{"id":9310,"date":"2026-07-06T21:11:17","date_gmt":"2026-07-06T19:11:17","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9310"},"modified":"2026-07-06T21:11:17","modified_gmt":"2026-07-06T19:11:17","slug":"pigface-with-genesis-p-orridge-howler-an-english-breakfast-overdrive-records-ppim-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/pigface-with-genesis-p-orridge-howler-an-english-breakfast-overdrive-records-ppim-2026\/","title":{"rendered":"PigFace with Genesis P-Orridge \u2013 Howler: An English Breakfast \u2013 Overdrive Records\/PPIM 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Pigface-Howler.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Pigface-Howler.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9311\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (06.07.2026)<br><br>Vorsicht: Sammler s\u00e4mtlicher Alben von Pigface haben diese Musik bereits, n\u00e4mlich auf der zweiten CD des vierten Albums \u201eA New High In Low\u201c. Nicht indes haben sie sie auf Vinyl, schon gar nicht im launigen Splatter. Ansonsten l\u00e4sst sich zu \u201eHowler: An English Breakfast\u201c feststellen, dass eine Impro-Session mit dem bekloppten Genesis P-Orridge immerhin chilligen Dub ergibt, \u00fcber den ein Kasper quasselt. Freunde von Mick Harris (Napalm Death, Scorn) d\u00fcrfen sich \u00fcber dessen Beteiligung an der Session freuen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt kein schlechtes Album von Pigface. Okay, es gibt \u00fcberhaupt nur sehr wenige, verglichen mit der Zeit, die diese \u201eIndustrial Supergroup\u201c auf den Schultern von Schlagzeuger und Produzent Martin Atkins existiert: Seit 1990 sind es exakt sechs, jedoch nahezu unz\u00e4hlbar viele Remix- und Live-Alben. Gro\u00dfartig ist auch das vierte Album \u201eA New High In Low\u201c, zumindest die erste CD, voll mit Hits wie \u201eNutopia\u201c, \u201eRadio Bagpipe\u201c und dem insbesondere in diesem Kontext exorbitant wundersch\u00f6nen \u201eYou Know\/You Know\/You Know\u201c. Naja: Und der zweiten CD, die eben aus zwei \u00fcberlangen Tracks mit Genesis P-Orridge und einem ebenso \u00fcberlangen Zwischenst\u00fcck von Atkins besteht.<br><br>W\u00e4hrend Atkins am Schlagzeug und Harris am Bass die niedrigpulsierenden Basistracks generieren, quasselt P-Orridge vor sich hin. Gelegentlich fiepen diverse Samples herum, manche Instrumentalpassagen erfahren ein Toasting, sie dubben also echoend. Auf der Bandcamp-Seite von Pigface erkl\u00e4rt Atkins die Geschichte zu diesen Aufnahmen, dass er n\u00e4mlich 1995 eigentlich mit Skinny Puppy und Rick Rubin an \u201eThe Process\u201c arbeitete, dem letzten Album der Kanadier mit Dwayne Goettel und inspiriert von Genesis P-Orridge, der die Band auf den Kult namens \u201eThe Process \u2013 Church Of The Final Judgement\u201c aufmerksam machte. Atkins hatte zwischendurch keinen Bock auf die zerstrittene Band und wollte eigentlich Trent Reznor in dessen Haus besuchen, der Villa, in der Charles Manson die Gruppe um Sharon Tate niedergemetzelt hatte, traf dort aber lediglich auf \u201eLSD-Papst\u201c Timothy Leary und P-Orridge. Letzterer und Atkins beschlossen, mal was zusammen zu machen. Und setzten das kurze Zeit sp\u00e4ter auch um. Das Ergebnis liegt vor.<br><br>In der Szene gab und gibt es ja so einige Leute, die irgendwelchen pseudospirituellen, antireligi\u00f6sen, satanistischen, chaosmagischen, okkultistischen und sonstwie bekloppten Ideen aufgesessen sind, und P-Orridge war lediglich einer unter ihnen, mit unter anderem Thee Temple ov Psychick Youth. Befasst man sich also mit P-Orridges Werdegang, mindestens seinem spirituellen, liegt mindestens der Begriff Dachschaden nahe. Musikhistorisch hingegen kann man P-Orrdige nicht absprechen, mit seiner ersten Band Throbbing Gristle im Prinzip den Industrial erfunden zu haben, damals, 1975. So nimmt es nicht Wunder, dass ein Industrial-Vertreter der zweiten Generation wie Atkins zu jemandem wie P-Orridge aufblickte. Stattgegeben.<br><br>Diese Zusammenarbeit fand damals, also 1996, 1997, unter Atkins Projektnamen The Girl Brothers statt. Die mitgeschnittenen Sessions verarbeitete Atkins zu zwei Tracks, n\u00e4mlich \u201eThe Howler: An English Breakfast\u201c, jeweils als \u201eChapter 1, Part 1\u201c und \u201eChapter 1, Part 2\u201c vom 25min\u00fctigen \u201eThe Train\u201c unterbrochen. F\u00fcr die Vinyl-Version \u00e4nderte Atkins so einiges: Einmal nennt er Pigface hier pl\u00f6tzlich PigFace, dann deklariert er diese Ver\u00f6ffentlichung als \u201ePigFace with Genesis P Orridge\u201c zumeist unter Verzicht von dessen Bindestrich, dann l\u00e4sst er von \u201eThe Howler\u201c den bestimmten Artikel weg und dann hei\u00dfen die vier Tracks lediglich \u201ePart\u201c mit der Indizierung von 1 bis 4, auf Vinyl indes der Trackl\u00e4ngen geschuldet auf der A-Seite 1 und 3 und auf der B-Seite 2 und 4, also in anderer Reihenfolge als digital und auf \u201eA New High In Low\u201c. Was, seien wir ehrlich, kaum einen Unterschied macht, da auf den Tracks nicht wirklich viel passiert und hoffentlich niemand so genau auf die Texte achtet.<br><br>Wer jetzt also glaubte, mit \u201eHowler: An English Breakfast\u201c ein Album mit wiederentdecktem, unver\u00f6ffentlichtem Material von Pigface zu erwerben, muss entt\u00e4uscht werden. Ein neues Studioalbum nach \u201e6\u201c im Jahre 2009 l\u00e4sst weiter auf sich warten. Daf\u00fcr ist die Splatter-Variante des Vinyls etwas f\u00fcrs Auge, mindestens daf\u00fcr lohnt sich die Anschaffung. Kurios: Sobald das Album verklingt, hat man als Folge von P-Orridges Darbietung den Song \u201eFollow Me\u201c von Amanda Lear im Ohr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (06.07.2026) Vorsicht: Sammler s\u00e4mtlicher Alben von Pigface haben diese Musik bereits, n\u00e4mlich auf der zweiten CD des vierten Albums \u201eA New High In Low\u201c. 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