{"id":9316,"date":"2026-07-07T22:17:57","date_gmt":"2026-07-07T20:17:57","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9316"},"modified":"2026-07-07T22:17:57","modified_gmt":"2026-07-07T20:17:57","slug":"hin-und-weggesehen-filme-und-serien-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/hin-und-weggesehen-filme-und-serien-21\/","title":{"rendered":"Hin- und weggesehen. Filme und Serien (21)"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"178\" height=\"100\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-660\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Chrisz Meier (07.07.2026)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich etwas wirklich gerne tue, dann ist es das Beobachten von Filmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke mal, da\u00df viele das gerne tun. Es ist halt Eskapismus-Time, Baby. Wenn man sich aber aus dieser Welt f\u00fcr eine Weile ausklinkt, sollte es wenigstens Spa\u00df machen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr \u201e<strong>Suspiria<\/strong>\u201c von 2018 trifft dies nicht unbedingt zu. Dieser Film ist wieder eines dieser Remakes, die die Welt nicht gebraucht h\u00e4tte. Da ich kein gro\u00dfer Fan italienischer Horrorfilme der 70er bin, konnte mich die Neuverfilmung des gleichnamigen Klassikers dieses Genres von 1977 nicht vom Hocker hauen, in dem es um eine mysteri\u00f6se Tanzakademie in Westberlin in den 70er Jahren geht. Eine neue Sch\u00fclerin kommt in diesem Institut nach und nach dahinter, da\u00df hier nichts, aber auch gar nichts richtig l\u00e4uft. Das Finale ist so unglaublich dr\u00fcber, da\u00df ich fast abgeschaltet h\u00e4tte. Sehenswert am Remake sind allerdings zwei Dinge: Die immer wieder sehr gute T. Swinton in einer Doppelrolle und der Schauplatz direkt an der sehr guten Berliner Mauer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein eher unbedarftes Ehepaar kommt zuf\u00e4llig an zwei Millionen und eine Pistole. Das ist die Ausgangslage in \u201e<strong>How <\/strong><strong>T<\/strong><strong>o <\/strong><strong>M<\/strong><strong>ake <\/strong><strong>A<\/strong><strong> Killing<\/strong>\u201c (OT: Un Ours dans le Jura) von 2024, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Film von 2026. Wie das in Filmen mit solchen Ausgangslagen ist, haben die beiden und ihr (sagen wir mal, minderbemittelter) Sohn nicht viel von dem Gl\u00fccksfund, denn Bullen und Gangster kommen ihnen auf die Spur. Und so wird sie insgesamt recht spa\u00dfig, diese schwarze Kom\u00f6die \u00fcber zwei, die in etwas hineingeraten sind, das viel zu gro\u00df f\u00fcr sie ist. Auch wenn es letztendlich nicht ganz so eskaliert, wie man es sich gew\u00fcnscht h\u00e4tte, bleibt \u201e<strong>How <\/strong><strong>T<\/strong><strong>o <\/strong><strong>M<\/strong><strong>ake <\/strong><strong>A<\/strong><strong> Killing<\/strong>\u201c sehenswert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<strong>Song Sung Blue<\/strong>\u201c ist einer von diesen Wohlf\u00fchlfilmen. Im guten Sinne. Aus naheliegenden Gr\u00fcnden konnte ich mich gut mit den Protagonisten, zwei erfolglosen Musikern, identifizieren. Die beiden treffen aufeinander, verlieben sich ineinander und gr\u00fcnden eine Neil-Diamond-Tribute-Band. Mit dieser haben sie bald kleine Erfolge und alles l\u00e4uft gut bis zum obligatorischen Schicksalsschlag, der die beiden auf die Probe stellt. Das war jetzt kein Spoiler, Filme dieser Art verlaufen immer so. Und am Ende ist alles gut. Ich habe doch gesagt, da\u00df es ein Wohlf\u00fchlfilm ist. Wer etwas heile Welt braucht, H. Jackman und K. Hudson gerne zusieht und eventuell sogar die Songs von Neil Diamond mag (oder kennenlernen will), sollte sich diesen Film am besten sogar kaufen. Damit was da ist f\u00fcr schlechte Tage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz und gar abraten m\u00f6chte ich hingegen von \u201e<strong>Die <\/strong><strong>M<\/strong><strong>y Love<\/strong>\u201c (2025). J. Lawrence spielt hier eine junge Mutter, die in eine postnatale Depression ger\u00e4t und langsam wahnsinnig wird. Leidtragender ist haupts\u00e4chlich ihr Mann (R. Pattinson), der nichts daf\u00fcr und nichts dagegen tun kann.Und dieser Abw\u00e4rtsstrudel ist im Grunde schon die ganze Handlung, ausgewalzt auf zwei Stunden. Gut, die schauspielerischen Leistungen vor allem von Lawrence sind gut, da zunehmend selbstzerst\u00f6rerisch, aber will man wirklich dabei zusehen, wie jemand zugrunde geht, ohne Aussicht auf wenigstens Linderung? Nun gut, manchmal will ich das, in diesem Fall war ich jedoch \u00fcberfordert. Wer reines Drama will, ist hiermit gut bedient.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutlich leichtere Unterhaltung bietet \u201e<strong>Birds <\/strong><strong>O<\/strong><strong>f Prey (<\/strong><strong>A<\/strong><strong>nd <\/strong><strong>T<\/strong><strong>he Fantabulous Emancipation <\/strong><strong>O<\/strong><strong>f One Harley Quinn)<\/strong>\u201c von 2020. Meines Wissens tritt hier M. Robbie zum ersten Mal in der Welt von Batman als Jokers sitzengelassene Freundin Harley Quinn in Erscheinung. In ihrem Spielfilmdeb\u00fct tut sie sich mit drei anderen durchgeknallten Frauen zusammen, um Durchgeknalltes zu tun. Die Girlboss-Welle war zu dem Zeitpunkt gerade schwer angesagt, also k\u00f6nnen die Frauen hier alles und jeden \u2013 vor allem gro\u00dfe, schwere, muskul\u00f6se M\u00e4nner \u2013 nach Strich und Faden zerlegen. Das ist Eskapismus auf h\u00f6chster Stufe, denn f\u00fcr Filme wie diesen braucht es wirklich nur noch ein Resthirn mit Basalfunktionen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und schon geht es wieder aufw\u00e4rts mit der Niveaukurve! Mit einem deutschen Film! Eigentlich ein Widerspruch in sich, aber \u201e<strong>Amrum<\/strong>\u201c best\u00e4tigt mal wieder die Ausnahme der Regel, und wieder mal ist F. Akin daf\u00fcr verantwortlich. Zusammen mit dem verstorbenen H. Bohm schrieb er das Drehbuch, basierend auf den Kindheitserinnerungen Bohms. Der Film spielt Ende April, Anfang Mai 1945 auf der titelgebenden Nordseeinsel. Hier wie \u00fcberall in Deutschland gibt es immer noch \u00fcberzeugte Anh\u00e4nger des Gr\u00f6FaZ, die nach wie vor an den Endsieg glauben, obwohl alle, wirklich alle Zeichen dagegen sprechen. Alliierte Bomber fliegen v\u00f6llig ungehindert \u00fcber die Insel, die ersten Fl\u00fcchtlinge aus dem Osten kommen an, es gibt Selbstmorde. Mittendrin der zw\u00f6lfj\u00e4hrige Nanning, der jeden Tag mithelfen mu\u00df, um die Familie zu ern\u00e4hren. Er trifft dabei auf Widersacher und auf Verb\u00fcndete, die dabei helfen werden, seinen Charakter zu formen, der in seiner jetzigen Form nichts anderes kennt als Nazideutschland. Das ist schl\u00fcssig und stringent erz\u00e4hlt, die Dramaturgie stimmt und es ist sehr stark bebildert. Wer etwas \u00fcber die j\u00fcngere deutsche Geschichte, die in Zusammenhang mit der gegenw\u00e4rtigen steht, erfahren will, ist auf \u201e<strong>Amrum<\/strong>\u201c richtig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<strong>Der Hochstapler<\/strong>\u201c (OT: Roofman, 2025) ist einer, der Mcdoofnald-Filialen ausraubt und sich, auf der Flucht vor der Polizei, in einem Supermarkt f\u00fcr Spielzeug versteckt. Monatelang erfolgreich. W\u00e4hrend dieser Zeit verliebt er sich in eine der Verk\u00e4uferinnen, spendet an die Armen und ist ein guter Mensch. (Wer McDonalds beklaut, ist sowieso gut.) Und weil diese ganze Geschichte angeblich auch noch wahr ist, endet sie realistisch. <strong>ACHTUNG SPOILER!!<\/strong> Die Geliebte verr\u00e4t ihn an die Bullen, er kommt in den Knast, Ende. Tolle Frau. Trotz diesem Wermutstropfen ist \u201eDer Hochstapler\u201c locker und spritzig inszeniert, C. Tatum in der Titelrolle macht eine gute Figur und&#8230; na was, reicht doch!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt ja immer wieder Filme, die werden wahnsinnig gehypt und man fragt sich sp\u00e4ter, wieso eigentlich? In diese Kategorie f\u00e4llt f\u00fcr mich \u201e<strong>Marty<\/strong> <strong>Supreme<\/strong>\u201c. Ein Schuhverk\u00e4ufer aus New York will Tischtennisweltmeister werden und tut daf\u00fcr tats\u00e4chlich sehr viel, nur leider nicht viel Gutes. Wie es ein Kritiker im Internet ausdr\u00fcckte: \u201eF\u00fcr jeden Schritt vorw\u00e4rts, den Marty in seinem Streben nach der Meisterschaft unternimmt, scheint er immer zwei Schritte in die falsche Richtung zu machen.\u201c Und das ist sehr gut beobachtet. Die beiden Schritte in die falsche Richtung bedeuten n\u00e4mlich haupts\u00e4chlich, da\u00df er jeden in seiner Umgebung schamlos ausnutzt. T. Chalamet als Marty tut das so \u00fcberzeugend unsympathisch, da\u00df es schon eine Herausforderung ist, ihm zweieinhalb Stunden dabei zuzusehen. Auch die anderen Figuren laden nicht zur Identifizierung ein. So bleibt man w\u00e4hrend des gesamten Films ein unbeteiligter Beobachter und der Eindruck, den \u201e<strong>Marty Supreme<\/strong>\u201c hinterl\u00e4\u00dft, ist sehr flach.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen guten habe ich aber noch, und das war \u201e<strong>The Housemaid<\/strong>\u201c. Eine vorbestrafte junge Frau (S. Sweeney) bekommt einen Job als Hausm\u00e4dchen bei einer schn\u00f6seligen Reichenfamilie. Der ge\u00fcbte Filmbeobachter wei\u00df, da\u00df das nicht lange gut geht. Und na klar: Es h\u00e4ufen sich Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse, Falschaussagen, Dem\u00fctigungen, unter der das Hausm\u00e4dchen leiden mu\u00df. Sagen oder sich sogar zu Wehr setzen darf sie sich nicht, schlie\u00dflich ist sie auf Bew\u00e4hrung, und das US-amerikanische \u201eRechtssystem\u201c ist rigide. So wird das Verh\u00e4ltnis von Hausm\u00e4dchen zu Ehefrau immer schlechter, w\u00e4hrend der Ehemann mehr und mehr auf Seiten des Hausm\u00e4dchens steht. Leider kann ich beim besten Willen nicht mehr verraten, ohne das Vergn\u00fcgen zu schm\u00e4lern wie schimmeliges Brot. Nur noch soviel: Die Welt der Reichen wird mit aller gebotenen H\u00e4me dargestellt. Geld macht n\u00e4mlich keine Freunde. \u201e<strong>The Housemaid<\/strong>\u201c: Empfehlung!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soviel f\u00fcr heute, in der n\u00e4chsten Folge geht es u.a. um eine der gr\u00f6\u00dften Bands der 60er, 70er und 80er Jahre. Und jetzt raus aus dem Internet! Nur noch Nazigew\u00e4sch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Chrisz Meier (07.07.2026) Wenn ich etwas wirklich gerne tue, dann ist es das Beobachten von Filmen. Ich denke mal, da\u00df viele das gerne tun. Es ist halt Eskapismus-Time, Baby. 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