigen Ver\u00f6ffentlichung der Band bisher, und die erfolgte urspr\u00fcnglich 2018. Hier kombiniert die Band groovend diverse Metalsubgenres miteinander, darunter Stoner, Doom und etwas Sludge. Die Musiker selbst f\u00fchren den Begriff Southern Metal an, und wer jetzt nach Corrosion Of Conformity ruft, liegt vermutlich nicht ganz falsch. Die f\u00fcnf Tracks haben eine amtliche Schwere, das Zusammenspiel passt formidabel, auch die rotzig br\u00fcllende Stimme mit dem gelegentlichen Lemmy-Anklang f\u00fcgt sich perfekt in diese Walze ein. Soli, Tempowechsel und sich schwer schleppende Soundw\u00e4nde erg\u00e4nzen die Riffs.<br><br>Die Band besteht aus: S\u00e4nger Alexey Stanchinskii, den beiden Gitarristen Denis Besedin und Maxim Rogozhin, Bassist Denis Adyshev und Schlagzeuger Mikhail Vergasov. Offen l\u00e4sst die Band, ob diese Politur der alten EP der Startschuss f\u00fcr eine Fortsetzung ihrer Existenz ist oder lediglich eine berechtigte Erinnerung daran, sich mit \u201eUnchained\u201c auseinanderzusetzen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Megalith-Levitation-Dekonstruktor.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Megalith-Levitation-Dekonstruktor.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9322\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Megalith Levitation\/Dekonstruktor \u2013 Megalith Levitation\/Dekonstruktor (2026)<\/strong><br><br>Da haben sich zwei gefunden! Megalith Levitation und Dekonstruktor proben den gemeinsamen Doom auf dieser Split-Ver\u00f6ffentlichung, die bereits 2019 aufgenommen wurde. Es beginnt das Trio aus Tscheljabinsk (\u0427\u0435\u043b\u044f\u0431\u0438\u043d\u0441\u043a), und das hat es nicht eilig. Die \u201eOpium Ceremony\u201c beginnen Megalith Levitation noch eher spacig, um ihren Ritual-Doom zu unterf\u00fcttern. Erst nach einer Weile setzt ein d\u00fcsterer Chorgesang ein, der auch im folgenden \u201eDespair\u201c erhalten bleibt. Der Titel passt, hier dringen Dunkelheit, Verzweiflung und Aussichtlosigkeit aus dem 13min\u00fctigen Track, der zum Abschluss noch etwas Tempo verpasst bekommt. Zur Besetzung erf\u00e4hrt man lediglich dreibuchstabige Initialen mit kryptisch kodierten Instrumentenbezeichnungen, die offenbaren, wie humorvoll so eine Verzweiflung sein kann: SAA ist zust\u00e4ndig f\u00fcr Sermons und Fuzzmagic, KKV f\u00fcr den Thunderbass und PAN f\u00fcr die Skullhammers. Sehr anschaulich!<br><br>Die Dunkelheit und die Langsamkeit nehmen Dekonstruktor aus Moskau auf, ebenso den Fuzz, der auf den Saiten liegt. Ihr \u201eBeheaded Horizon\u201c bekommt indes einen leicht melodischeren, helleren Gesang verpasst, bevor der Track sogar noch m\u00e4chtig losrockt. Ein per Gitarre eingestreuter heller St\u00f6rton verleiht dem Track eine ungew\u00f6hnliche Struktur. Der \u201eMagma Pulse\u201c ist genau das, ein pulsierend flie\u00dfender langsamer gl\u00fchender Riff-Strom, ebenfalls etwas heller als der Doom der anderen Split-H\u00e4lfte. Auch Dekonstruktor sind zu dritt: Garish mit Gitarre und Gesang, Memfis mit Gitarre und Mitya DHS am Schlagzeug, und das Fehlen des Basses k\u00f6nnte erkl\u00e4ren, warum die Musik hier leicht heller klingt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Mrmraum-Blode.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Mrmraum-Blode.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9323\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mrmraum \u2013 Blod\u00e9 (2026)<\/strong><br><br>Sobald irgendwo Post Hardcore dransteht, bedeutet das h\u00e4ufig, dass die Musik dazu zwar irgendwie rauh und hart ist, aber nicht eindeutig zuzuordnen. Mrmraum aus Krasnodar (\u041a\u0440\u0430\u0441\u043d\u043e\u0434\u0430\u0301\u0440) sind experimentell, verspielt, brutal und kompromisslos. \u201eWalls\u201c, der epische Opener des neuen Albums \u201eBlod\u00e9\u201c, k\u00f6nnte sich irgendwo zwischen No Wave und den Swans ansiedeln, so wuchtig, repetitiv und schwer quillt er aus den Lautsprechenden. Der folgende \u201eGhoul\u201c beginnt schon beinahe als Jazz, ganz so, wie der Post Hardcore aus Washington D.C., dringt aber in ganz andere Richtungen vor, eher zappaesk. In der Folge haben die St\u00fccke nicht selten etwas Songartiges, insbesondere, sobald Alexandra Shembelidi singt, doch verhindert der noisy Rest drumherum eine Radiotauglichkeit.<br><br>Dieses Drumherum ist enorm avantgardistisch. Vor L\u00e4rmbel\u00e4stigung schreckt die Band hier nicht zur\u00fcck, auf ausschlie\u00dflich klar gespielte Noten l\u00e4sst sie sich nicht ein, vertrauten Instrumenten entlockt sie unkonventionelle Sounds, und doch gibt\u2019s hier mal Rhythmen wie aus der Disco, Kopfnicker-Tracks mit einem Vokalvortrag, der beinahe als Rap durchgehen k\u00f6nnte, gitarrendominierte H\u00fcpfpassagen wie im Hardcore oder Thrash, Gitarrensoli wie im Power Metal und wei\u00df der Geier, was noch. Das Energielevel ist hoch, sinkt gelegentlich auf Minimalatmung ab und bricht wieder aus. An mancher Stelle denkt man bei der Kombi aus vermeintlich konventionellem Punkrock und elektronisch generierten St\u00f6rsounds an alte Pere Ubu, an Passagen mit strukturiert noisigen Ausbr\u00fcchen an Sleepytime Gorilla Museum.<br><br>Etwas kompliziert ist die Benennung der 2018 gegr\u00fcndeten Band. Einerseits hei\u00dft sie Mrmraum, in Eigenschreibweise mrmraum, manchmal \u043c\u044b\u0440\u043c\u0440\u0430\u0443\u043c, aber auf Bandcamp auch Bubonic oder Bubonic Click. Dem quasi-selbstbetitelten Deb\u00fctalbum fehlte 2019 sogar das U: \u201emrmram\u201c, f\u00fcr das dritte Album \u201e0.5 Tundra\u201c hie\u00dfen sie 2020 vor\u00fcbergehend Mrmr\u0451m. Alben und EPs folgten so einige, zuletzt 2024 \u201eToutes les \u00e9coli\u00e8res ensemble\u201c. \u201eBlod\u00e9\u201c, so l\u00e4sst die Info wissen, ist das erste vollst\u00e4ndig durchkomponierte Album, das also nicht allein oder \u00fcberwiegend auf Improvisationen basiert. Das \u00fcblicherweise anonymisierte Quartett besteht aus: Konstantin Kuznetsov (Bass, Drones), Valeriy Balayan (Schlagzeug, Percussion), Alexandra Shembelidi (Gesang) und Kirill Pakhomov (Gitarre, Gesang, Synthies und L\u00e4rm). Zwei G\u00e4ste sind dabei: Olga Karperka alias Rvanina mit Gesang im Opener und Vladislav Favorsky in \u201eDatura\u201c mit einem Saxophon, das den L\u00e4rmpegel noch anhebt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Topot-Dark-Trio-A-Flaming-Fire.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Topot-Dark-Trio-A-Flaming-Fire.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9324\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Topot Dark Trio \u2013 A Flaming Fire (2026)<\/strong><br><br>Was f\u00fcr Musik erwartet man, wenn man wei\u00df, dass sie mit lediglich Trompete, Bass und Schlagzeug erstellt wurde? Das Topot Dark Trio, auch TOPOT oder \u0422\u041e\u041f\u041e\u0422 geschrieben, aus Moskau verf\u00e4hrt auf seinem Deb\u00fct \u201eA Flaming Fire\u201c wie folgt: Der Bass bekommt m\u00e4chtig Fuzz und wird so aufgedreht, dass sein Sound drei weitere Musiker \u00fcberfl\u00fcssig macht, zudem kombiniert er seine Funktion als Rhythmusinstrument mit der eines Melodieinstrumentes und verleiht der Musik auch mal eine ordentliches Pfund H\u00e4rte. Auf der klaren Trompete liegt eine Menge Hall, was sie ebenfalls nach mehr als nur einer klingen l\u00e4sst, und sie generiert abwechselnd eine \u00fcber dem Rest liegende Soundtapete und jazzartige Melodien. Und dann gibt\u2019s da noch das Schlagzeug, das verspielt bis stoisch daf\u00fcr sorgt, dass das alles einen Zusammenhalt bekommt. So generiert das Trio vier Tracks, teils \u00fcberlang, die das Feld zwischen Krautrock und Psychedelik erheblich erweitern, nicht nur um Heaviness und Jazz. Bei aller sch\u00f6nen Hypnose k\u00f6nnen die drei n\u00e4mlich auch Stress. Um ein klassisches Jazztrio, wie anhand der Ausgangslage vermutet, handelt es sich hier also mitnichten.<br><br>Offenbar spielen die drei Beteiligten nicht zum ersten Mal miteinander, formten aber erst jetzt das Topot Dark Trio. Trompeter Konstantin Sukhan, Bassist Anton Kolosov und Schlagzeuger Victor Dryzhov kennen sich schon lang aus der Moskauer Impro-Szene, Topot oder Tawpot ist offenbar ein Label f\u00fcr jazzige Impromusik. Auf der ersten Ver\u00f6ffentlichung \u201e\u041d\u0430 \u0412\u044b\u0441\u0442\u0430\u0432\u043a\u0435 \u0424\u0430\u0440\u0448-2013\u201c war Sukhan jedenfalls bereits Teil des Trios \u041f\u043e\u0427\u0435\u0421\u0443\u0421\u044b.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Jammie-Dong-Kojori.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Jammie-Dong-Kojori.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9325\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jammie Dong \u2013 Kojori (2026)<\/strong><br><br>Holt die BMX-R\u00e4der raus, wir crossen nach Georgien! Dort n\u00e4mlich probieren vier Metalheads unter dem Bandnamen Jammie Dong aus, Livemusik mit Breakbeats, Dub und Psychedelik zu kombinieren. \u201eKojori\u201c (Kodschori, \u10d9\u10dd\u10ef\u10dd\u10e0\u10d8) ist nicht nur ein h\u00fcgeliges Viertel in Tiflis (Tbilisi, \u10d7\u10d1\u10d8\u10da\u10d8\u10e1\u10d8), sondern auch der Track, den Jammie Dong frisch ver\u00f6ffentlichen und der hoch energetisch Rap, Breakbeats, synthetische und analoge Musik verkn\u00fcpft. Live gespielt, sagt die Info, was angesichts solcher urspr\u00fcnglich rein synthetisch generierten Musik schon eine beachtliche Information ist. Kurz vor Schluss holt das Quartett noch den Metal dazu und bindet eine Art brutalen Crossover in diesen d\u00fcsteren, aggressiven, energischen Track ein.<br><br>Als Bonus gibt\u2019s den Song im \u201eBooty Mix\u201c, der der Elektronik mehr Gewicht verleiht, und im etwas k\u00fcrzeren \u201eNick Samarin Remix\u201c, der die Breakbeats, die Synthies und die Tanzbarkeit deutlicher herausarbeitet. Die explosive Band besteht aus: S\u00e4nger Nikita Zhavoronkov, Keyboarder und Hintergrunds\u00e4nger Stanislav Vasilev, Schlagzeuger Artem Degtyarev und Gitarrist Arsenii Ermolaev.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Zatvor-A-Midsummer-Nights-Doom.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Zatvor-A-Midsummer-Nights-Doom.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9326\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zatvor \u2013 A Midsummer Night\u2019s Doom\/\u0414\u0443\u043c \u0432 \u043b\u0435\u0442\u043d\u044e\u044e \u043d\u043e\u0447\u044c (2026)<\/strong><br><br>Mit \u201eA Midsummer Night\u2019s Doom\u201c dokumentieren Zatvor aus Kursk ihren Auftritt beim Moskauer \u201eDoom On A Midsummer Night IV\u201c-Festival im vergangenen Jahr. Wie es sich f\u00fcr eine Doomband geh\u00f6rt, schafften sie in einer guten Dreiviertelstunde gerade vier Tracks, von denen lediglich einer vorher bereits ver\u00f6ffentlicht war, n\u00e4mlich der vierte, \u201eDeath Will Wait (Without Words)\u201c, der eine um ein f\u00fcnfmin\u00fctiges Ambient-Outro erg\u00e4nzte und um den Gesang beraubte Erweiterung von \u201e\u0421\u043c\u0435\u0440\u0442\u044c \u043f\u043e\u0434\u043e\u0436\u0434\u0435\u0442\u201c darstellt, das Titelst\u00fcck des Albums aus dem vergangenen Jahr. Der Rest \u2013 mag bereits existent gewesen sein, m\u00f6glicherweise ist er improvisiert, aber bei einer Band, die seit 1996 existiert und erst 2018 ein erstes Album herausbrachte, dem bisher lediglich ein weiteres folgte, hat m\u00f6glicherweise einfach enorm viel Material in petto.<br><br>Hier bekommt man, was draufsteht: Doom. Monoton, schleppend, tiefergestimmt, schlechtgelaunt, repetitiv, instrumental, ja, das trifft alles zu. Dabei versinkt das Trio in Trance, w\u00e4hrend es spielt, und mit ihm die H\u00f6rerschaft. So generiert es Passagen dunkelsch\u00f6ner Atmosph\u00e4ren und bricht dann, sobald man darin abgetaucht ist, entfesselt und fesselnd daraus aus und gibt dem von Black Metal infizierten Punkrock die Sporen oder rattert rockend drauflos.<br><br>Das Trio besteht auf dieser Aufnahme aus: Gitarrist Denis Kolesnikov, Bassist Anton Eremin und Schlagzeuger Kirill Kiryukhin. S\u00e4ngerin und Keyboarderin Katya Sumina fehlt hier also. In der Info steht, dass die Band anfangs ihre Konzerte mit Krankenhausschrott als Instrumenten bestritt und ihr Publikum einsperrte und in Geiselhaft nahm. Sp\u00e4ter versuchten sich Zatvor als Electro-Band. Schade, dass es von all dem keine Aufnahmen gibt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Detieti-Spotonica.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Detieti-Spotonica.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9327\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Detieti \u2013 Spotonica (2026)<\/strong><br><br>Man darf davon ausgehen, dass ein neues Album von Detieti (\u0414\u0435\u0442\u0438\u0435\u0442\u0438) eine Wundert\u00fcte wird, und so handelt es sich auch bei \u201eSpotonica\u201c um eine solche. Ohne Stimme, aber daf\u00fcr mit umso mehr verschiedenen Stimmungen tritt das Moskauer Progrock-Trio nach f\u00fcnf Jahren Pause wieder auf den Plan. Progrock steht eigentlich nur auf dem Etikett, weil man Detieti einfach anders nicht zu fassen bekommt. Ja, Verschachtelungen in der Trackstruktur, unerwartete Wendungen, episches Gniedeln, passt, ist drin. Doch bereits der Aspekt Rock ist hier nicht wirklich getroffen: Auch wenn die Gitarre mal rostig knarzt, hat man es hier nicht wirklich mit Rockmusik zu tun, denn hier rockt die Band beinahe nie los, vielleicht in \u201eRush Hour\u201c ein Bisschen. Vielmehr konzentriert sie sich darauf, unter die vermeintlich gew\u00f6hnlichen Instrumente einige ungew\u00f6hnliche zu schummeln und den Sound des Rock\u2019n\u2019Roll experimentell zu unterwandern. So eine Maultrommel ist da nur ein Anfang, mit Synthies, Didgeridoo und Saxophon lassen sich weitere Kuriosit\u00e4ten einbauen.<br><br>Auch spielen Detieti mit Rhythmen und Harmonien. So manche Afrobeat-Anleihe l\u00e4sst sich ausmachen, ein Offbeat wie im Reggae, lauter Taktsonderheiten inmitten des geradlinigen Untergrunds f\u00fcr die weiteren Verspieltheiten. Zu denen geh\u00f6rt auch der wandlungsf\u00e4hige Bass, der mal funky slappt, mal psychedelisch fuzzt, mal rockig bratzt. So ein dubbiges Echo auf manchen Effekten tr\u00e4gt zur weiteren Erweiterung der Horizonte bei. Insgesamt gehen Detieti hier relativ ruhig zu Werke, bis auf wenige Ausnahmen bratzen sie nicht los, sondern lassen Raum f\u00fcr ihre Ideen und Luft f\u00fcr die H\u00f6rerschaft, die Vielfalt und die Sch\u00f6nheit zu erfassen.<br><br>Mikhail Ivanov, Alexander Kosarenko und Viktor Tikhonov bilden hier die Band Detieti, und sie teilen sich den Stapel an Instrumenten: Bass, Percussion, Maultrommel, Gitarren, Synthies, Schlagzeug und sogar Stimmeinsatz. Plus G\u00e4ste: Das Didgeridoo spielt Alexander Fedotov, das Saxophon Ramile Mulikov.<br><br>Link zu <a href=\"https:\/\/noname666.bandcamp.com\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/noname666.bandcamp.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bandcamp<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (08.07.2026) So viel Neues bei unseren Freunden aus Moskau! Spacigen Post Rock mit The Invisible Machine Engine, Sludge-Punk mit Buddapropildzen, groovenden Stoner-Doom mit M\/Eye, Doom mit Megalith Levitation und Dekonstruktor, Avantgarde-Noisecore mit Mrmraum, Jazzcore mit Topot Dark &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-20\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,15,19,8],"tags":[],"class_list":["post-9318","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-besonderes","category-download-stream","category-maxi-cd-ep"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9318","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9318"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9318\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9328,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9318\/revisions\/9328"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9318"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9318"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9318"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}