{"id":9279,"date":"2026-06-30T21:38:56","date_gmt":"2026-06-30T19:38:56","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9279"},"modified":"2026-06-30T21:38:56","modified_gmt":"2026-06-30T19:38:56","slug":"colin-webster-balazs-pandi-matt-cargill-chewed-up-and-spat-out-raw-tink-records-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/colin-webster-balazs-pandi-matt-cargill-chewed-up-and-spat-out-raw-tink-records-2026\/","title":{"rendered":"Colin Webster\/Bal\u00e1zs P\u00e1ndi\/Matt Cargill \u2013 Chewed Up And Spat Out \u2013 Raw Tink Records 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Webster-Pandi-Cargill-Chewed-Up-And-Spat-Out.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Webster-Pandi-Cargill-Chewed-Up-And-Spat-Out.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9280\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (30.06.2026)<br><br>\u201eUns ist aufgefallen, dass es zu wenig Sirenen in der Musik gibt\u201c, sollen The Chemical Brothers vor 30 Jahren einmal gesagt haben, und diese Erkenntnis scheinen sich auch die drei Impro-Jazzer Colin Webster, Bal\u00e1zs P\u00e1ndi und Matt Cargill zu Herzen genommen zu haben: Auf ihrem spontan miteinander eingespielten Album \u201eChewed Up And Spat Out\u201c fungiert das Saxophon als Sirene, die auf der komplett freien Kombination aus Schlagzeug und elektronischen Klangerzeugern dr\u00f6hnt. F\u00fcr H\u00f6rende, die ann\u00e4hernd nachvollziehbare Strukturen erwarten, haben die drei aber auch Passagen in petto.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur f\u00fcnf Tracks, zum Ende hin l\u00e4nger werdend \u2013 von gut vier bis gut zw\u00f6lf Minuten \u2013 beinhaltet dieses Album, und f\u00fcr unge\u00fcbte Ohren ist es unm\u00f6glich, sie musikalisch voneinander zu trennen, schlie\u00dflich m\u00f6rteln alle drei Musizierenden munter vor sich hin, mag man meinen. Doch geht man ins Detail, nimmt man sehr wohl Konturen wahr. Der Anfang \u2013 passend betitelt mit \u201eTo Arise From Sleep\u201c \u2013 ist n\u00e4mlich noch etwas behutsamer, tastender. Zwar tr\u00f6tet das Saxophon recht h\u00e4ufig los, doch entringt Webster seinen Instrumenten, n\u00e4mlich Bariton- und Tenorsaxophonen, auch Sounds, die nicht allein auf Schr\u00e4geheit aus sind, naja: ungew\u00f6hnlich sind sie immer, mal erinnern sie an Tierlaute, mal an unge\u00f6lte Maschinen, mal an wimmernde Menschen.<br><br>\u00c4hnlich verhalten sich P\u00e1ndi am Schlagzeug und Cargill mit seinen elektronischen Apparaturen: So es die Gruppendynamik erfordert, holen sie alles aus ihren Instrumenten heraus und beteiligen sich am kollektiven Pand\u00e4monium, oder sie verhalten sich ruhig und zischeln, zwitschern, klickern lediglich. So generieren die drei br\u00fcllende Kakophonien ebenso wie zerdepperte, fragmentierte Kontemplationen. Aber auch mal strukturierten L\u00e4rm, etwa im zentralen \u201eSpat Out\u201c, das durchaus einen nachvollziehbaren Rhythmus in sich tr\u00e4gt, und zwar einen enorm fett gedroschenen, auf dem Electro und Saxophon eine Art Heavy Jazz entfachen.<br><br>Die Aufnahmen dieses Albums erfolgten bereits vor sieben Jahren, und zwar am 6. Juni 2019 in London, als Schlagzeuger Bal\u00e1sz P\u00e1ndi zuf\u00e4llig in der Stadt war und Saxophonist Colin Webster um einen Sessiontermin bat. Sie luden Elektroniker Matt Cargill dazu und generierten spontan das vorliegende Album. Die pure Energie dringt aus allen Poren, die des sehr freien Jazz, des vertrauten Jazz, der grenzbefreiten Improvisation und des Rock\u2019n\u2019Roll.<br><br>Daf\u00fcr lie\u00dfen sich alle drei aus ihren gewohnten Kontexten rei\u00dfen. So ist Cargill Mitglied des Projektes Sly &amp; The Family Drone, dessen j\u00fcngstes Album den fantastischen Titel \u201eMoon Is Doom Backwards\u201c tr\u00e4gt. P\u00e1ndi startete mit Grindcore in der Band Human Error und verlegte sich recht schnell auf noch wildere Genres, indem er etwa eng mit Merzbow zusammenarbeitete oder auch mal dem Noise-Kollektiv To Live And Shave In L.A. beitrat, dem auch Thurston Moore angeh\u00f6rt. Ansonsten l\u00e4sst sich die Zahl seiner Projekte kaum \u00fcberblicken, ebenso gilt dies f\u00fcr Colin Webster, der mit vielen Leuten aus der Impro-Szene kooperierte, darunter auch Dirk Serries, der dieses Album masterte. Physisch erh\u00e4ltlich ist \u201eChewed Up And Spat Out\u201c \u00fcbrigens ausschlie\u00dflich als Tape.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (30.06.2026) \u201eUns ist aufgefallen, dass es zu wenig Sirenen in der Musik gibt\u201c, sollen The Chemical Brothers vor 30 Jahren einmal gesagt haben, und diese Erkenntnis scheinen sich auch die drei Impro-Jazzer Colin Webster, Bal\u00e1zs P\u00e1ndi und &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/colin-webster-balazs-pandi-matt-cargill-chewed-up-and-spat-out-raw-tink-records-2026\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-9279","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9279","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9279"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9279\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9281,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9279\/revisions\/9281"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9279"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9279"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9279"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}