{"id":9258,"date":"2026-06-26T15:39:02","date_gmt":"2026-06-26T13:39:02","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9258"},"modified":"2026-06-26T15:39:02","modified_gmt":"2026-06-26T13:39:02","slug":"cowards-can-you-hear-me-bloody-sound-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/cowards-can-you-hear-me-bloody-sound-2026\/","title":{"rendered":"Cowards \u2013 Can You Hear Me? \u2013 Bloody Sound 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Cowards-Can-You-Hear-Me.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Cowards-Can-You-Hear-Me.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9259\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (26.06.2026)<br><br>Die Cowards selbst lassen wissen, ihr Noiserock sei r\u00fcckw\u00e4rtsgerichtet, da an den Neunzigern orientiert. Das mag ja sein, aber da man dem Noiserock schwerlich unter Einhaltung der Genrespezifikationen Modernismen verabreichen kann, l\u00e4sst sich Musik aus dieser Schublade eben grunds\u00e4tzlich schlecht zeitlich verorten. \u201eCan You Hear Me?\u201c, das zweite Album des italienischen Trios, ordnet eben die Parameter individuell an: das Laut-Leise-Schema, die Drones, die Feedbacks, die unkonventionellen Strukturen, und l\u00e4sst damit einen hinreichend jetzigen Noiserock entstehen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Titel \u201eCan You Hear Me?\u201c ist mitten im Kernst\u00fcck des Albums zu h\u00f6ren, dem achteinhalbmin\u00fctigen \u201e9 Minutes\u201c. W\u00e4hrend die Band sich sanft in eine L\u00e4rmlandschaft groovt und sich die H\u00f6rerschaft auf die hypnotische Wirkung dieser Endlosigkeit einstellt, \u00e4u\u00dfert der Rufer in der W\u00fcste ebenjene Worte, und man ist geneigt, best\u00e4tigend zur\u00fcckzurufen: aber ja, selbstverst\u00e4ndlich und mit aller Freude!<br><br>Eine ansonsten \u00fcberraschend klare, aber zur\u00fcckhaltende Stimme, besser: zwei Stimmen begleiten diese Ausbr\u00fcche. Diese bestehen aus Lastwechseln und Wiederholungen, versetzt mit Spielereien und Experimenten sowie ausufernden L\u00e4rmstrecken. F\u00fcr diese Konstellation finden die Cowards ihre eigene Soundsprache in dieser \u00fcber Jahrzehnte recht ausformulierten Schublade, aber eben diese l\u00e4sst aufgrund ihrer ohnehin von allen Konventionen befreiten Strukturen Erweiterungen ja recht niedrigschwellig zu, da man ja im Grunde lediglich die Bestandteile anders ausformulieren und auswalzen muss, um hier Neues entstehen zu lassen. Die reine Kopie braucht niemand, und die bekommt man hier auch nicht.<br><br>Anlehnungen und Assoziationen hat man zwangsl\u00e4ufig, das bleibt nie aus. Der Rhythmus in \u201eTell Me\u201c etwa ist ausgeborgt bei \u201eMaking Plans For Nigel\u201c von XTC, der Song dazu geht aber in eine v\u00f6llig andere Richtung, mit dronigen Soundscapes. An Tears For Fears erinnert der Titel \u201eMad World\u201c, aber lediglich der Titel; in den Strophen hat der Sound etwas von ruhigeren Sonic Youth, im Refrain hingegen br\u00fcllende L\u00e4rmeruptionen, wie The Wedding Present sie noch auf \u201eSeamonsters\u201c auslebten. Sicherlich lassen sich weitere Spiegelungen finden, doch sind die drei Cowards l\u00e4ngst in ihrer eigenen Soundsprache angekommen. Den Shoegaze integrieren sie vermittels ausgedehnter Soundscapes und Drones, die Laut-Leise-Dynamik versetzen sie mit groovendem Bass, den fuzzy Punk in \u201eBad Trip\u201c unterbrechen sie mit avantgardistischen Spielereien auf ihren Instrumenten, in \u201eNo Return\u201c erklingt die Stimme gesprochen zu den schwerelosen My-Bloody-Valentine-Gitarren.<br><br>F\u00fcr das zweite Album war das 2019 gegr\u00fcndete Trio dazu gezwungen, die Position am Schlagzeug neu zu besetzen. Die nimmt nun Michele Prosperi ein, der Bassistin und S\u00e4ngerin Giulia Tanoni sowie S\u00e4nger und Gitarrist Luca Piccinini unterst\u00fctzt. Im vergangenen Jahr erschien das Deb\u00fct mit dem vielversprechenden Titel \u201eGod Hates Cowards\u201c, grob angelehnt an einen Song von Tomahawk, \u201eGod Hates A Coward\u201c. Auch keine schlechte Referenz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (26.06.2026) Die Cowards selbst lassen wissen, ihr Noiserock sei r\u00fcckw\u00e4rtsgerichtet, da an den Neunzigern orientiert. 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